Freitag, 31. Oktober 2014

Selbstgespräche

Eine autoreflexive Virtualsuizidanalyse, sowie es mir das Datum erlaubt episodisch unter den virtuell Lebendigen wandeln zu können.

Die Welt ist wieder in Ordnung.

Wenn ich ehrlich zu mir bin, was tatsächlich nur gelegentlich passiert, dann hat sich seit Anfang Juli nicht besonders viel verändert. Ich war weg, irgendwie. So ganz. Aber ich bin auch noch nie nicht wieder zurückgekommen. Ich hab mich wohl irgendwie abgeschottet, was vielleicht die Konsequenz aus meinem letzten Post hätte sein können, aber eigentlich gar nicht war. Es ist einfach passiert.

Gemessen an zwischenmenschlicher Interaktion war ich den ganzen September über tot. Hab Anrufe ignoriert, SMS, Nachrichten und eine Postkarte. Ich hab den Kontakt abgebrochen. Vorübergehend. Und das zu eigentlich allen zu denen es für mich möglich gewesen ist. Das Ganze hat dann ne Weile angehalten und ich weiß auch gar nicht ob es schon vorbei ist. Genauso wie ich keinen Plan hab, was oder ob ich überhaupt etwas damit erreichen wollte.

Mich selbst zu verstehen ist manchmal echt schlimmer als Mathe. So als ob ich zwei Personen wäre, von denen mindestens eine viel zu verschlossen ist. Nur dass da eben nur ich bin, was es irgendwie peinlicher macht. Verstehen sich eigentlich andere Menschen einigermaßen?

Ich weiß ja nicht mal ob ich das will. Oder was überhaupt. Und ich denke trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen unglaublich gerne drüber nach. So wie Überanalysieren, aber halt auf dieser Metaebene und als Hobby. Wo ich mich einschließe und dann versuche mich selbst zu verstehen, oder alles außer mir oder generell überhaupt irgendwas. Vielleicht tu ich das aber auch genau deswegen nicht, weil ich nicht weiß wonach ich eigentlich suche. Oder ich tu's eben, zumindest irgendwas davon, nicht alles, aber ich merk's nicht, weil ich kein konkretes Ziel hab, was ich aber eben auch nicht finde.

Was an dieser Einsamkeitssache echt abartig beruhigend wirkt ist das "nicht erreichbar sein" in einer Welt in der du fast nichts anderes mehr bist. Das Handy auszuschalten und einfach nirgendwo mehr online zu sein wo dich Leute sehen könnten. Verschwinden, so'n bisschen. Als ob deine Internetidentität ins Gras gebissen hätte oder es dich einfach generell nicht mehr gibt. Nur ohne den unangenehmen Teil.

Trotzdem hatte ich genug Hoch- und Tiefpunkte. War also alles vielleicht nicht so perfekt wie erhofft, wenn auch trotzdem nicht schlecht. Menschen aus dem zu Weg geh'n heißt aber halt nicht zwangsläufig auch Probleme zu vermeiden. Zumindest nicht alle von denen. Es gibt aber ne Menge Zeit zum Denken, was zum Teil echt ziemlich cool ist.

Vielleicht war's sone Trotzreaktion, darauf wie die Welt grade läuft. Anti(-)Social-Networking. Vielleicht auch nur ne komische Form von Urlaub. Nicht geographisch, aber psychisch. Allein sein zumindest, gefällt mir irgendwie und ist, wenigstens für mich, bestimmt nicht so schlecht wie immer alle sagen. Von daher ist alles ziemlich cool grade.

Außerdem ist heute der beste Tag des Jahres, ich hab'n Endlosvorrat an allem was irgendwie fett und/oder Karies macht und ne Reihe noch ungesehener Folgen der neuen AHS-Staffel.

Happy Halloween! Auch wenn ich ziemlich am Thema vorbeigeschrieben hab.

In 365 Tagen geht's weiter.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen