Mittwoch, 11. Juni 2014

Internett

Dinge die mich an Menschen im Internet stören. Das beinhaltet zum Beispiel sich ständig an anderen Internetmenschen zu stören oder daran was sie tun. Ich bin widersprüchlich genug, da kommt das darauf dann auch nicht mehr wirklich an. Überhaut stören mich diese Dinge, darunter das penetrante Stören an Dingen die einem voll egal sein könnten, auch eher allgemein als nur hier. Sie stören mich hier nur häufiger glaub ich. Ich weiß es nicht.

Warum müssen so Viele so unglaublich hart sein? Besonders wenn Anonyme im Spiel sind, auf mindestens einer Seite. Weil wir doch eigentlich keine Feinde sind. Aber jeder geht auf Abstand. Es wird ja generell schon im Voraus breitgetreten wie unwichtig fremde Meinungen sind und das beruht dann auf Gegenseitigkeit. Sagt man.

Die Anonymen halten sich weniger an die Ettikette, weil sie keine Namen zu besudeln haben. Weil sie auch keine Namen haben. Alle ein und der große selbe sind. Wenn sie jemanden nicht mögen ist es Hass, wenn er okay ist Liebe. Sie über- und untertreiben, sind die einzige Über- und Untertreibung an sich. Sie beleidigen, belegen nicht, komprimittieren, lügen und wissen Dinge von denen sie keine Ahnung haben. Sie schüren Hass mit Hass, resultiert aus leichter Ab-, manchmal aber auch Zuneigung.

Und die mit den Namen haben Angst. Also handeln sie entgegengesetzt. Zeigen wie gern sie es sich mit dem Fremden verscherzen und wie sie ihn behandeln können. Behandeln ihn wie sie es sich gerne trauen würden. Oder sie sehen da dann die unbenannte, profilbildlose Chance, sich cool zu geben oder hart, weil Härte ja so cool ist. Jeder Anon ein Stück neue Identität. Je anonymer die Frage, der Kommentar oder die Bemerkung umso kälter sind die Antworten. Und sie stehen über allen die klein sind, denn sie haben den Account. Sie haben ja eine Bestätigungs-Mail beantwortet.

Man wird im Universum selten Menschen sehen, denen etwas egaler ist als den Besitzern von Social Media Accounts alle Anderen. Außer natürlich die Anderen sind nett. Und selbst dann nicht immer. Ob das jetzt besser, weil weniger heuchlerisch oder schlechter, weil undankbar, sein soll. Ihre Egalität ist wichtig. Je egaler desto besser. Keine Angst zeigen, Anons riechen das. Lesen das.
Lieber offensiv, schon als Verteidigung von morgen. Weil man eben so ist. Vielleicht eher gerne so wäre. Weil die egal sind. Kalt und ablehnend sarkastisch, weil man im Gegensatz zu denen die Welt verstanden hat, während man sich auf seinem Nichtwissen ausruht. Die Welt gerne verstanden hätte.

Neue Feinde haben die Ehrlichkeit aber auch nicht immer verdient. Vielleicht aber man selbst. Und nicht jeder der nicht existiert ist einer von denen. Aber ich weiß auch nicht ob man unterscheiden soll oder kann. Sind wir jetzt so kalt? ...geworden? Und darf ich das schreiben ohne selbst besser zu sein?

Das Internet braucht mehr Hippies.

1 Kommentar:

  1. ein jammer, dass du dieses schreibtalent nicht in ein rpg investierst

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