Samstag, 24. Mai 2014

Wahlhelfer

Also Morgen ist dann mehr oder weniger Europawahl. Weniger vor allem weil ja eh keiner hingeht. Und ich hab mich auch lange genug drum gedrückt hier wieder einen auf Moralapostel zu machen und Leute aufzurufen wählen zu gehen, wenn sie eigentlich nicht wählen wollen.
Ihr kennt ja die Argumente. Die meisten sind ab und an auf YouTube. Ist ja n großes Ding da, Leute zur politischen Aktivität überreden zu wollen. Seht das hier also eher als sone Art Hinweis, dass die Europawahl überhaupt existiert und was ihr machen könntet.

Das Wichtigste zuerst: Lasst euch keinen Scheiß einreden und macht was ihr wollt.
Geht nicht wählen nur weil irgendwer euch sagt, dass es wichtig wär. Und wählt nicht für euer Gewissen. Geht wählen weil ihr für irgendwas steht oder verändern wollt, falls ihr das tut. Niemand bringt euch um wenn nicht. Oder geht nicht wählen, weil ihr zwar für irgendwas steht, aber noch nicht volljährig genug seid um das auf die Art zu beeinflussen. Was auch immer.

Ahnung von Politik zu haben ist nett, wird hier aber überschätzt. Für alles gibt es Pro- und Contra-Punkte und wenn ihr den Euro nur behalten wollt, weil es praktisch ist im europäischen Ausland kein Geld umtauschen zu müssen, ist das irgendwo auch ne Meinung. Die Welt geht nicht unter wenn ihr euer Kreuz am Ende "falsch" setzt und auch wenn Informieren nicht völlig unwichtig ist, solange ihr ne Meinung habt: vertretet die ruhig!

Jede zweite Partei da draußen wirbt mit "Mehr Chancen", "Freiheit" oder "Gerechtigkeit" und in sich klingen die Argumente meistens schlüssig, wenn Politiker sie sagen. Aber ist ja auch ihr Job. Also lasst euch nicht von allem und jedem Überzeugen und setzt euch mit verschiedenen Standpunkten außeinander, auch mit eurem Eigenen. Oder lasst es, siehe Punkt 1.

Protestwahl klar, aber wenn ihr ne Klein- oder Protestpartei wählt, dann checkt wenigstens vorher ob die auch inhaltlich zumindest n bischen zu euch passt. Wenn ihr auf Fairness steht und ne Nazipartei wählt, nur um "denen da oben" eins reinzuwürgen, schadet ihr euch am nur Ende selbst. Auch wenn man eben dieser Fairness halber sagen muss, dass ihr "denen da oben" natürlich trotzdem eins reinwürgt. Geht aber auch cooler. Außer ihr seid wirklich Nazis. Dann macht das schon irgendwie Sinn, keine Ahnung.

Politik klingt nach Nachrichten und alten Männern in Anzügen und das Fernsehn lässt echt keine Chance ungenutzt um die Dinge so trocken und langweilig wie möglich darzustellen. Und Wählen ist auch nicht die Welt. Ob deine einzelne Stimme abgegeben wird oder nicht interessiert am Ende sowieso keinen. Aber politisch sein heißt eigentlich nur Dinge zu verändern. Wenn dich auf der Welt irgendwas stresst und du willst, dass es sich ändert, bist du schon politisch. Dazu brauchst du keine Parteien, kein Fachwissen und keine schmierig-seriöse Aufmachung. Ich sag's nur.

Das Kreuz ist kein wirklicher Aufwand, aber deine Stimme zählt auch nicht die Welt. Keine Ahnung ob eins das Andere wert ist. Aber Wählen war selten so leicht wie dieses mal. Es gibt keine 5 oder 3 Prozent-Hürde. Jede Partei die mindesten 0,6% der (abgegebenen, gültigen) Stimmen bekommt darf rein. Jede. Und je weniger Leute wählen gehen um so mehr zählt die einzelne Stimme. Wenn 100 Leute gehen, zählt eine Stimme 1%, wenn 200 Leute gehen nurnoch 0,5% usw. Klar, für Deutschland utopisch, aber bei der vergleichsweise niedrigen Beteiligung, kann man halt diesmal doch deutlich mehr reißen als sonst.

Aber keine Ahnung wen du jetzt wählen sollst. Oder ob überhaupt. Grundsätzlich ist der Wahlomat immer sone Idee. Hat bei mir auch noch nie völlig daneben gelegen. Ansonsten hab ich n paar Abstimmungen rausgesucht, einerseits um mal n Überblick zu geben worüber im EU-Parlament so abgestimmt wird und andererseits um zu zeigen, welche Partei wie gestimmt hat. Könnt eure Meinungen ja mal vergleichen. Abstimmverhalten der einzelnen Parteien sieht man rechts.

Schutz der Grundrechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen

Einrichtung einer europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

Estrela-Bericht zur »sexuellen und reproduktiven Gesundheit« (u.A. Recht auf Abtreibung)

Acta-Abkommen

Fluggastdaten-Abkommen mit den USA (Weitergabe und Speicherung von Flugdaten Reisender)

Hoffe ich konnte minimal helfen. Wenn nicht: hab's versucht.
Habt n coolen Sonntag! Egal wie.







P.S.: Hab einfach mal ne Umfrage dazu gestartet. Ist Anonym. Nur aus Interesse was ihr so macht/machen würdet.

P.P.S.: Okay irgendwie funktioniert die nicht. Auch okay.

P.P.P.S.: Ich bin nicht wirklich Wahlhelfer. Dafür braucht man sowas wie Social-Skills und keine Faulheit und irgendwie Engagement und so.

P.NIS.: Mja ok, der war flach.

Dienstag, 6. Mai 2014

Verflucht

Ich hab das Verstehen verlernt oder vergessen. Zumindest glaub ich das. Weil die Information in meinem Kopf am Ende nie die ist, von der ich anfangs geglaubt hab, dass sie es hätte sein müssen. Vielleicht versuch ich aber auch einfach nur Dinge zu finden, die eigentlich garnicht da sind, weil die, welche es gibt, mich mittlerweile hoffnungslos überforden; Schon aufgrund ihres bloßen Seinszustandes.

Ich muss aufhören zu Denken anstatt zu Schlafen. Man sieht das, tagsüber. Mir wird auch schlecht davon. Und ich muss aufhören anderen Menschen von Dingen erzählen zu wollen, die mir einen gesellschaftlichen Wert geben, nur um mir selbst dadurch einreden zu können, die Entwicklung der Menschheit nicht unnötig auszubremsen.

Es wär toll das Gefühl zu haben, dass das eben nicht so wäre. Dass ich gerade nicht anfangen würde, mir das Leben von neu beibringen zu müssen, anstatt einfach auf dem aufzubauen was ja eigentlich schon da ist. Aber die einfachsten Dinge sind gerade viel zu komisch dafür. 

Reflexion an sich fängt an mich zu stören, weil ich sie immer mal wieder bewusst wahrnehme und damit gleichzeitig merke, dass ich einfach nicht aufhören kann Dinge zu denken und zu interpretieren. Das ist in etwa so als ob du plötzlich darauf achtest wie genau du eigentlich atmest. Bis du damit angefangen hast war das automatisiert, aber je länger und je mehr du dich aktiv damit außeinandersetzt, dass und vor allem wie du überhaupt atmest, um so komischer fühlt es sich an.

Und dann kannst du nicht mehr damit aufhören. Weder mit der Selbstbeobachtung, weil dich das Atmen durch sein ungewohnt-bekannt-fremdes Gefühl mittlerweile total von allem Anderen ablenkt, noch mit dem Atmen selbst. Und natürlich versuchst du es zu ignorieren, aber wenn du aktiv nicht an Dinge denken willst, denkst du ja sowieso an die.

Als Folge mag ich dann die Dinge am liebsten, die garnicht erst existieren. Weil sie mich in Ruhe lassen. Ich bin ihnen fast schon dankbar dafür. Und das ist auf so viele Weisen paradox. Vor allem natürlich, weil es sie garnicht gibt und ich natürlich auch nicht weiß, was sie sind. Im Grunde ja eben nichtmal Dinge. Ich weiß ja aber auch garnicht was es in Wirklichkeit nicht vielleicht doch gibt. Und wenn ich wüsste, was es nicht gibt, gäb's das zumindest in meinen Gedanken. Wie real auch immer das dieses etwas letztlich machen würde.

Denken verflucht. Weil ich nicht damit aufhören kann. Es müsste cool sein, das kurz auszublenden zu können und nur Farben zu sehen - keine Objekte - ohne zu Wissen, dass es Farben sind. Irgendwie surrealer, chaotischer und vielleicht auch freier. Nur, dass dann eben auch die Möglichkeit fehlen würde, die Surrealität, das Chaos und die Freiheit zu genießen.

Sorry.