Donnerstag, 24. April 2014

How Dare I

Ein weiteres Textfragment für meine plusminus sechsundvierzig Lieblingspersonen da draußen. Hey! Hab ja auch schon wieder lange genug nichts mehr von mir lesen lassen. Aber manchmal hab ich eben wirklich das Gefühl nurnoch darauf zu warten, dass mir irgendwann die Ideen ausgehn. Zumindest die minimal lesenswerten. Und wenn das jemals passiert zieh ich hier dann auch definitiv n Schlussstrich und verabschiede mich so melodramatisch wie's nur irgendwie geht.

Einerseits, weil ich nunmal voll der Fan von Übertreibungen bin und gleichzeitig auch, weil Dinge, insbesondere die coolen Geschichten, eben rechtzeitig zu Ende geführt werden müssen, bevor man nurnoch anfängt sinnlose Fortsetzungen und Direct-to-DVD-Veröffentlichungen zu bringen, die ja sowieso keiner sehen will.

Voll egal aber, weil einem die Welt sowieso genug überraschende und hochdramatische Wendungen liefert, die man danach über das Internet wieder mit ihr teilen kann. Zum Beispiel, dass ich in nächster Zeit tatsächlich auf n realen Geburtstag, so völlig außerhalb des Internets, eingeladen sein würde. Von einer echten Person. Die ich nicht erfunden hab. Im Wachzustand.

Aber mein Gehirn ist natürlich bestens auf sowas vorbereitet und hatte auf Anhieb mindestens drei mehr oder weniger realistisch anmutende Ausreden parat, warum ich, an welchem Tag auch immer, durch einen ganz dummen Zufall leider absolut keine Zeit für überhaupt irgendwas haben können würde und wie unglaublich unverschiebbar das doch bedauerlicherweise sei. Die für meine Verhältnisse durchaus glaubwürdige Imitation eines enttäuscht wirkenden Gesichtsausdrucks und der zugehörigen Stimmfarbe inklusive. Selbstkonditionierung irgendwie.

Das einzige was noch stressiger ist als Geburtstage, sind eigene Geburtstage. Auch wenn mir da wenigstens ein paar der Anwesenden irgendwie bekannt sein sollten; Fluchtpläne gestalten sich in der Regel noch deutlich schwieriger. Schon weil man der permanenten Gesamtheitsaufmerksamkeit ausgesetzt ist. Von einem antisozial-introvertierten Standpunkt aus betrachtet die Schlimmste unter den für Existenz verhängten Bestrafungen.

Und dann hab ich ja gesagt. Und mein Unterbewusstsein ist damit immer noch nicht ganz einverstanden. Das krieg ich jetzt auch regelmäßig reingedrückt. Aber was mein Leben von den guten Storys unterschieden hat, ist eben der fehlende Konflikt. Und den erzwing ich jetzt.

Donnerstag, 3. April 2014

Introduction to Finality

Vor fast einem Jahr, genauer am 30. April 2013, haben die schülerVZ abgesägt. Tragische Sache, nicht für zu viele, aber wenigstens für mich, weil die da auf einen Schlag mal eben ner größeren Menge von Erinnerungen das Licht ausgeknipst haben. Das war nicht nur erstes, sondern sogar fast einziges Social Network und mit eine der ersten regelmäßigen Anlaufstellen im Internet neben Google und meinem E-Mail-Postfach, die mein Vergangenheits-Ich so aufweisen konnte.

Wen's zu der Zeit außerdem noch erwischt hat war der MSN-Messenger. Und ich war nach wie vor eigentlich noch von MSN abhängig; schließlich hab ich ja kein schülerVZ mehr benutzt. War sowieso tot. Und eigentlich hab ich's ja auch nur deswegen nicht mehr benutzt. Weil es sowieso tot war. Stattdessen häng ich jetzt am Einzelfensterlosen Skype, um den richtigen Personen die falschen Dinge zu schreiben. Oder andersrum. Aber alles nicht so wild.

Jetzt, fast n Jahr später, nehmen die mir Windows XP. Und ja, das benutz ich noch. Zumindest in diesem Moment. Ich hab auch nicht wirklich das Geld um mir n Umstieg zu erlauben. Aber in fünf Tagen sind wir durch und so'n Studium ist ohne PC garnicht machbar. Aber ich hab ja noch ne Weile um mir was zu überlegen.

In den letzten Tagen sind mir n Haufen komische Dinge passiert. Bin irgendwie so irgendwo zwischen Best- und Worst-Case-Szenario, weil ich immer entweder unglaublich viel Glück oder Pech hab und das fast abwechselnd. Tatsächlich mag ich die beiden Extremen, weil sie mir die Möglichkeit für periodische Happyness und Galgenhumor bieten. Aber keine Ahnung was hier grade so wirklich läuft. Auf jeden Fall deutlich besser als das ewig Mittelmäßige.
Die einzigen beiden Konstanten sind die Veränderung und Ich. Nicht, dass ich ihr nicht unterworfen wäre, aber ich werd mich selbst halt schwer los, was ziemlich okay ist.

Auf jeden Fall steht "Ich" jetzt am Anfang von nem neuen Semester, braucht n Berg neues Zeug, hat kaum nen Cent in der Tasche und wirkt dafür erstaunlich optimistisch. Nein echt, kein Plan.
Ich glaub ja irgendwas verändert sich. Wie so ein übergeordnetes kosmisches Ding. Und alles ist so endgültig. Weil völlig unabhängig von diesem ganzen technischen Kram wohl wirklich grade Dinge aus meinem Leben verschwinden.

Aber je mehr ich verliere um so freier fühl ich mich.