Freitag, 21. Februar 2014

Die Freiheit sich nicht zu entscheiden...

...und die Entscheidung frei zu sein.

Meine Damen, meine Herren, werte Totgeweihte,

Es ist mir ein Anliegen, diesen Gedanken publik zu machen und ich erbitte die Ihrige Nachsicht. Appellierend an die Vernunft, erhoffe ich, dass die meinen Überlegungen Gehör zu finden vermögen und nicht die schiere Ablehnung, werde ich es doch wagen ein Gut zu entthronen was vielen der Ihren als nicht weniger denn heilig gilt. [...]

Wenn mir irgendwas in den letzten Monaten bewusst geworden ist, dann wahrscheinlich mein Problem oder zumindest mein komisches Verhältnis zur Freiheit.
Und Freiheit ist eh so'n Begriff für sich, weil sie nie so grenzenlos ist wie sie tut. Sie ist sowas wie meine Lieblingslüge und ich muss mir auch nur vorlügen, dass sie da wäre um mit ihr zufrieden zu sein.

Eigentlich könnte man mich jederzeit in nem kleinen Raum einsperren, mit PC, Internetzugang, Hygienemöglichkeiten und genug Nahrung - ich hätte absolut kein Problem damit. Sag mir einfach, die Tür ist nur angelehnt, dann bleib ich da drin und leb mein Leben wie gewohnt weiter.
Wenn die mir aber verraten, dass die Tür abgesperrt ist, werd ich sofort so ziemlich alles machen um da raus zu kommen, egal wie hässlich es draußen aussieht. Einfach nur weil's nicht geht, und damit herzlich willkommen in meinem Kopf.

Ich mag es die Freiheit zu haben Entscheidungen zu treffen. Aber ich hasse das Treffen der Entscheidung an sich. Also such ich immer wieder nach Situationen mit möglichst vielen Möglichkeiten und mach dann ganz einfach nichts mehr.

Sobald man durch die eine Tür geht, schließt sich die andere, warum also nicht vor 2 offenen Türen stehen bleiben und erstmal überlegen?

Naja hauptsächlich, weil aus "erstmal überlegen" immer ewig überlegen wird. Weil ich mich garnicht entscheiden will, damit ich am Ende nicht schlechter darstehen kann als vorher. Trotzdem will ich die Möglichkeit, damit ich Dinge ändern könnte, wenn ich plötzlich wollte - man weiß ja nie. 

Verpflichtungen, die oft Folgen von Entscheidungen sind, führen am Ende immer dazu, dass die theoretische Gefahr besteht einer Verpflichtung nicht nachzukommen oder das zumindest nicht gut genug zu tun.

Aber eigentlich soll's hier jetzt garnicht nur um Entscheidungen gehen. Ich hab' einfach Angst vor Unfreiheit.

Ich hätte Anfang des Monats keinen Post darüber geschrieben, dass es mich stresst, dass die Welt nicht unendlich ist, wenn ich kein Problem damit hätte keine unendlichen Möglichkeiten zu haben.
Ich weiß nichtmal genau, warum ich unbedingt Unendlichkeit will, irgendwie kann doch sowieso keiner damit umgehn. Ich meine selbst wenn ich an jeden Ort eines unendlichen Universums könnte, mein Leben wäre nichtmal lang genug um überall mal gewesen zu sein. Außerdem ist die Erde doch eigentlich groß genug für mich. Oder? Wenn ich hier alles sehen wollte, wär ich wahrscheinlich auch weit über meine 7X Jahre raus.

Trotzdem, Beschränkungen stören mich. Das Gefühl nicht frei zu sein und dass man garnicht maximal frei sein kann. Raum- und Zeittechnisch, in allen möglichen Entscheidungen, was auch immer. Und ich würde so viele Dinge die ich machen muss, auch machen wenn ich sie nicht machen müsste. Nur einfach, dass ich sie machen muss, stört mich an ihnen.
Und dass mich das stört, stört mich viel weniger, als dass ich nicht weiß warum es das tut.

[...]
Hochachtungsvoll und ergebenst,


    


1 Kommentar:

  1. Ich finde es auf jeden Fall gut dass du friedlich mit deiner ersten Freundin auseinander gegangen bist. Ist ja immer besser als sich am Ende zu hassen. Ich weiß nur nicht ob ich es könnte mit einem meiner Ex-Freunde eine Freundschaft zu haben. Ich denke ich bin eher so dass ich gerne einen kompletten Schlussstrich haben möchte und fertig. Es ist aber auch so dass mir mein erster Freund ja egal ist und dass mein Ex (den ich danach hatte) mich noch liebt und deswegen keinen Kontakt will. Also vielleicht könnte ich es doch, unter anderen Umständen, schaffen mit einem Ex-Partner eine Freundschaft zu haben.
    Kann dir nur zustimmen, die Person die dir am wichtigsten ist kann dich auch am meisten verletzen. Und es ist irgendwie traurig dass die Person die du mal geliebt hast, sowas wie dein Feind wird. Oft denke ich mir auch dass es besser ist Freundschaften zu haben als Beziehungen... Freundschaften halten länger und die Gefahr dass du die Person irgendwann hasst ist weitaus geringer.

    Auch da kann ich dir nur zustimmen! Es wird immer so dargestellt dass man als Single unglücklich sein "muss" und dass man nur in einer Partnerschaft glücklich und irgendwie vollständig ist. Genau das denken dann auch viele und sind unglücklich, vor allem wenn Valentinstag ist. Also ich persönlich bin gerne Single und möchte es auch bleiben, da ich in einer Beziehung unglücklicher bin als jetzt :D

    Das mit dem Raum und der abgesperrten Tür ist wirklich sehr interessant. Würde mir auch so gehen, wenn die Tür einen spalt weit offen ist wäre alles ok aber wenn sie abgesperrt wäre, würde ich mich extrem unwohl fühlen und raus wollen. Ich denke dass ist so eine Kopfsache, man bekommt Panik wenn man anscheinend irgendwie fest sitzt. Nur fühle ich mich in meinem kompletten Leben nicht wirklich frei. Wenn ich könnte würde ich hier sofort weg ziehen und meinem Traumberuf nachgehen aber es geht nun mal nicht... nur ist das wieder eine andere Sache :D Trotzdem interessanter Post!

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