Sonntag, 23. Februar 2014

Review : "Stoker"

Ich hab selten nach dem Ansehen von irgednem Film so'n Drang gehabt direkt über den zu schreiben. Vielleicht sollte ich den erstmal sacken lassen oder so, vielleicht aber auch nicht. Und auch wenn ich mir nichtmal so sicher bin, was genau ich eigentlich sagen will: hier jetzt, wer hätte es nach der Überschrift gedacht, ne Review zu "Stoker".

Story:

Hier sind wir schon beim ersten Problem. Ich will garnicht zu viel über die Story sagen, schon weil ich mir nicht sicher bin, ob ich alles auf Anhieb richtig verstanden und interpretiert hab, das ja aber sowieso jedem selbst überlassen will. Gleichzeitig: Ich kann den Film ja jetzt auch nicht nicht beschreiben. Also nur sehr kurze Einführung:
Richard Stoker ist tot. Der bei einem Autounfall verstorbene Familienvater hinterlässt seine Frau Evelyn (Nicole Kidman) und die 18-jährige Tochter India (Mia Wasikowska), deren Verhältnis zueinander nicht das Beste zu sein scheint. Das Mädchen ist still, wirkt oft abweisend und ist auch in der Schule eine Einzelgängerin. Plötzlich und wie aus dem nichts steht der verschollene Bruder des Verstorben, Charlie (Matthew Goode) auf dem Plan. India, welche bis dahin nicht einmal wusste, dass sie einen Onkel hat, ist zunächst misstrauisch, aber die Mutter erlaubt dem fremden Verwandten im gemeinsamen Haus der Familie unterzukommen. Der Rest sind Psychospielchen.

Zum Film:

So nichtssagend wie die Story klingt wird auch der Film auf den ein oder anderen wirken. Tatsächlich steht hier am Ende viel mehr das im Vordergrund, was der Zuschauer sieht und was das Optische, wie auch Filmische Betrifft ist Stoker einfach unglaublich stark.

Zunächst aber das hier: Stoker ist der erste Hollywoodfilm des koreanischen Regisseurs Park Chan-wook und wenn man schonmal den ein oder anderen Film von ihm gesehen haben sollte, merkt man das wahrscheinlich auch. Er hat einfach diesen ganz speziellen, nicht immer einfachen Stil, der auf eine Art Geheimnis hinausläuft, was dann irgendwann, zumindest teilweise, etwas Licht in die Sache bringt. Ansonsten lässt sich an der ein oder anderen Stelle viel interpretieren und vor allem India, die so etwas wie die Protagonistin des Films ist, gibt doch immer wieder Rätsel auf.

India ist nämlich keine klassische Protagonistin mit der sich der Zuschauer identifizieren könnte. Stattdessen wird sie gerade deßhalb interessant, weil sie so unglaublich still und schwer zu lesen ist. Es gibt also keine Identifikationsfigur als solche, was ich persönlich irgendwie mag, weil man so eher durch die Geschichte "geführt" wird und sich ein bischen wie ein Beobachter vorkommt, wodurch gerade Meinungen und Spekulationen mehr Raum haben. Außerdem kann man sich selbst entscheiden, ob man mit India sympathisieren will oder nicht. Vielleicht, muss man anmerken, ist meine Sympathie dem Film gegenüber, aber dann auch stark davon beeinflusst worden, dass ich sie auf eine komische Art sehr mochte. Gespielt wird sie, mehr als nur ziemlich gut (und wie oben schon erwähnt) von Mia Wasikowska.
Ich bin nicht der Typ Mensch der sowas wie Celebrity Crushes hat, aber wenn ich eine Schauspielerin wählen müsste, dann wahrscheinlich sie. Zumindest kenn ich keine Schauspielerin die diese "realitätsfremde Träumerin"- bzw. "Mädchen, dass in ihrer eigenen Welt lebt"-Sache besser rüberbringt. Und das ist schon sowas, was ich immer ziemlich cool finde.
Auch ansonsten hab ich am Cast absolut nichts auszusetzen. Vor allem Nicole Kidman, ich weiß sie ja leider erst seit dem Film "Dogville" richtig zu schätzen, passt immer gut in dieses Genre und Matthew Goode wandelt auf diesem schönen Grad, wo eine Person so sauber wirkt, dass man einfach misstrauisch werden muss.

Aber nochmal zurück zum mit Abstand Besten was der Film einem gibt: Die Optik. Die Schnitte und Einstellung sind einfach abartig gut gewählt und man hat wirklich das Gefühl, dass hier Detailarbeit geleistet wurde. Hinter wirklich jeder Einstellung scheint irgendein Gedanke zu stecken und wenn man da überall was interpretieren will, wird man den Film wohl einige Male sehen müssen. Die manchmal sehr schnellen Übergänge zwischen einzelnen sehr kurzen Szenen und die schnellen, aber niemals verwirrend oder abrubt wirkenden Perspektivenwechsel innerhalb der Längeren verleihen dem Film so eine gewisse Dynamik, die, zumindest mir, extrem sympathisch war, schon weil ich nicht unbedingt ein Fan langatmiger Sequenzen bin. Zusätzlich gibt es eben diverse Motive und Metaphern, von denen ich wahrscheinlich grade mal die Hälfte gefunden habe. Und dann natürlich noch wiederholende Rückblenden, die für mich dann doch irgendwie zur typischen Handschrift des Regisseurs beigetragen haben.

Um es kurz zu machen: Der Film hat mich, einfach in seinem Film-Sein, gefesselt. Und auch wenn ich normalerweise jemand bin, der auch bei den besten Filmen gerne mal kurz in irgendwelche Gedanken abweicht, war ich hier einfach mal sehr viel aufmerksamer, einfach weil mir so gefallen hat, was mir gezeigt wurde.

Trotzdem: Der Film ist bestimmt nichts für jeden und das will ich hier auch irgendwie berücksichtigen. Wer auf Psycho steht und diesmal wirklich nur Psycho, keine dummen Erschreckmomente, kein Gemetzel oder ähnliches, dem müsste der Film eigentlich gefallen. Außerdem jedem der irgendwie Filme liebt, einfach dafür was sie sind und was man mit ihnen machen kann.
Vielleicht hilft es den Trailer auf Youtube anzusehen um zu sehen ob es was für euch sein könnte oder auch nicht, andererseits muss man sagen, dass der Trailer mir ein bischen zu viel spoilert, wer also direkt Bock auf den Film hat verzichtet vielleicht lieber. Auf jeden Fall fand ich den Film wirklich stark und weiß jetzt schon, dass ich ihn mir noch das ein oder andere mal ansehen muss, entsprechend die DVD kaufen werde.

Wertung:

Stoker bekommt von mir 8,0 von 10 möglichen Punkten. Empfehlung also, wenn auch nur für die, die mit Filmen in der Art was anfangen können. Die IMDB-Wertung beträgt auch nur 6,9 von 10 [Stand: 23.02.2014 / 56.696 Votes].
Ist also wahrscheinlich eine Geschmacksfrage. Schlecht ist der Film aber auf keinen Fall.







Freitag, 21. Februar 2014

Die Freiheit sich nicht zu entscheiden...

...und die Entscheidung frei zu sein.

Meine Damen, meine Herren, werte Totgeweihte,

Es ist mir ein Anliegen, diesen Gedanken publik zu machen und ich erbitte die Ihrige Nachsicht. Appellierend an die Vernunft, erhoffe ich, dass die meinen Überlegungen Gehör zu finden vermögen und nicht die schiere Ablehnung, werde ich es doch wagen ein Gut zu entthronen was vielen der Ihren als nicht weniger denn heilig gilt. [...]

Wenn mir irgendwas in den letzten Monaten bewusst geworden ist, dann wahrscheinlich mein Problem oder zumindest mein komisches Verhältnis zur Freiheit.
Und Freiheit ist eh so'n Begriff für sich, weil sie nie so grenzenlos ist wie sie tut. Sie ist sowas wie meine Lieblingslüge und ich muss mir auch nur vorlügen, dass sie da wäre um mit ihr zufrieden zu sein.

Eigentlich könnte man mich jederzeit in nem kleinen Raum einsperren, mit PC, Internetzugang, Hygienemöglichkeiten und genug Nahrung - ich hätte absolut kein Problem damit. Sag mir einfach, die Tür ist nur angelehnt, dann bleib ich da drin und leb mein Leben wie gewohnt weiter.
Wenn die mir aber verraten, dass die Tür abgesperrt ist, werd ich sofort so ziemlich alles machen um da raus zu kommen, egal wie hässlich es draußen aussieht. Einfach nur weil's nicht geht, und damit herzlich willkommen in meinem Kopf.

Ich mag es die Freiheit zu haben Entscheidungen zu treffen. Aber ich hasse das Treffen der Entscheidung an sich. Also such ich immer wieder nach Situationen mit möglichst vielen Möglichkeiten und mach dann ganz einfach nichts mehr.

Sobald man durch die eine Tür geht, schließt sich die andere, warum also nicht vor 2 offenen Türen stehen bleiben und erstmal überlegen?

Naja hauptsächlich, weil aus "erstmal überlegen" immer ewig überlegen wird. Weil ich mich garnicht entscheiden will, damit ich am Ende nicht schlechter darstehen kann als vorher. Trotzdem will ich die Möglichkeit, damit ich Dinge ändern könnte, wenn ich plötzlich wollte - man weiß ja nie. 

Verpflichtungen, die oft Folgen von Entscheidungen sind, führen am Ende immer dazu, dass die theoretische Gefahr besteht einer Verpflichtung nicht nachzukommen oder das zumindest nicht gut genug zu tun.

Aber eigentlich soll's hier jetzt garnicht nur um Entscheidungen gehen. Ich hab' einfach Angst vor Unfreiheit.

Ich hätte Anfang des Monats keinen Post darüber geschrieben, dass es mich stresst, dass die Welt nicht unendlich ist, wenn ich kein Problem damit hätte keine unendlichen Möglichkeiten zu haben.
Ich weiß nichtmal genau, warum ich unbedingt Unendlichkeit will, irgendwie kann doch sowieso keiner damit umgehn. Ich meine selbst wenn ich an jeden Ort eines unendlichen Universums könnte, mein Leben wäre nichtmal lang genug um überall mal gewesen zu sein. Außerdem ist die Erde doch eigentlich groß genug für mich. Oder? Wenn ich hier alles sehen wollte, wär ich wahrscheinlich auch weit über meine 7X Jahre raus.

Trotzdem, Beschränkungen stören mich. Das Gefühl nicht frei zu sein und dass man garnicht maximal frei sein kann. Raum- und Zeittechnisch, in allen möglichen Entscheidungen, was auch immer. Und ich würde so viele Dinge die ich machen muss, auch machen wenn ich sie nicht machen müsste. Nur einfach, dass ich sie machen muss, stört mich an ihnen.
Und dass mich das stört, stört mich viel weniger, als dass ich nicht weiß warum es das tut.

[...]
Hochachtungsvoll und ergebenst,


    


Freitag, 14. Februar 2014

In defense of despair

Alternative Titel für diesen Blogpost könnten lauten:
"Nehmt euch ein Zimmer" oder "Wir sind ja alle wieder so wahnsinnig erwachsen"

Und es wird unglaublich mainstream werden, so ungern ich dieses Wort auch verwende. Also wer heute bzw. morgen bzw. falls du das hier morgen liest eben doch heute, vom üblichen Blabla verschont bleiben will, dem kann ich das in diesem Post nicht unbedingt garantieren, auch wenn ich die Standartpunkte eigentlich nur sehr grob abhandeln will, denn ich bin sicher die haben wir alle schonmal gehört.

Also ganz kurz: Ich bin kein Fan vom Valentinstag, und ja, schuldig, das ist ein Valentintagspost. Um genau zu sein ein Anti-Valentinstagspost und um noch genauer zu sein ein Anti-Anti-Anti-Valentinstagspost.

Aber arbeiten wir uns kurz durch die Standarts, bevor der inhaltlich wichtige Teil kommt:
Kommerzialisierung von Zuneigung blablabla, die Tatsache, dass man seine Liebe auch an jedem normalen Tag zum Ausdruck bringen kann (und sollte) und natürlich der gute alte Kitsch und Medienterror.
Wie gesagt, keine großartig neue Sichtweise der Dinge.

Die Leute, denen die Welt jetzt also mal wieder unter die Nase reibt, was sie verpassen, einfach weil sie alleine sind, sind in dieser Zeit des Jahres nunmal besonders angepisst. Und ja, sowas resultiert auch oft ganz einfach aus Neid. Und ich weiß, Neid ist eine unglaublich geächtete Emotion, aber sie ist nunmal da und gerade bei sowas ist sie ja doch irgendwie menschlich.

Was die Situation der vermeintlich Einsamen nicht unbedingt verbessert, ist die allgemeine Vorstellung, dass das vergeben sein gut und das single (oder alleine) sein schlecht ist. Ist es nicht. Ist es einfach nicht. Zumindest nicht generell. Kommt immer darauf an was man draus macht.
Aber diese Vorstellung haben nunmal auch viele der Leute angenommen, die morgen, oder auch heute schon, ihren Frust oder ihre Ablehnung, vielleicht direkt, vielleicht indirekt, in Form von Valentins-Hate rauslassen werden.

Und wenn man betrachtet womit sie die letzten Wochen von allen Seiten, Fernsehen, Internet, Plakate, Mitmenschen, beschallt wurden und was sie sich, wer weiß wie lange schon, anhören müssen, dann find ich schon, dass n bisschen Hate am Valentinstag vollkommen okay geht. Auch wenn sie sich bewusst sein müssen, dass es ihre Situation nicht verbessert.

Das, was mich nämlich jedes Jahr am Valentinstag am meisten genervt hat, waren nie diejenigen, die n paar mal "Scheiß Valentinstag" in die Welt gerufen haben, sondern immer nur die, die denen das verbieten wollten. Die, die sich als so viel reifer profilieren mussten.

Ich spreche von der Anti-Anti-Valentinstagsfraktion, den ach so Erwachsenen, den Vernünftigen. Diejenigen die genervt sind, dass die Antis den Tag nutzen um ihrem Frust Luft zu machen. Diejenigen, die unter jedes "Valentinstag und ich bin single :(", ein "Heult nicht rum" posten müssen.
Weil es ja "so kindisch ist, sich über den V-Day aufzuregen, nur weil man gerade alleine ist" und "total albern und unreif", weil es ja "nichts bringen würde".

Aber eigentlich glaub ich, dass es was bringt. Nämlich Frustbewältigung, mehr oder weniger.

Und klar: Es ist irrational und vielleicht auch kindisch, aber, wenn sie nunmal wütend sind, dann ist es vor allem ehrlich. Und das ist wirklich nur meine Ansicht, die hier schwer rational zu begründen ist, aber ich find' Ehrlichkeit, auch wenn sie sich (in erträglichem Maße) destruktiv ausdrücken sollte, noch immer bei weitem besser als das emotionslose in-sich-hinein-fressen oder verbergen von Frust.

Wem tun die paar Kommentare und "Scheiß Valentinstag"-Posts denn weh?
Ich hab noch kein Paar erlebt, was sich von ein paar Statusmeldungen die Stimmung hat vermiesen lassen, während das Zusammenrotten und Lästern, den Einsamen doch irgendwie immer wieder zeigt, wie doch-nicht-alleine* sie sind. So richtig ernst meint's doch eh keiner.

Von daher: Raus mit den Anti-V-Day-Posts, wenn euch danach ist. Meinen Support habt ihr.

Und allen Anderen wünsch ich einen wunderschönen Valentinstag! U earned this.










*Neologismus. Verklag mich.

Samstag, 1. Februar 2014

Cogito exito

Ich weiß eigentlich garnicht so wirklich wie ich das jetzt eigentlich schreiben soll, aber meinst du es würde n Unterschied, so für dein Leben machen, wenn du erfahren würdest, dass du die einzige Person bist die existiert?

Also ich mein's jetzt nicht so Matrix-mäßig, dass du mit ganz vielen anderen Menschen in einer computergenerierten Scheinwelt lebst, die in Wirklichkeit nicht real ist, sondern, dass du mit ganz vielen computergenerierten Menschen in einer computergenerierten Scheinwelt lebst und außer dir überhaupt garnichts real ist.

Ich glaub den Gedanken hatte ich unterbewusst schon letztes Jahr, als ich jeden Tag stundenlang Animal Crossing New Leaf gezockt hab. Was heißt gezockt: Ich hab da drin halt wirklich gewohnt.

Animal Crossing ist dieses coole Spiel wo du als großköpfiger kleiner Mensch in einer Welt voll mit großköpfigen kleinen Tieren lebst, die alle deine Nachbarn sind und du gehst den ganzen Tag angeln und bringst für deine Ingame-friends Briefe von A nach B oder schüttelst Bienenester und Möbel von Bäumen und so.
Auf jeden Fall ist es total friedlich und harmonisch und du hast kein wirkliches Ziel und baust dir so irgendwie Traumhaus und Traumstadt auf und chillst dann da mit deinen Tier-BFs.

Und ich dachte, dass es ja cool sein könnte in sonem Spiel zu leben, weil du für immer ne total stressfreie Zeit hättest. Einziges Problem wäre irgendwie: Deine Stadt ist furchtbar klein und alles wiederholt sich. Und das kannst du eigentlich auf so ziemlich jedes Spiel übertragen.

KI-generierte Charaktere, selbst wenn sie darauf ausgelegt sind mich längere Zeit zu unterhalten, wiederholen sich irgendwann. Und eine computergenerierte Landschaft hat eine gewisse Fläche in der ich mich aufhalten kann, aber ich komm eben nicht über den Rand raus.

Und es ist irgendwie komisch, aber seit ich das weiß, merke ich irgendwie, dass die "Realität" doch voll nicht anders ist.
Die Erde ist doch eigentlich klein und die Anzahl an Menschen die du kennen lernen kannst ist auf 7 Milliarden oder so begrenzt, was erstmal viel erscheint, aber eben auch nur, weil das Leben so kurz oder die Wahrnehmung so eingeschränkt ist. Und ja, es kommen und gehen ständig welche, aber die Zahl an Menschen die man gleichzeitig kennen könnte, wenn man die Fähigkeit hätte alle kennenzulernen, ist eigentlich immer beschränkt.

Irgendwie bin ich halt am Ende doch auf diesem kleinen Planeten gefangen und wenn man denkt, dass das Universum unendlich ist, muss das n ziemlich winziger Teil der gesamten Existenz sein oder?

Vor allem: Was ist mit den Anderen? Ich meine: Sind die echt? Seid ihr das? Oder aus deiner Perspektive, falls du, der das hier liest, die einzige Person bist die real existiert: Bin ich echt?
Ich meine irgendwie weiß ich das, so aus meiner Sicht und unter der Annahme, dass wir nicht alle verschiedene Persönlichkeiten ein und derselben schizophrenen Existenz sind, aber was wenn doch?
Oder was, wenn es euch nicht gibt? Oder uns? Alle außer dir. Oder mir.

Ändert das was?
Wenn ich wüsste, dass alle außer mir keine denkenden und fühlenden Wesen wären, was eben nur schwer zu beweisen ist, weil ich nicht in ihren Kopf gucken kann, würde ich dann anders leben?

Ich würde am Ende ja auch nicht anders ihnen gegenüber sein können, weil sie Teile meiner Realität sind. Wenn ich anfange achtloser mit ihnen umzugehen, nur weil sie keine denkenden Wesen, sondern vielleicht ja auch nur Einbildungen sind, werde ich trotzdem, innerhalb der Ebene, die ich für die Realität halte, irgendwie dafür gestraft. Mit Ablehnung. Oder Knast. Irgendwie sowas.

Und wenn das Gefängnis in das ich gesteckt werde oder der Hass der mir entgegenschlägt nicht real wäre, käm ich ja, innerhalb dieser "Realität", trotzdem nicht mehr raus oder davon weg.
Und das müsste irgendwie heißen, dass es egal ist, ob es andere in der Form gibt, wie man weiß, dass es einen selbst gibt, solange man nicht auf ne höhere Bewusstseinsebene kommt, sofern so eine überhaupt existiert. Weil die Folgen real genug scheinen.

Aber trotzdem würde es für mich irgendwie n Unterschied machen, wenn ich wüsste, dass die anderen Menschen nur bedingt so wahr sind wie ich denke. Glaube ich zumindest.

Aber ich denk ja schon, dass wir alle echt sind. Und dass wir eigentlich ziemlich klein sind. Und es ist gut, dass wir so klein sind, weil wir sonst merken würden, wenn wir größer wären, wie klein und begrenzt die Fläche ist auf der wir uns aufhalten. Und dass sich vieles wiederholt.
Wie in einer kleinen quadratischen Stadt am Meer, die du nicht verlassen kannst. Und die du mit sprechenden Tieren teilst, die irgendwann anfangen werden immer wieder das gleiche zu sagen.

Cogito exito