Donnerstag, 7. März 2013

Materialisten

Bankkaufmann.

Ein wahrer Traumjob, so direkt an der Quelle. Geld regiert nunmal die Welt. Wir sprechen hier von geregelten Arbeitszeiten, einem überdurchschnittlich hohem sozialen Ansehen und einer Bezahlung die ein bisschen Luxus im Privatleben nicht ausschließt.
Dank Dresscode und Etikette, weiß man auch genau wie man auszusehen und sich zu verhalten hat. Im Grunde muss man also nur folgen und wird großzügig dafür entlohnt.

Auf der Arbeit bist du nicht mehr der nichtssagende Name auf deinem Personalausweiß, sondern nurnoch der freundliche, überaus niveauvolle Kundenberater von Schalter Zwei. Gedanken um deine Garderobe musst du dir ebenfalls nicht mehr machen. Anzug und Kostüm stehen nicht nur jedem, sondern sie kommen bei der Gesellschaft auch einfach am besten an.

Tritt einfach niemandem auf den metaphorisch- wie auch physischen Schlips und du hast die Chance auf ein perfektes normales Leben.

Cut!

So oder ähnlich würde dann wohl die Gegenposition zu meinem letzten Post eingeleitet werden.
Dass jemand eine solche schreiben sollte, wär an sich auch garnicht so unwahrscheinlich, wenn man überlegt, wie sich der gesellschaftliche Wandel vollzieht.

Ich habe weder Statistiken noch Zahlen, aber ich glaube die Idealisten sterben aus.  
Wir sterben aus Ladies und Gentlemen.
Die Medien haben's mir gezwitschert. Überall heißt es :"Die neue, konservative Jugend". Und es stimmt. Es geht wieder zurück zu den alten Werten, von denen bei Weitem nicht alle schlecht sind, auch wenn ich diesen Wandel gerne negativ sehe.

Wie sich die Jugend nunmal so von ihren Eltern abkapselt, haben wir hier heute das Gegenteil einer 68er-Generation. Das Gegenteil einer Generation freiheitsliebender Hippies und Studentenbewegungen. Proteste und Demonstrationen sind heute nurnoch "was für Assoziale und Punks".

Die Materialisten sind die Hinnehmer.
Die, die sagen, dass es immer genau so gut ist wie es gerade ist.
Und ich will das hier auch nicht verteufeln. Sie sind einfach der Gegenpol zu den Träumern. Sie werden in eine Welt geboren, die bereits ihre eigenen Gesetze hat, also werden diese akzeptiert und für gut befunden, schließlich sind es ja auch Gesetze. Das hat den Vorteil, dass man deutlich besser Leben kann. Im Endeffekt ist das Ziel also nur ein möglichst gutes Leben und in diesem Punkt sind sich Idealismus und Materialismus sogar einig. Der Unterschied besteht in den Mitteln zum Zweck.

Während der Idealist die Welt zum, seiner Meinung nach, Positiven verändern will, nutzt der Materialist die Welt so wie sie ist, um das für ihn beste an Lebensqualität rauszuholen und das, zumindest aus idealistischer, also eigentlich auch meiner Sicht, geschieht auf Kosten der eigenen Persönlichkeit.

Man hat nunmal die Wahl : anpassen, funktionieren und das große Geld oder die Selbstverwirklichung leben und finanziell wie sozial ein bisschen zurückstecken. Die wenigsten haben von beiden Seiten nur das Positive.

Der Nachteil am Materialismus ist meiner Meinung nach aber der Stillstand.
Wo niemand mehr etwas ändern will, wird das bestehende System auch bestehen bleiben. Das bedeutet, dass auch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht verändert werden können, weil einfach jeder alles akzeptiert wie es ist.
Ich meine wie kann es sein, dass Leute sich über offensichtliche Missstände im Klaren sind und trotzdem nicht mehr dazu sagen können als "Es ist eben so. Da kann man nichts machen.". Warum ist es heute wichtiger wohlhabend und angesehen zu sein, als für das zu einzustehen was man ist und was man verändern will ?

Ich sag euch warum : Weil es schwieriger ist anders zu sein, als gleich. Weil es schwieriger ist zu verändern, als hinzunehmen. Und vor allem, weil es schwieriger ist überhaupt noch eine Veränderung durchzusetzen, je weniger Rebellen es gibt.

Und die Rebellen sterben aus.
Zumindest scheint es so.
Trotzdem hoffe ich, ich würde irgendwann einer von ihnen.



Kommentare:

  1. Dankeschön! Der Pin-up-Stil wird bei mir aber wohl eine Ausnahme bleiben, irgendwie bin ich doch eher die "Dunkle" xD Die Platten sind noch von früher von meiner Mama und da ich mit Rod Stewart noch am ehesten was anfangen kann wollte ich die in der Hand halten :D Aber cool dass du gesehen hast das die von ihm ist!

    Leider kann ich ein Lied davon singen wie schwer es ist zu dem zu stehen wie und wer man ist. Es ist weitaus einfacher sich anzupassen und nicht aufzumucken. Deswegen machen das auch wohl so viele. Habe viel scheiße erlebt weil ich mich nicht anpassen wollte inklusive eine Chance auf eine Ausbildung verloren. Obwohl ich sowieso nicht glaube dass das was geworden wäre... auch wenn ich mich angepasst hätte. Naja egal... ich finde deinen Text mal wieder sehr gut! Und es steckt so verdammt viel Wahrheit darin.

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  2. Mit American Horror Story ist es jetzt für mich relativ einfach mir zu merken wann das kommt... einfach immer nach Germanys ext topmodel xD Sonst vergesse ich sowas auch sehr oft. Ich mag Mindfuck und Psychokram auch sehr! Man muss auch mal ins grübeln kommen und nicht wissen was als nächstes kommt. Nur Gemetzel ist irgendwann langweilig ^.^
    Für Fotos mag ich es aber auch total mich mal zu "verkleiden" <3 Sehr gern :3

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  3. wie Recht du hast... die Leute nehmen die Situation so hin, "was interessieren mich die anderen, die in Afrika verhungern, das ist halt so, was soll man machen?" Oder eher "was soll ICH schon ausrichten". Aber aus einem der es vorlebt werden viele, sowas können nur die meisten Leute nicht verstehen...

    "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist - es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt" ;)

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