Samstag, 23. März 2013

My Chemical Romance

"Being in this band for the past 12 years has been a true blessing. We've gotten to go places we never knew we would. We've been able to see and experience things we never imagined possible. We've shared the stage with people we admire, people we look up to, and best of all, our friends. And now, like all great things, it has come time for it to end. Thanks for all of your support, and for being part of the adventure.
My Chemical Romance" [Quelle : Offizielle Bandseite ]

Kurz und schmerzlos : Wie es aussieht, hat sich eine der wahrscheinlich besten noch aktiven Bands da draußen vor kaum einer Stunde offiziell getrennt.

Auch wenn es aus dem hier abkopierten Post von der offiziellen Bandseite nicht wörtlich hervorgeht, sprechen "The Guardian", die "Huffington Post", "Focus Online" und der Wikipedia-Artikel der Band eine ziemlich deutliche Sprache.

"My Chemical Romance war eine Rockband aus Newark, New Jersey, die von 2001 bis 2013 existierte. Ihr Stil kann dem Alternative Rock zugeordnet werden." [Quelle : Wikipedia]

Dieser Post ist also so etwas wie eine Grabrede für meine musikalische Kindheit. Klingt jetzt hoffentlich nicht zu theatralisch, denn irgendwo mein ich das Ganze schon ernst.

Ich muss die Band so gegen Herbst 2008 kennengelernt haben (ich war 15). Bin damals, weil ich meine Musiksammlung erweitern wollte. Auf der Suche nach guten Bands bin ich dann auf das Video von "Dead!" gestoßen und irgendwie mochte die Band auf Anhieb.
Ich stand auf diesen gewissen Bezug zum Horrorgenre und den hohen Wiedererkennungswert der Songs. Hatte mir dann 'ne kleine Playlist mit Songs wie "Hang Em High", "Vampires Will Never Hurt You" und "Kill All Your Friends" zusammengestellt, die ich während meines damaligen Praktikums immer gehört hab.
Erstes Album was ich hatte war dann natürlich The Black Parade.

Das besondere an My Chemical Romance war eigentlich, dass ich sie nie aus meiner Musikauswahl gestrichen habe. Bands wie Green Day, die Ärzte, Blink 182, Good Charlotte usw. waren alle samt ziemlich cool und ich hab sie damals auch wirklich geliebt, aber früher oder später hab ich alle davon deutlich seltener gehört, weil sich der Musikgeschmack nun eben weiterentwickelt.
MCR ist so ziemlich die einzige Band von damals, welche ich bis heute regelmäßig höre und ich werde meine Gründe gehabt haben so lange dabei zu bleiben. Irgendwie waren sie deswegen auch meine letzte musikalische Verbindung zu dem kleinen Möchtegern-Rebellen mit dem schlecht sitzenden Wannabe-Iro von damals.

Hoffe nach wie vor, dass es sich bei der ganzen Sache nur um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt. Aber die Chancen scheinen relativ gering.

So oder so, wünsch ich den Jungs natürlich trotzdem alles gute für die Zukunft. Ich schulde ihnen was, also danke dafür.

Three cheers for MY Chemical Romance







Mittwoch, 20. März 2013

Re: Das männliche Geschlecht und ich

Der folgende Blogpost ist eigentlich ein zu lang geratenes Kommentar zu diesen Post, von diesem Blog. Aber ich glaube die meisten hier folgen ja sowieso schon, also hättet ihr's sicher auch ohne den Hinweis gemerkt.  Geht nur sicher, dass ihr's vorher gelesen habt, dann macht das hier glaub ich irgendwie mehr Sinn.
Thing is : Ich konnte mich da echt ziemlich mit identifizieren.

Ich hatte schonmal vor einen ähnlichen Post zu schreiben, aber das endete nur wieder als halbangefangener Entwurf in einer endlosen Liste halbangefangener Entwürfe.
Ich geb's zu : Ich hab mich vielleicht auch einfach nicht getraut, weil die Menschen da draußen einen so schnell für komisch halten wenn man sowas sagt. Zumindest glaub ich das.

Mein Verhältnis zum männlichen Geschlecht war nämlich schon immer etwas gestört. Nicht, dass ich die gleichen Erfahrungen vorzuweisen hätte, aber irgendwie ist da bei mir auch ne ziemliche Distanz.
Das für mich selbst und wahrscheinlich ja auch für den ein oder anderen sonst Komische an der Sache ist, dass ich hier von meinem eigenen Geschlecht reden muss und mit mir selbst komm ich ja eigentlich einigermaßen zurecht.

Gibt ja ne Menge Leute die behaupten, dass Jungs und Mädchen keine Freunde sein könnten und ich bin auch grundsätzlich der Erste der da widerspricht.
Hätten solche Leute Recht würde die Hand voll Freunde, die ich überhaupt vorzuweisen habe, sich nämlich schlagartig auf Null reduzieren, denn von denen hat und hatte nie jemand einen Penis.

Und das ist der Punkt bei dem ich immer glaube, dass die Menschheit ihn falsch versteht, weil falschverstehen einfach eine der Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit zu sein scheint.
Geh mal raus auf die Straße und frag die Leute, wie wohl ein Junge sein müsste, der nur weibliche, aber keine männlichen Freunde hat. Du wirst von "Tucke" bis "Player" allen möglichen Scheiß zu hören bekommen.

Im Grunde ist es aber so, dass ich eigentlich ein, naja, relativ normaler Junge bin. Okay da gibt's das ein oder andere Klischee, was ich entweder einfach nicht erfülle oder auch nicht erfüllen will, aber s ist glaub ich nicht so, dass ich durch irgendein total abartiges soziales Verhalten großartig auffallen würde.
Ich geb mir ja sogar Mühe es nicht zu tun.

Die Sache mit meinem Verhältnis zum eigenen Geschlecht lässt sich auch relativ einfach erklären :
Ich war eigentlich früher immer n Kind, was gesagt hat, was ihm gerade so durch den Kopf ging. Wenn ich traurig war hab ich halt mal kurz geflennt und dann war's auch okay und im Grunde hat das niemanden gestört. Naja zumindest bis zur Pubertät.

Dann begann nämlich diese Phase im Leben eines Jungen, in welcher die Geschlechtsgenossen jede noch so unbedeutende Äußerung auf die (homophobe) Goldwaage legen.
Sprich : Zeig nicht zu viele Emotionen, sprich nicht über deine Probleme und um Himmels Willen hör bloß nicht die falsche Musik oder steh auf Filme die nicht dem Action- oder Horrorgenre zugeordnet sind.
Achso und : schneid dir verdammt nochmal die Haare - alles über ein paar Centimetern ist ja schließlich "schwul".

"Schwul" -  ich hab dieses Wort gehasst. Nicht in seiner wirklichen Bedeutung aber in seiner Verwendung unter Gleichaltrigen. Während sich alle untereinander im Auge behielten um vermeindlich "Homosexuelle" *hust* bei jeder erdenklichen Gelegenheit zu diffarmieren, buhlte man fast schon wettkampfmäßig ums andere Geschlecht.
War jetzt nicht so, dass ich damals noch kein Interesse an Mädchen gehabt hätte, aber dieses ganze prähistorische Sozialgeplänkel und Alphamännchengetue kam mir so sinnlos vor (klingt das so arrogant wie ich denke ? :/ ). Dazu kam, dass es immer nur darum ging der Stärkste und Beste zu sein und ich hab's ja schon mehrmals erwähnt, dass ich früher ziemlich untergewichtig war, ich hatte da also nicht wirklich große Chancen.

Ist dann durch Zufall passiert, dass ich zu der Zeit meine (heutige) beste Freundin kennen gelernt hab und für mich lernen durfte : Mit Mädchen kannst du dich tatsächlich normal unterhalten.
Ich konnte ihr meine Probleme erzählen genauso wie ich alles mögliche cool finden konnte, was ich eben cool fand, ohne Angst zu haben meine Männlichkeit in Frage stellen zu lassen. Man kann mit Mädchen sogar über Mädchen reden und das coole ist : Sie haben Ahnung von solchen Sachen, weil sie ja Mädchen sind!
Schach und Matt.

Dann bekam ich über längere Zeit noch ziemlich Stress mit meinem Dad und die Sache war eigentlich für mich entschieden. Männliche Bezugspersonen hatte ich also keine mehr und ich hatte auch keinen Bock mich irgendwo wirklich anpassen zu müssen um irgendwem irgendwas zu beweisen und bei Mädchen musste ich das nicht.

Bis heute ist es so, dass ich mit Typen zwar ziemlich gut oberflächliche Unterhaltungen führen kann, aber wirklich viel über mich erzählen kann ich ihnen einfach nicht, genauso wie ich wahnsinnig ungerne mit ihnen allein oder zu lange zusammen bin. Ich fühl' mich da auf Dauer eher unter Druck gesetzt nichts "Falsches" zu machen.
Ich weiß, dass es auch Mädchen gibt die vorwiegend männliche Freunde haben und im Gegensatz zu mir, die eben unkomplizierter finden, aber das ist für mich kein Widerspruch.

Wenn auch nur ein einziges Mädchen dabei ist ticken viele Jungs gleich ganz anders, (viele andere vielleicht auch nicht, ich kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen), aber auf Machogehabe wie es, gemäß meiner Erfahrung, in reinen Jungsgruppen oft der Fall war, kam und komme ich einfach absolut nicht klar.

Ich bin jetzt aber auch nicht so'n Typ der immer nur politische Korrektheit fordert. Sexistische Witze (gegen beide Geschlechter) sind okay. Wenn sie gut sind. Aber das ist'n anderes Thema.

Okay um dem Post jetzt sowas wie ne Moral für's Ende zu geben :

1. Jungs und Mädchen KÖNNEN nur Freunde sein.
2. Scheiß auf dein Geschlecht, mach worauf du Bock hast.
3. Vollkommene soziale Gleichstellung beider Geschlechter und Abschaffung von Rollenklischees!

Ein weiteres mal danke ich für eure Aufmerksamkeit und Pumkin Purr für die Inspiration.







P.S. : Ich hoffe echt das kam nicht zu arrogant. Ich halte mich nicht für besser als Andere oder so, nicht falsch verstehen. Ich bin nur in manchen Dingen vielleicht n bisschen anders und da bin ich ja auch bestimmt nicht der Einzige. Wie das zu bewerten ist überlass ich der Welt, ich will nur nicht, dass irgendwas falsch verstanden wird, das Problem liegt bei mir und nicht bei den Kerlen, ich kenne einige die auch echt cool drauf sind ! [:

Sonntag, 17. März 2013

Glied.

Okay, es ist irgendwas zwischen Samstag und Donnerstag und ich sollte lernen. Ich glaub ich hab eben die größte Kaugummiblase aller Zeiten gemacht und niemand hat's gesehen, aber als sie geplatzt ist, hatte ich alles so komplett um den Mund und sogar bis über Nase und Kinn, I swear!
Ich hab diese Wrigley's Extra Professionals aus der Werbung. Soll hier aber keine Werbung sein, sondern nur der Hinweis, dass die sich für Kaugummiblasen echt zu lohnen scheinen. Glücklicherweise hab ich die vor n paar Wochen geschenkt bekommen. Von mir aus hätte ich mir die wahrscheinlich nie gekauft.
Wenn man so drüber nachdenkt ist es aber ne komische Sache wenn dir jemand Zahnpflegekaugummies schenkt. Das kommt immer wie so ne Anspielung, aber ich hoffe mal nicht. Weiß zumindest noch, dass ein Bekannter von damals mal Anti-Schuppen-Shampoo zum Geburtstag bekommen hat. Das ist dann wohl noch ne Stufe drüber.

Steht hier eigentlich jemand auf Stockbrot ? Ich find das Zeug ja wahnsinnig fabulös. Erinnert mich immer an die Grundschule, als ich ein paar mal gezeltet hab. Wenn ich irgendwann wieder Zelten gehe oder sonst wie mit Lagerfeuer in Kontakt komme, wird es definitiv Stockbrot geben.
Hab gestern wieder ne Streichholzschachtel geleert, weil ich so gerne rumzündel. Als Kind hätte ich das nie gemacht, weil mir wirklich verdammt viel Respekt vor Messern, Steckdosen und Feuer eingetrichtert wurde, aber ich glaube ich werd hier langsam zum Jugendlichen. Hab dann n paar Papiere verbrannt und am Ende haben sich alle aufgeregt, dass es im Haus so danach gerochen hat. Hat aber Spaß gemacht.
Heute morgen war dann erstmal Zeit für le Panik, weil ich n komischen roten Punkt auf der Hand hatte und dachte es wär eins dieser wachsenden Muttermale von denen man Krebs bekommt, wahrscheinlich hab ich mich da aber bloß gestern verbrannt ohne es zu merken. Stupid me!
Oh und was auch übelst cool ist, sind Salt&Vinegar-Chips. Früher konnte man mich mit den Dingern jagen, aber mittlerweile mag ich die echt gerne.

Warum trägt jetzt eigentlich jeder und sein Bruder seinen Hemdkragen bis oben hin geschlossen, obwohl weder Krawatte noch Fliege ? Bei Blusen seh ich's ja noch irgendwie, aber bei Typen find ich das ziemlich befremdlich. Aber bitte, jeder wie er will.
Heute ist übrigens (noch) St. Patricks Day und ich wette im Irish Pub geht grade mega was los. Witzigerweise hatte ich sogar wirklich was (Dunkel-)Grünes an und das, obwohl ich fast nurnoch schwarzen und grauen Kram hab.
Crazy!






Zu viel Niveau auf diesem Blog neuerdings. Verzeiht.

Hahaha ich hab Glied gesagt.

Donnerstag, 7. März 2013

Materialisten

Bankkaufmann.

Ein wahrer Traumjob, so direkt an der Quelle. Geld regiert nunmal die Welt. Wir sprechen hier von geregelten Arbeitszeiten, einem überdurchschnittlich hohem sozialen Ansehen und einer Bezahlung die ein bisschen Luxus im Privatleben nicht ausschließt.
Dank Dresscode und Etikette, weiß man auch genau wie man auszusehen und sich zu verhalten hat. Im Grunde muss man also nur folgen und wird großzügig dafür entlohnt.

Auf der Arbeit bist du nicht mehr der nichtssagende Name auf deinem Personalausweiß, sondern nurnoch der freundliche, überaus niveauvolle Kundenberater von Schalter Zwei. Gedanken um deine Garderobe musst du dir ebenfalls nicht mehr machen. Anzug und Kostüm stehen nicht nur jedem, sondern sie kommen bei der Gesellschaft auch einfach am besten an.

Tritt einfach niemandem auf den metaphorisch- wie auch physischen Schlips und du hast die Chance auf ein perfektes normales Leben.

Cut!

So oder ähnlich würde dann wohl die Gegenposition zu meinem letzten Post eingeleitet werden.
Dass jemand eine solche schreiben sollte, wär an sich auch garnicht so unwahrscheinlich, wenn man überlegt, wie sich der gesellschaftliche Wandel vollzieht.

Ich habe weder Statistiken noch Zahlen, aber ich glaube die Idealisten sterben aus.  
Wir sterben aus Ladies und Gentlemen.
Die Medien haben's mir gezwitschert. Überall heißt es :"Die neue, konservative Jugend". Und es stimmt. Es geht wieder zurück zu den alten Werten, von denen bei Weitem nicht alle schlecht sind, auch wenn ich diesen Wandel gerne negativ sehe.

Wie sich die Jugend nunmal so von ihren Eltern abkapselt, haben wir hier heute das Gegenteil einer 68er-Generation. Das Gegenteil einer Generation freiheitsliebender Hippies und Studentenbewegungen. Proteste und Demonstrationen sind heute nurnoch "was für Assoziale und Punks".

Die Materialisten sind die Hinnehmer.
Die, die sagen, dass es immer genau so gut ist wie es gerade ist.
Und ich will das hier auch nicht verteufeln. Sie sind einfach der Gegenpol zu den Träumern. Sie werden in eine Welt geboren, die bereits ihre eigenen Gesetze hat, also werden diese akzeptiert und für gut befunden, schließlich sind es ja auch Gesetze. Das hat den Vorteil, dass man deutlich besser Leben kann. Im Endeffekt ist das Ziel also nur ein möglichst gutes Leben und in diesem Punkt sind sich Idealismus und Materialismus sogar einig. Der Unterschied besteht in den Mitteln zum Zweck.

Während der Idealist die Welt zum, seiner Meinung nach, Positiven verändern will, nutzt der Materialist die Welt so wie sie ist, um das für ihn beste an Lebensqualität rauszuholen und das, zumindest aus idealistischer, also eigentlich auch meiner Sicht, geschieht auf Kosten der eigenen Persönlichkeit.

Man hat nunmal die Wahl : anpassen, funktionieren und das große Geld oder die Selbstverwirklichung leben und finanziell wie sozial ein bisschen zurückstecken. Die wenigsten haben von beiden Seiten nur das Positive.

Der Nachteil am Materialismus ist meiner Meinung nach aber der Stillstand.
Wo niemand mehr etwas ändern will, wird das bestehende System auch bestehen bleiben. Das bedeutet, dass auch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht verändert werden können, weil einfach jeder alles akzeptiert wie es ist.
Ich meine wie kann es sein, dass Leute sich über offensichtliche Missstände im Klaren sind und trotzdem nicht mehr dazu sagen können als "Es ist eben so. Da kann man nichts machen.". Warum ist es heute wichtiger wohlhabend und angesehen zu sein, als für das zu einzustehen was man ist und was man verändern will ?

Ich sag euch warum : Weil es schwieriger ist anders zu sein, als gleich. Weil es schwieriger ist zu verändern, als hinzunehmen. Und vor allem, weil es schwieriger ist überhaupt noch eine Veränderung durchzusetzen, je weniger Rebellen es gibt.

Und die Rebellen sterben aus.
Zumindest scheint es so.
Trotzdem hoffe ich, ich würde irgendwann einer von ihnen.