Mittwoch, 6. Februar 2013

Review : "Flight"

Ob es eigentlich komisch ist alleine ins Kino zu gehen. Die Frage hab ich mir gestern mal wieder gestellt. Letztendlich war es aber eigentlich auch egal, denn außer mir saßen nicht mal 10 Leute im viel zu großen Vorführraum. Die Frage nach einer eventuell freien Platzwahl hatte sich damit dann auch erledigt.

Kam mir schon ein bisschen wie Sheldon vor, als ich mich da dann 3 mal umgesetzt hab um endlich den perfekten Platz zu finden. Der einzige Nachteil leerer Kinos ist, dass sowas auffällt und die Leute schnell mal anfangen zu starren.

Und wo wir grade bei leeren Kinos sind : Ich hatte irgendwie schon erwartet, dass der Film in Deutschland nicht unbedingt zum Kassenschlager wird. Zu wenig Action und Romantik für den Mainstream-Kinogänger und zu viel Hollywood für die ganzen Intelektuellen.
Ladies und Gentleman, wir sprechen heute über "Flight".

Story :

Okay, stellen wir uns also diesen 0-8-15-Flug vor : Ein paar Stunden von A nach B, Inland, Vereinigte Staaten, also Standardgeschichte. Plötzlich kommt es dann aber zum technischen Vollversagen und der Pilot, high wie auch betrunken, schafft es tatsächlich den Vogel einigermaßen am Stück nach unten zu bringen (oder zumindest die meisten der Passagiere) und wird daraufhin von den Medien zum Helden erklärt. Als er aus dem Koma aufwacht, laufen allerdings, neben den Ermittlungen gegen Flugzeughersteller und Airline, längst auch Ermittlungen gegen ihn selbst : Untersuchungen einer ihm entnommenen Blutprobe, haben ergeben, dass er gut über 2 Promille gehabt haben soll. Dass das nicht ganz legal ist, muss ich wohl nicht erwähnen. Entsprechend droht ihm nun eine ziemlich lange Freiheitsstrafe, auch wenn außer Frage steht, dass niemand außer ihm das Flugzeug überhaupt hätte landen können.

Zum Film :

Zuerst einmal muss ich sagen : Ich hab den Film - und das vielleicht auch wegen des Trailers - leicht falsch eingeschätzt. Flight ist ein Drama. Entsprechend stehen vor allem persönliche statt juristischer Konflikte im Vordergrund der Handlung. Allen voran die Alkoholsucht von Captain Whitaker (Denzel Washington). Trotzdem, vielleicht auch gerade deßhalb, wer weiß : Der Film ist gut. Nicht perfekt, aber ziemlich gut - wenn auch nicht für jeden geeignet.

Nach der ganzen Absturz-Sache, die dem Zuschauer ja bereits bekannt ist, bevor er den Film überhaupt zu sehen bekommt (und der Regisseur weiß und nutzt das!), folgen keine Action-Sequenzen mehr.
Ich geh zwar nicht wirklich davon aus, aber falls hier doch irgendjemand mit einem Film rechnet, welcher 2 Stunden und 13 Minuten lang den Todeskampf eines Piloten mit den Gesetzen der Physik behandelt, wird dieser jemand wahrscheinlich eher enttäuscht werden. Die gesamte Absturzsache nimmt vielleicht die ersten 10-20 Minuten des Films ein und ist im Grunde auch nur hinreichende Bedingung für die eigentliche Handlung. Nichts desto trotz sind die Luft- und Bordszenen ziemlich gut gemacht.

Im Folgenden geht es also wie gesagt hauptsächlich um den Rückzug in die Alkoholsucht und diese wird, zumindest meiner unerfahrenen Meinung nach, relativ realistisch dargestellt. Wir haben hier nicht so viel Hollywoodmäßiges : "Ich muss kämpfen, denn ich weiß Alkohol ist böse", sondern viel mehr "lasst mich doch endlich mit dem Scheiß in Ruhe, ich mache was ich will". Und mit diversen Alkoholexzessen steuert der Protagonist dann auch mehr und mehr auf die eigentliche Verhandlung seiner Strafsache zu, während die für ihn Verantwortlichen ihn doch endlich davon losbringen wollen.

Am Ende des Films, und das ist ein, meiner Meinung nach, größerer Schwachpunkt, holt Hollywood dann doch wieder kurz die Moralkeule hervor. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mit einem anderen Ende wahrscheinlich glücklicher gewesen wäre, aber diese Meinung muss jeder für sich selbst bilden.
Ansonsten hat der Film ein paar kleinere Längen und ich frage mich ob man für die ganze Handlung wirklich über 2 Stunden in Anspruch hätte nehmen müssen, aber zusammenfassend ist Flight, wie schon erwähnt, ein, für sein Genre, relativ guter Film.

Die Schauspieler sind alle wirklich gut und Denzel Washington hat seine Oscar-Nominierung wirklich zu recht erhalten, auch wenn er, und da bin ich mir ziemlich sicher, diesen nicht gewinnen wird (Bester Hauptdarsteller geht mit ziemlicher Sicherheit an Daniel Day-Lewis).
Besonders hervorheben muss man natürlich John Goodman, der seine, wirklich coole Rolle mal wieder verdammt unterhaltsam rüberbringt. Außerdem hat mir Don Cheadle als Whitakers Verteidiger ziemlich gut gefallen. Filmtechnisch gibt's natürlich auch nichts zu bemängeln und ich kann eigentlich nur sagen : Wenn euch das Thema (insb. Alkoholabhängigkeit) interessiert : Seht ihn euch an, er ist gut. Wenn nicht, dann eher Finger weg. Ist nicht unbedingt Popcornkino.

Wertung :

Ich für meinen Teil gebe Flight 7,0 von 10 möglichen Punkten. Das Ganze deckt sich auch einigermaßen mit der aktuellen IMDb-Wertung von 7,4 von 10 [Stand : 06.02.2013 / 50.635 Votes].






P.S. : Ende dieser Woche kommt dann die Review zu Django Unchained, auch wenn den die meisten die's interessieren würde wahrscheinlich schon gesehen haben :D

Kommentare:

  1. Aaaww dankeschön! Das ist soo lieb :3 Wollte es auch irgendwie an einer zentralen Stelle des Körpers haben. Also möchtest du auch irgendwann Tattoo? Weißt du schon was? :3

    Ohje das Thema Alkoholabhängigkeit hatte ich in meinem Leben schon oft aber ich denke ich werde mir den Film auch irgendwann noch angucken. Ausserdem finde ich Denzel Washington als Schauspieler wirklich grandios!
    Freue mich schon auf die Review zu Django Unchained. Habe den nämlich noch nicht gesehen :D

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  2. Vielen lieben dank für deinen Roman :D
    Nein ehrlich, ich hab mich echt über dein Kommentar gefreut. Also nochmal danke :)
    Oh man. 2 Monate wären mir eine spur zu lange.
    Ich bin schon überfordert mit nur 6 Wochen xD
    Ich denke, meine Eltern ahnen es, dass ich alleine dastehe, aber darauf ansprechen tut mich auch keiner. Was mir ehlich gesagt echt recht ist.
    Es gibt noch 'Freunde', melden tut sich jedoch keiner. Und ich bezweifle auch, dass es sich bis ende der Ferien ändern wird.

    Der Film hört sich eigentlich ganz gut an. Werde ich mir bei Gelegenheit auch mal anschauen irgendwann.
    wie auch immer. Wir lesen uns :)

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