Dienstag, 24. Dezember 2013

#100

Ladies und Gentleman,
wir haben uns heute hier zusammengefunden um das zweijährige Jubiläums dieses bilderlosen Mittelklasse-Blogs und gleichzeitig auch den 100. Post zu zelebrieren. Ich mag Zelebrierung.

Nebenbei ist übrigens auch noch Weihnachten, aber wer mehr Blogs als den hier verfolgt, wird darauf höchstwahrscheinlich auch schon anderweitig aufmerksam gemacht worden sein können.

Und wo wir gerade schon bei übermäßig umständlichen Formulierungen sind: Dieser Blog!

Denn der ist voll davon. Aber ich mag ihn. Nicht, dass ich sage, dass er toll wäre oder irgendwie besonders, so vom allgemeinen Standpunkt aus, aber er ist es von Meinem, weil er mir eben die Möglichkeit gibt Dinge loszuwerden von denen ich nicht weiß, wohin genau ich sie sonst tun sollte. Metaphorisch. Und auch eher Gedanken. Aber ihr wisst das. Was auch teilweise das ist, was euch so cool macht. Dass ihr solche Sachen wisst. Und dass ihr solche Sachen hier lest.

Also mja, ich hab tatsächlich mal 2 Jahre lang was durchgezogen und irgendwie macht mich das grade stolz. Durchzieh'n ist nicht gerade mein Spezialgebiet.

Und ja, je nachdem wie man's nimmt, ist das hier der 101. Post, auch wenn ich den allerersten 2011 nicht unbedingt mitzählen würde (ihn aber trotzdem als Geburtsstunde meines Blogs bezeichne, lel), aber in dem Fall, sollte's ja auch drin sein die vorangegangen 100 Posts in einem folgenden 101. Post zu würdigen.

Wie auch immer. Vielleicht ist würdigen aber auch das falsche Wort. Ich fabrizier hier keine Kunst. Ich schreib nur Sachen auf. Ich hätte auch einfach 100 mal "Glied" posten und mir einen abgrinsen können.

Und wo wir grade davon sprechen: Nehmt unbedingt an meiner übercoolen neuen Umfrage oben rechts teil! Sie ist natürlich extrem bedeutend und hat wahnsinnig viel Einfluss auf die Zukunft meines Blogs. Nur, dass sie das nicht hat.

Ich weiß auch nicht so wirklich was ich hier rüberbringen will:
Ihr seid cool, weil ihr das hier lest und ich bin happy, dass ihr's seid. Mehr nicht.

Und jetzt habt endlich coole Weihnachten!

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Spiegelbild Medusa

Was geht so in der Welt der Reichen und Schönen?

Kleines Update aus meinem Leben und so.

Also erstmal: Weihnachtsstimmung ist tatsächlich so semivorhanden. Könnte besser sein, nicht zuletzt weil ich weiß, wie schnell das ganze immer vorbei ist und dann alles so ohne bleibenden Eindruck endet - einfach als wäre garkein Fest gewesen - aber auf die paar Stunden die es andauert lass ich mich dieses Jahr einigermaßen ein.

Vor allem hab ich ziemlich Bock auf Weihnachtsbäume und so ganz viel kitschiges Zeug mit Zimtgeruch.

Geschenke? Meh. Irgendwie nicht. Hab keine, brauch keine.
Wie sich das in den letzten Jahren so etabliert hat, such ich mir aus was ich so haben will (in diesem Jahr n paar CDs, die ich schon lange wollte) und wenn dann der 24. ist, tu ich überrascht. Ebenso meine Eltern bei mir. Und das ist alles okay so. Wir haben so unsere geschmacklichen Differenzen in der Familie und da wünscht man sich lieber selbst n paar Sachen, als am Ende irgendwas umzutauschen oder aus Höflichkeit im Schrank zu behalten.
Ist nur so, dass ich mir sowas dann auch einfach selber hätte kaufen können. Allgemein schenken wir uns Sachen also nurnoch aus Tradition heraus hab ich das Gefühl.

Das ist was Positives. Dadurch, dass sich jeder seinen Kram einigermaßen wünscht, auch wenn man ab und an noch improvisieren muss oder es einfach so tut, gibt es nurnoch halb so viele Überraschungen. Der Fokus liegt dann irgendwie weniger auf den Geschenken als es vielleicht in meiner Kindheit für mich noch der Fall war und Weihnachten wirkt mehr festlich und weniger kommerziell.

Übrigens wird mein Blog am 24. Dezember auch 2 Jahre alt, was ihn natürlich ziemlich fame macht.

Ansonsten bin ich grade mit Krankheit gesegnet, die letzte Nacht ihren Höhepunkt in Wachträumen gefunden hat. Ich bin so circa alle 2 Stunden aufgewacht, manchmal in dem Glauben, mein Bett wäre in Wirklichkeit nur ein riesiger Haufen aus Aktenordnern und Stapeln von Wahlzetteln, die in dieser Nacht ausgezählt werden würden. Sah mich aus dem Grund dann auch verpflichtet, mich jedes Mal wenn ich aufwache irgendwie anders hinzulegen, damit die Zettel auf denen ich zuvor lag ausgezählt werden konnten.

Mindestens 3 von den 6 Malen die ich heute Nacht aufgewacht bin hab ich das wirklich geglaubt. Und das obwohl ich zwischendrin auch mal aufgestanden bin um mir zum Beispiel was zu trinken zu holen. Ich war also ziemlich klar bei Bewusstsein. Ich konnte nur mein Bett nicht mehr so wirklich als solches identifizieren.
Außerdem ist es mir die letzten 2 Nächte in denen ich krank war unglaublich wichtig gewesen, wenn ich nachts im Bad gewesen bin unter keinen Umständen meinem eigenen Spiegelbild in die Augen zu sehen. Ich weiß nur noch nicht genau warum, aber es erschien mir irgendwie gefährlich.

Im Nachhinein garnicht so uncool. So oder ähnlich fühlt es sich dann möglicherweise an, wenn man unter Wahnvorstellungen leidet. Schön nur, dass ich da heute morgen wieder rausgekommen bin und mich auch irgendwie selbst dafür auslachen musste.
Zumindest für diese Wahlgeschichte. Spiegelbilder sind wirklich irgendwie gruselig. Vor allem Nachts.




Mittwoch, 4. Dezember 2013

3-u

Keine Ahnung warum, aber grade doch irgendwie sowas wie ein ziemliches Mitteilungsbedürfnis. Ich weiß nur noch nicht so wirklich was ich sagen will, aber hauptsache ich bin am Ende irgendwas losgeworden.

Vielleicht verändert sich grade viel und vielleicht bild ich mir das auch nur ein.
Aber die Konstante, die sonst den größten Anteil meines doch relativ winzigen sozialen Umfelds ausgemacht hat scheint zu zerfallen. Und es könnte drauf hinauslaufen, dass alles irgendwann nurnoch flüchtig ist. Oder jeder.
Ich meine mich werd ich nicht los, aber ohne die paar Wenigen die von dem bischen Jugend was ich hatte übrig sind, fehlt mir n bischen was. Irgendwas was mir Gründe zum Klammern gibt. An früher und so.

Vor nem Jahr irgendwie noch völlig unvorstellbar. Aber irgendwie kommt dann alles auf einmal und ich hab absolut keine Ahnung wem ich sowas jetzt noch erzählen soll.
Loslassen war ja generell nie mein Ding.

Wie schon gesagt: So mal ganz abseits von mir, den ich halt nicht ganz aus dem Zentrum solcher Anschauungen rauskrieg, ändert sich alles andere.

Und Notiz an mich selbst: Hör auf diese Coming of Age-Filme zu gucken. Vor allem Nachts. Sind ja cool und alles, aber ich ende ja trotzdem nur vor Blogeinträgen die von Dingen handeln, die nicht immer passiert sind.
Mit so einem Gegensatz zu Nostalgie im Kopf. Oder Bauch. Oder wo auch immer sowas ist.

Und Nostalgie ist mein Lieblingsgefühl.
So ne Mischung aus Happyness und Trauer. Weil du weißt, dass deine Vergangenheit gelaufen ist und du sie nicht mehr wiederkriegst, du aber gleichzeitig dran erinnert wirst was daran alles so cool war.
Und Vergangenheit ist gut so an sich. Vielleicht ist das menschliche Gehirn n bischen Mitschuld, aber da kommt man dann ja deswegen trotzdem nicht drüber.

Das Gegenteil von Nostalgie ist diese komische Mischung aus Zukunftsangst und Zuversicht. Gibt's da n Wort für?

Ich will ja auch eigentlich nur das jetzt genug Zeug passiert, dass ich in n paar Jahrzehnten wieder nostalgisch sein darf. Und dass irgendwas davon später auch noch da ist.
Aber das ist eben auch das was eigentlich so vorkommen sollte.

Gibt keinen tieferen Sinn in dem Text. Ist alles nur so Runtergeschriebenes, was einem halt so durch'n Kopf geht und was sich leichter denken lässt, wenn man protokolliert.
Sorry for that.






Montag, 2. Dezember 2013

Verkackt.

Lyrische Überschrift, ich weiß, aber hauptsache ich kommentier mich schon im ersten Satz wieder selber. Wow. Ich fang an mir ernsthaft auf die Nerven zu gehen.

Spiegelbild, warum widersprichst du mir ständig?

Was ist schöner, als ein schlecht getimedter, inhaltsloser Nervpost irgendwann nachts um eins, nachdem mal wieder viel zu lange nichts kam? Mja, zähl ich jetzt auch nicht auf.
Aber wenn man sieht was andere zu Stande bringen, vor allem aber, was man selbst mal zu Stande gebracht hat, kommt einem in meiner Situation schonmal der ein oder andere Zweifel an Dingen wie "Weiterentwicklung" und "persönlichem Fortschritt".

2012 hab ich hier insgesamt 72 Posts veröffentlicht und noch viel mehr verfasst. 2013 dagegen (mit diesem hier) 25 (und ein paar Zerquetschte). Wie hab ich das gemacht?
Ich weiß, ich hab noch n Monat. Aber ernsthaft, jetzt zwing ich mich zu nichts mehr. Zu wenig Zeit dafür.

Klingt aber auch alles viel zu negativ. Wenn ich was loswerden wollte, bin ich's auch losgeworden. Problem war wahrscheinlich eher, dass das dieses mal einfach ziemlich viel seltener vorkam als im Jahr davor. Also, dass ich wirklich was hätte schreiben müssen.
Und irgendwie hat sich nicht genug verändert. Glaub ich.

Ich hab nicht wirklich das Gefühl, irgendwas verbessert zu haben. Zumindest nichts Großes. Und außerdem steh ich vor diesem typischen Problem, was kreative Menschen wohl irgendwann zwangsläufig haben, ohne selbst jemals großartig kreativ gewesen zu sein.
Okay, ich mach's hier jetzt auch wieder unnötig runter.

Zeit für Zugeständnisse: Tatsächlich mag ich viele meiner alten Posts. Und eigentlich irgendwo auch meine Neueren.
Ich sag nicht, dass sie gut sind, vielleicht, vielleicht nicht, aber ich mag sie. Ich kann sie nur nicht mehr schreiben. Oder ich schreibe nicht so wie früher. Oder ich schreibe genau so wie früher, müsste mich aber mittlerweile irgendwie verbessert haben um endlich mal wieder was bringen zu können, was das rüberbringt was ich wirklich sagen will.

Es gibt dieses eine YouTube-Video, was viele größere YouTuber im Laufe ihrer Karriere einmal posten. Sie sagen dann, sie hätten Angst nicht mehr gut genug zu sein bzw. nicht mehr so gut wie sie einmal waren.
Dass sie versuchen, sich an ihren alten Sachen zu messen, aber das Gefühl haben, dass sie sowas irgendwie nicht mehr hinbekommen. Dass sie nicht schlechter werden wollen, aber das Gefühl haben, dass zwangsläufig genau das passiert.
Das ist jetzt nicht zwingend ein Internetvideo-Phänomen, sondern wahrscheinlich, und wie schon erwähnt, allgemein sone Sache die Menschen betrifft, insbesondere, wenn sie sich auf irgendeine Weise ausdrücken wollen.
Und irgendwie ist es ziemlich genau das was ich auch gerade hab.

Ich will nicht aufhören oder so. Ich werd's auch nicht. Aber ich will viel lieber wieder so schreiben wie früher. Wenn ich damals überhaupt anders geschrieben hab. Ich weiß es nichtmal. Vielleicht will ich auch besser sein, falls sich nichts verändert haben sollte. Aber irgendwas scheine ich ja zu wollen. Irgendwie.

Vielleicht ist wirklich zu wenig passiert. Vielleicht glaub ich unterbewusst nur, dass ich mich verändern oder verbesser hätte müssen.
Ich schreib ja öfter von Veränderung, aber letztendlich kommt sie nicht. Ich plane lieber noch mehr für die Zukunft, anstatt das umzusetzen, was bereits geplant wurde. Das ist n Problem. Mehr oder weniger.

Außer ich will nur, dass es dieses Problem gibt, damit ich wieder was zum Schreiben hab...







P.S.: Ich weiß das klingt nicht so, aber mir geht's toll. Ich will nur diese Blog-Sache wieder in den Griff kriegen und vielleicht n paar Sachen verändern. So in meinem Leben. Irgendwie sowas.

Sonntag, 10. November 2013

Zombiewalk (A Zombie's Life Gewinnspiel)

„Also wenn du willst“, hatte ich in meinem Kopf gesagt, „können wir ja noch mal drüber nachdenken.“ Und sie hatte genickt. Vielleicht sogar gelächelt. Wahrscheinlich.

Positiver Indikator. Aber natürlich alles nur Fiktion. Ist nicht so, dass ich mir hier wirklich Hoffnungen mache. Ich würde ihr auch nicht mehr hinterherlaufen, hätte sie nicht noch ihren Mp3-Player bei mir liegen lassen. Gehört mir nicht. Ich beweise nur, dass ich drüber hinweg bin, indem ich ihr das Teil zurückgebe. Muss ihn übersehen haben, als sie vor 2 Monaten ihre Sachen bei mir abholen wollte. Und Dienstag, als ich ihr ihre Zahnbürste zurückgebracht hab. Die hatte ich wohl auch übersehen.
Aber hey, 'n Mp3-Player ist wichtiger als 'ne Zahnbürste. Auch wenn die Lauter-Taste seit 3 Monaten kaputt ist. Irgendwann hat man das Ding dann auch so leise gestellt, dass man nichts mehr hört. Aber so rein theoretisch funktioniert er ja noch. Man hört nur eben nichts mehr. Außerdem beweise ich ja auch nur, dass ich drüber weg bin. Das zählt auch irgendwie als Grund.

Sechzehn Uhr Dreiundfünfzig. Mein Blick fällt wieder auf den Fahrplan. Geradezu erwartungsvoll springen meine Augen durch die Zeilen. Vielleicht glaube ich für einen Moment sogar, dafür sorgen zu können, dass die nächste Linie anfährt, wenn ich nur lange genug auf die Ziffern starre, welche mir symbolisieren sollen, dass sie es, zumindest in der Theorie, schon längst hätte tun sollen.
Netter Versuch, Idiot. Die Straße scheint geradezu ausgestorben. Nichts was mich davon abbringt, weiterhin flehend in die Richtung zu starren, aus welcher der Bus normalerweise gekommen wäre, aber etwas was verhindert, dass er es tut. Nicht zum ersten Mal.
Und nicht zum ersten Mal nehme ich mir vor, mich irgendwann deswegen bei irgendwem zu beschweren, wenn ich auch ziemlich genau weiß, dass es mir, immer wenn ich gerade nicht darauf angewiesen bin, doch eigentlich völlig egal ist.
Sechzehn Uhr Achtundfünfzig. Noch zwei Minuten, dann laufe ich. Vielleicht. Auch wenn ich weiß, dass Busse es generell vorziehen in dem Moment abzufahren, in welchem ich einen solchen Beschluss endlich durchbekommen hab. Um mir dann wenige Meter von der Haltestelle entfernt ihre Existenz zu offenbaren.
Außerdem tut mein Knöchel weh. Ich ziehe vorsichtig mein rechtes Hosenbein hoch um zu überprüfen ob der Verband noch da ist.
Ist er.
Also bin ich scheinbar auch immer noch verletzt. Ich kann also gar nicht laufen.

Siebzehn Uhr Zwei. Ich laufe.
Wenn ich am Ende draufgegangen sein sollte, müssen sie diesen Teil aus meiner Grabrede streichen. Überhaupt ist Inkonsequenz nun wirklich keine Eigenschaft, die sie mir später noch nachsagen müssen. Zumindest wenn es nach mir geht. Was nicht heißt, dass es nicht stimmen würde.

„Ich kann das nicht mehr.“, sagt sie leise und wirkt verzweifelt. „Ich bin auch nicht perfekt. Wirklich nicht. Aber das was du machst…“, sie stockt und ich weiche ihren flehenden Blicken aus. Sie lügt nicht. Sie hält sich für alles andere als Fehlerlos. Dabei ist sie ein viel besserer Mensch als sie glaubt. Ich wünsche mir, dass sie das wüsste.
„Bist du wirklich glücklich damit?“, fragt sie mich, ohne dabei vorwurfsvoll zu klingen. Ich sehe immer noch nach unten. Zucke mit den Schultern. Natürlich nicht.
„Ich will dich wirklich nicht ändern“, fährt sie vorsichtig fort, „aber glaubst du nicht, du solltest irgendwie mehr aus deinem Leben machen?“. Sie blickt mich erwartungsvoll an.
„Es ist nur…“, fange ich leise an. Aber sie weiß schon was jetzt kommt: “Die hassen dich nicht.“, ihre Verzweiflung macht sie wütend. Und sie ist schön, wenn sie wütend ist. „DU bist dein einziges Problem!“. Mit einer schnellen Handbewegung wischt sie die pechschwarzen Strähnen aus ihrem Gesicht. „Und wenn du nichts änderst, verbessert sich auch nichts. Du kannst dich doch nicht immer einfach nur vor allem verstecken!“.
Dann wendet sich um. Bleibt im Türrahmen stehen. Ich höre, dass sie versucht, nicht zu weinen.
„Tut mir Leid“, meint sie kaum hörbar, „aber das mit uns…“, sie beendet den Satz nicht.
Wir wissen Beide was gemeint ist.
Nach einigen Sekunden geht sie in Richtung Tür.
Dann frage ich sie wieder wie es mit uns weitergeht. „Also wenn du willst…“, fängt sie in meinem Kopf an, nickt und lächelt wieder. Alles wird gut.

Es beginnt zu regnen. Natürlich.
Ich komme an einer weiteren Haltestelle vorbei und überlege kurz stehen zu bleiben. Noch immer kein Bus. Weiter.
Auf der anderen Straßenseite bemerke ich einige eingeworfene Fenster. Warum hab ich eigentlich selbst nie Fenster eingeworfen? Aus irgendeinem Grund immer etwas, was ich hätte ausprobieren wollen. Vorsichtig sehe ich mich um. Suche nach Lebenszeichen.
Noch immer wirkt die Welt um mich herum wie ausgestorben. Kurz durchstreife ich mit meinem Blick den Wegrand und greife dann nach einem Stein. Er ist kalt und nass, hat stumpfe Kanten. Dann suche ich mir ein Gebäude aus und gehe einige Schritte darauf zu. Unsicher stehe ich auf der Grünfläche vor einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus. In meiner Hand der Stein. Ich sehe ich mich um. Keine Menschen. Leere Fenster.
Langsam hebe ich meine Hand und mache probeweise eine Wurfbewegung. Vielleicht lieber nicht. Ich lasse den Stein wieder sinken. Dann öffne ich meine Hand. Er fällt neben meinen rechten Fuß, streift meinen Knöchel. Ich zucke kurz zusammen. Weg hier.
Ich hätte sowieso nicht getroffen. War nie gut im Werfen. Und am Ende hätte es jemand bemerkt und die Polizei gerufen. Nein, danke. Versager.

Hinter einer weiteren Kurve steht mein Bus an einer Haltestelle. Viel zu spät. Die letzten zwei Stationen hätte ich sowieso laufen können. Ich werde langsamer.
Grundsätzlich renne ich keinen Bussen mehr hinterher, hatte ich doch die Erfahrung gemacht, dass sie immer dann wegfahren würden, wenn ich sie gerade erreiche und gegen die Scheibe klopfe. Außerdem kann ich gar nicht mehr rennen. Aber der Bus fährt auch nicht.
Ich laufe bis neben die offene Tür und will einsteigen. Er ist völlig leer. Vorsichtig laufe ich an der hinteren Tür vorbei zur Vorderen. Niemand. Keine Gäste, vor allem aber kein Busfahrer.
Ich werde unsicher. Drehe mich schlagartig um. Niemand. Aber die Situation macht mir Angst. Schnell biege ich in eine Seitenstraße ein.
Am Ende der Straße rechts, geht es mir durch den Kopf. Mehrmals drehe ich mich um. Sehe in verschiedene Fenster. Fühle mich verfolgt. Aber da ist keiner. Keiner außer mir.
Letzte Kurve. Mein Laufen ist längst zu einem Humpeln geworden. Ich sehe auf die Uhr. Siebzehn Uhr Dreiunddreißig. Dann stehe ich vor ihrer Tür.

Sichtlich nervös fahre ich durch meine Haare. Überprüfe mein Spiegelbild im Glasfenster der Eingangstür. Nasse Strähnen hängen mir ins Gesicht und meine Hautfarbe scheint fast bleicher als sonst. Irgendwie ist mir schlecht. Perfekte Voraussetzung.
Dann höre ich ihre Stimme. Laut. Ängstlich. Verunsichert.
Irgendjemand ist mit ihr in der Erdgeschosswohnung. Ich ahne wer. Wünsche mir ich könnte umdrehen und später wieder kommen. Aber nein. Diesmal nicht. Vorsichtig drücke ich den Klingelknopf. Die Laute aus der Wohnung verstummen. Dann summt es. Ich drücke die Haustür auf, gehe an den Briefkästen vorbei.
Nach einigen Sekunden öffnet auch ihre Wohnungstür. Für eine kurze Ewigkeit herrscht Blickkontakt zwischen uns. Dann weicht sie aus.
Sie wirkt fertig. Zerzaust. Verunsichert, irgendwie, aber seit sie mich erkannt zu haben scheint auch wütend. Oder traurig? Auf jeden Fall kein bisschen weniger schön.
„Was ist?“, fragt sie nach mehr als einer Minute des Schweigens. Ich greife in meine Tasche, ziehe den Mp3-Player heraus und halte ihn ihr hin.
„War grad in der Gegend…“, setze ich leise an.
Sie nimmt ihn mir aus der Hand. Versucht mich nicht anzusehen.
„Danke“, sagt sie abwesend. Es klingt nicht wirklich ehrlich. Sie weicht meinen Blicken aus. Oder mir.
Ein lautes Geräusch kommt aus ihrem Wohnzimmer, als wäre etwas Schweres gegen die Tür geworfen worden. Der Schlüssel steckt von außen. Sie dreht sich nicht um. Tut als hätte sie nichts gehört. Hat sie jemanden eingesperrt?
„Daniel ist bei mir“, sagt sie auf meinen fragenden Blick hin.
Ich gebe einen zustimmenden Laut von mir. Sterbe innerlich.
„Alles okay bei dir?“, frage ich sie leise. Sie nickt. Und sie lügt.
So also sieht meine allerletzte Chance aus. Ich seufze praktisch unhörbar.
„Meinst du nicht“,  zwinge ich mich einfach aus der Verzweiflung heraus zu sagen, „dass wir… naja…“, ich stocke. Weder nickt noch lächelt sie. Nichts ist wie in meinem Kopf. Dann würgt sie mich ab: „Mach es doch nicht schwerer als es ist.“
Sie versucht emotionslos zu bleiben, schluchzt aber fast. Sie bettelt hier gerade nur um ihre Ruhe. Auch wenn sie das nicht ausspricht. Dann schließt sie Tür vor mir und ich sehe durch den immer kleiner werdenden Spalt nur noch ihren Ärmel, aus dem im letzten Moment ein dunkelroter Tropfen auf den Holzboden fällt, bevor die Tür direkt vor meinem Gesicht einrastet.
So geht es also zu Ende, denke ich. Und sinke an der Wand hinter mir auf den Boden. Verliere mich irgendwie in Gedanken. Weigere mich zu gehen.

Ich öffne meine Augen, sehe auf die Uhr. Vier Uhr Dreizehn. Ich muss eingeschlafen sein. Vorsichtig stehe ich auf. Mein Knöchel bringt mich fast um.
In ihrer Wohnung brennt immer noch Licht. Ich sehe einen Schatten. Zwinge mich, nicht zu klingeln. Erfolglos.
Dann öffnet sie wieder. Aus irgendeinem Grund bin ich erleichtert. Aus ihrer Tasche hängen die Kopfhörer des Mp3-Players und der Ärmel ihres dunkelgrauen Pullovers ist voller Blut. Ich sehe sie unsicher an. Ihre Augen sind tot, ihre Haut fahl. Ihr Atmen ist lauter als sonst. Schleppend. Keuchend. Dann kommt sie auf mich zu. Ich weiche keinen Schritt zurück. Endlich.
Sie fällt in meine Arme, wirkt noch schwächer als vor einigen Stunden und ich halte sie. Ihr Kopf schmiegt sich an meine Schulter und ihre Arme umschlingen mich geradezu. Ich drücke sie an mich.
Dann beißt sie mir in den Hals.
Ich lasse nicht los. Warmes Blut läuft über ihren Mund und mein Gesicht verzieht sich zu einem nicht schmerzlosen Lächeln. Ich ziehe sie noch fester zu mir. Will sie nicht mehr gehen lassen.
Ich wurde doch längst gebissen.
Wäre ich nicht gebissen worden und hätte ich nicht gewusst, dass ich draufgehen würde, wäre ich doch zuhause geblieben.

Und hätte weiterhin nichts aus meinem Leben gemacht.


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Okay, also vor einiger Zeit, beziehungsweise schon am 24. August hat Miss Zombie von A Zombie's Life 'n Gewinnspiel anlässlich ihres 2 jährigen Blogjubiläums gestartet. 
Ging hauptsächlich darum, dass jeder irgendwas Kreatives postet, was mit Zombies zu tun hat und obwohl ich ja eigentlich nicht an sowas wie Gewinnspielen teilnehmen kann, weil ich ja viel zu Paranoid bin irgendwo im Internet ne Adresse oder so rauszugeben, fand ich die Idee doch eigentlich ziemlich cool.
Ich bin nur halt eher selten nützlich-kreativ und mir ist bis vor'n paar Tagen nicht wirklich was eingefallen. Einsendeschluss war übrigens 31.10.2013, passendes Datum, aber ja, den hab ich verfehlt. Aber wenn irgendwer trotzdem noch Bock hat teilzunehmen, hier ist der Post. Sie denkt drüber nach die Sache zu verlängern.
Ansonsten, ist hier das, was ich geschrieben hab.


 

Donnerstag, 31. Oktober 2013

All Hallows Eve

Verfasst am Samstag, den 31. Oktober 2009 16:57
"Einen wunderschönen guten Abend werte Totgeweihte,
Wir haben doch tatsächlich einen der schönsten Tage des Jahres und einen meiner allerliebsten Feiertage : Halloween
Einige unter euch mögen sich nun erheben und diesen als wahren Feiertag leugnen. Die solchen unter euch werden aber schon bald ihrer verdienten Strafe zugeführt werden.
Mir geht es heute nämlich um folgendes : Die Annerkennung von Halloween als Feiertag.
Denn wisst ihr was heute war ?! Ich hatte Schule ! Tag der offenen Tür um genau zu sein. Man regt sich ja als Schüler sowieso gerne über Unterricht an einem Samstag auf, aber an Halloween ?! 
Mir ist aufgefallen, dass den meisten Erwachsenen dieser wunderschöne Feiertag gehörig am Arsch vorbei geht. 
Ältere Leute in meiner Straße geben kleinen Kindern auch keine Süßigkeiten mit dem Kommentar :"Das gehört nach Amerika, wir haben St. Martin."
Ich mag eigentlich keine Kinder, aber wenn ich etwas noch weniger mag, dann ist das das Festklammern an irgendwelchen alten Werten in Zusammenhang mit dem Ablehnen allen Neuens.
Und Noch etwas : Halloween kommt aus Irland und nicht aus den USA ! 
Außerdem finde ich sollte man an dem Tag Schulfrei haben, vor allem wenn es ein Samstag ist.
Dennoch wünsche ich euch allen ein schönes Fest ! 

P.S. : Wenn ihr es über die Brücke schafft bevor der Wiedergänger euch erwischt habt ihr eine Chance euren Kopf zu behalten."
- Text irgendeines 16-Jährigen Bloggers


Jack hat den Teufel überlistet, aber lebt nun mit der Konsequenz. 

Halloween, also der "Tag vor Allerheiligen", All Hallows Eve, hat Allerheiligen nun offiziell zum "Tag nach Halloween" degradiert. Zumindest in meinem Sprachgebrauch.

Und unter rein ästhetischen Gesichtspunkten degradiert er auch alle anderen Feiertage zum maximal Zweitbesten.
Herbst, Oktober, mit die coolste Zeit überhaupt und dann halt diese Totensache, Vampire, Werwölfe, Mumien, Ghule und der ganze Kram. Nicht zu vergessen das Verkleiden. (Okay ja, das hat Karneval auch, und das ist da aber auch schon das einzig Coole dran. Kein Karnevalsfan.)

Und trotzdem wehrt sich das halbe Kaff dagegen. Und wisst ihr was? Es ist mir egal.
Wenn heute abend jemand klingelt und das ist schon lange nicht mehr sicher, eben weil die Ausbeute hier nicht die Beste ist, steht jede Menge ungesundes Gratiszeug für die bereit. Irgendwer muss es ja machen.
Ansonsten hab ich auch Mengen an Chips und Oreos, so wie die ersten beiden Staffeln Supernatural geklärt.

Also verbreitet n bischen Spirit. Irgendwann wird das vielleicht sogar hier anerkannt werden. 
Werd ja noch träumen dürfen.

Happy Halloween!

 

 


Sonntag, 27. Oktober 2013

Stop watching us.

Hallo Europa.

Der ein oder andere wird's mitbekommen haben, aber ich wiederhol's gerne nochmal.
Nachdem jetzt festgestellt worden ist, dass die NSA vermutlich schon seit 2002 das Handy unserer Bundeskanzlerin überwacht ist hier endlich mal was gelaufen.

Merkel kontaktiert Obama persönlich, der Amerikanische Botschafter wird zum Gespräch bestellt und die EU will sich der Thematik annehmen. In der Politik wurden erste Stimmen laut, Edward Snowden nun vielleicht doch nach Deutschland zu lassen. Sogar die CSU überdenkt plötzlich ihre Haltung zur Vorratsdatenspeicherung, da die Privatsphäre, wie man jetzt sagt, ja doch ne wichtige Nummer ist.

Kurzum: Während europäische Staaten vor kurzer Zeit noch kollektiv ihren Luftraum für ein Flugzeug sperrten, von dem man vage vermutete, dass es Edward Snowden nach Südamerika, und damit aus den Fängen der USA schleusen könnte, lässt sich jetzt endlich ein Europa erkennen, was sich traut Big Brother zu kritisieren.
Man spielte einen "Überwachungsskandal" damals noch runter. Jetzt will die EU und vor allem auch die deutsche Politik endlich mal was unternehmen und sich dafür einsetzen, dass es so nicht mehr weiterläuft.

Und eigentlich würde ich mich jetzt aufregen.
Einfach weil man immer erst einschreitet, wenn's einen selbst betrifft.
Einfach weil alles noch okay war, solange "nur" die Bürger überwacht wurden.
Einfach weil man sich in der Politik möglicherweise damit abgefunden hätte, wäre das mit Frau Merkel nicht rausgekommen.
Aber hey, ich bin's nicht. Dafür ist es nämlich viel zu cool, dass jetzt endlich mal was passiert.

Zumindest hoff ich, dass es das tut.





Dienstag, 22. Oktober 2013

Dinge lernen

Uhm... hi!

Das Semester hat wieder angefangen und ich mache der Überschrift alle Ehre. Ich lerne Dinge. Hauptsächlich in der Uni, aber manchmal sogar zu Hause! Und ich mag das Gefühl mehr zu wissen als vorher, aber schätze ich hab's schon mal erwähnt.

Sowas ist immer gleichzeitig Gut und Schlecht. Einerseits die ganzen neuen Veranstaltungen von denen die meisten ziemlich cool wirken und man sieht n paar Leute wieder die man in den letzten Semestern kennen gelernt hat, mit denen man gut klar kommt. Andererseits die ganzen Fremden von denen du nicht weißt ob du sie lieber kennenlernen oder ihnen aus dem Weg gehen solltest, weil du ne soziale Niete bist, was Kontakte knüpfen angeht. Aber alles in allem ist Uni ja grundsätzlich viel mehr cool als mies. Wirklich viel mehr! Auch wenn da noch die Einführungen sind.

Einführungen! Diese allerersten Termine einer Vorlesung oder Übung, in denen der Dozent dir erzählt, was alles so gemacht wird und was für Arbeit du über's Semester zu leisten hast.
We're talking Hausarbeiten, Referate, Stundenprotokolle, Übungszettel und den ganzen Kram. Alles für sich genommen kein Ding. Aber jemandem wie mir darf man wohl einfach nicht sagen, was so auf mich zu kommt, weil mein Unterbewusstsein sofort auf Panik schaltet, weil ich das ja alles garnicht schaffen kann.

Fun Fact : Das ist alles total schaffbar. Zumindest wenn man bedenkt, dass sich die Sachen ja über's Semester verteilen und nicht alle gleichzeitig laufen, was ich irgendwie nicht verstehen will. Ich meine ich schreib's ja, also versteh ich's schon. Aber mein Gehirn oder so halt nicht.

Jedenfalls hab ich jetzt nichts besseres zu tun als rumzusitzen, Streßhormone auszuschütten und die Tatsache, dass ich im Moment nicht dabei bin, alle in Zukunft anstehen Aufgaben sofort und unverzüglich anzufangen, dadurch kompensieren zu versuchen diesen Post zu schreiben. Und ich muss noch lange nicht anfangen. Eigentlich.
Aber das ist der Anfangsschock. Mal wieder.

Mir ist aufgefallen, dass ich überhaupt relativ wenig über Uni oder Real-Life poste, natürlich auch aus Gründen der Paranoia. Aber mal ehrlich: Interessiert euch sowas denn?
Ich weiß garnicht genau wie sehr es mich selbst interessieren würde, wenn ich ihr wär (oder zumindest einer von euch), deswegen frag ich. Nur damit ich weiß, ob ich sowas posten soll oder nicht. Wenn mir was wirklich auf der Seele liegt, mach ich das natürlich so oder so, will nur wissen, ob andere sowas überhaupt wissen wollen.
Aber bevor jemand nur aus Nettigkeit schreibt, dass es ihn interessiert (Manchmal misstrau ich euch, ihr seid zu nett!), schreibt lieber einfach keinen Kommentar oder sagt ehrlich nein. Will ja nur wissen wie's ist!

Hoffe mal bei euch ist alles cool! 
Gute Zukunftsaussichten auf jeden Fall.


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Halloween-Post(s)

Wenn du das hier liest, besteht die Chance, dass ich deinem Blog folge. Und vielleicht hast du ja in letzter Zeit irgendwas zum Thema Halloween geschrieben, bzw. schreibst das noch.

Falls ja: Danke, schonmal.

Musste eben extra nochmal nachgucken um zu merken, dass ich das letztes Jahr mal so gar nicht hab. Dabei liebe ich Halloween. Ist nur halt nicht so einfach hier sowas wie ne Halloween-Stimmung zu entwickeln, zumindest normalerweise, und ich geb mir echt Mühe!

Dieses mal läuft's aber und alle die in meiner Blogliste einen oder mehrere Halloween-Posts zu verbuchen haben sind da voll Schuld dran. Also Schuld mehr so im positiven Sinne.
Ich hab die nämlich alle gelesen, sofern die im Dashboard waren und die waren alle ziemlich cool.
Und dabei ist sogar noch voll viel Zeit um (noch mehr) Halloween Stimmung zu verbreiten!

Ich weiß, Kommentartechnisch war ich eher schwach und so, deswegen hier so der Post, der's n bischen geradebiegen soll. Auf jeden aber mal voll cool von euch, meine Feiertagsstimmung zu retten!
Werd auch noch was dazu schreiben, schon um die Lücke vom letzten Jahr zu schließen.

Bleibt so cool!



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Liebe

Ich sollte mir nichts vormachen. Der nachfolgende Post wird komisch klingen. Ich hoffe auch niemand nimmt ihn persönlich. Das ist er nicht. Ich kann sogar versprechen, dass ich niemanden, der diesen Post liest oder überhaupt eine realistische Chance hat, diesen Post zu finden, indirekt damit ansprechen wollen würde. Ist nicht so. Sind alles nur Gedanken, die mich in regelmäßigen Abständen beschäftigen. Etwas was mich irgendwie auch stört und was ich mal loswerden muss. Versuch aber nicht zwischen den Zeilen zu lesen. Dieses Mal ist da nichts.

Okay, von was sprechen wir überhaupt? Ich versuchs mal so : Stärkstes Gefühl von Zuneigung, was ein Mensch auch nur irgendwie empfinden kann. Absolutes unübertroffenes Maximum. Demnach ziemlich exklusiv. Das ist nichts alltägliches. Nichts was dir mehrmals pro Woche ständig bei jedem passieren könnte. Das ist eher langfristig. Es bindet dich. Und weil es so speziell und einfach mal das absolut Mögliche ist, klappt das nicht bei jeder Person die du triffst. Ich würde fast noch n Schritt weiter gehen und sagen, dass es nur bei einer einzigen Person klappen müsste. Zumindest im größtmöglichen Ausmaß. Sonst könnte man sich ja in mehrere Personen gleichzeitig verlieben. Aber sobald man eine dieser auch nur minimal mehr "lieben" würde als die anderen, würde man die anderen ja schon nicht mehr lieben. Es wäre bei denen dann ja nicht mehr maximal. Und würde man sich ständig, in viele verschiedene Menschen verlieben können, wäre es ja nicht mehr so besonders, wie es laut der ungefähren Definition ja sein müsste. Außerdem, das muss erwähnt werden, kannst du es dir nicht aussuchen, auf wen du dieses Gefühl projezierst. Ist also alles ziemlich komplex. 

Einfach mal an meinem zweitklassigen Definitionsversuch angelehnt: Die statistische Chance, dass zwei Menschen sich wirklich lieben, also das absolut größtmögliche Maß an Zuneigung füreinander empfinden was nur irgendwie möglich ist, was sich nicht übertreffen ließe, was auf auch noch auf Gegenseitigkeit beruhen müsste und was festlegt, dass es für beide, keinen anderen Menschen gibt, bei dem dieses Gefühl stärker ausgeprägt sein könnte, diese statistische Chance, müsste abartig gering sein.

Warum gibt es dann so viele Paare? Nein anders: warum gibt es so viele Menschen, die zumindest behaupten, dass sie lieben?

Warum spricht ein Typ eine attraktive Frau in einer Bar an und Monate später "lieben" sie sich? Müsste die Wahrscheinlichkeit, sich Liebe auf so eine Weise fast schon "auszusuchen" oder sie aktiv zu finden nicht noch viel kleiner sein, als das verlieben überhaupt? Warum passiert das dann trotzdem so oft?
Warum finden so viele Menschen, genau die Person, welche sie später lieben, durch ein Date, also etwas, was schon im Voraus die Option "zukünftige Beziehung" zumindest beinhaltet, obwohl sie sich in dem Moment vielleicht noch garnicht richtig kennen? Wäre das nicht irgendwie Hellseherei?
Lässt sowas "verlieben" nicht irgendwie "geplant" oder "planbar" erscheinen?
Müsste man sich nicht eher zufällig und als neutrale Person, nicht als potentieller Partner, kennenlernen? Bzw. müsste sowas nicht eigentlich zumindest unendlich mal häufiger der Fall sein?

Glauben viele Menschen vielleicht nur, dass sie lieben, weil sie die Person, welche noch besser zu ihnen passt, noch nicht gefunden haben und deßhalb nicht wissen wie viel stärker die Zuneigung bei dieser Person wäre?
Und heißt das, dass die meisten Leute nie lieben werden, ohne es zu wissen? Einfach, weil sie nicht merken können, dass es ein Gefühl für sie gäbe, was ihr aktuelles noch übertreffen könnte? Einfach weil sie das nie spüren werden? Weil sie den wirklich perfekten Partner nie treffen und ihren Aktuellen nur deswegen für den Besten halten?
Und wie hoch müsste die Wahrscheinlichkeit sein, dass einen so jemand auch "zurückliebt"?

Irgendwie erwarte ich auch keine wirklichen Antworten. Ist cool so, dass so Viele glücklich sind.
Frag mich nur manchmal, ob ich der Einzige bin, der über sowas nachdenken muss.










Dienstag, 24. September 2013

Tag #13

Von : Artea Noir

1. Was tust du als erstes, wenn du nach hause kommst?
Jacke weg, falls ich eine anhatte, Begrüßung vom Hund genießen, wenn er grade die nötige Langeweile hat und dann relativ schnell im Zimmer verkriechen und faul sein. 

2. Was würdest du bevorzugen: Große, moderne Stadtwohnung oder ein Haus auf dem Land?
Hat eigentlich Beides was für sich, aber wenn's drauf ankommt, bin ich dann doch eher der Stadtmensch. Ich mag die Anonymität und gleichzeitig den Gedanken gehört werden zu können, wenn ich mal im Schlafzimmer abgestochen werden sollte. Meine Wohnung sollte aber echt klein sein. Ich weiß nicht warum, aber ich mag das. 2 Zimmer und auf keinen Fall mehr. Brauch ich ja auch nicht. Je weniger ich besitzen kann um so glücklicher bin ich. Probier's aus, funktioniert echt!

3. Gibt es einen Sänger oder Schauspieler, den du gerne persönlich treffen würdest?
An sich würden mir sofort mehrere von Beidem einfallen, aber die Frage ist dann doch ob ich dann auch wirklich die Eier hätte so jemanden zu treffen.  Ich wär auf jeden mal übernervös, aber irgendwie wär's dann auch dumm es nicht zu tun... Die ersten die mir jetzt ganz spontan einfielen wären Edward Norton und Brodie Dalle. Auch wenn in soner "Stresssituation" natürlich mein Englisch versagt. Die Ärzte zu treffen wär sicher auch cool.

4. Kannst du gut kochen?
Nein und wie jeder, der so antwortet, muss ich natürlich anfügen, dass ich es aber natürlich echt gerne können würde! Also keine Ironie jetzt, will ich schon. Kann's aber halt nicht. 

5. Kannst du dich an deinen ersten Schultag erinnern?
Nur ziemlich verschwommen. Ich kannte noch keinen und kam auch mit keinem ins Gespräch. Die ersten Kontakte hab ich erst im Laufe der ersten Woche geknüpft, weil jeder irgendwann sein Lieblingsplüschtier mitbringen durfte und ich darüber mit welchen ins Gespräch kam. Das Plüschschaf was ich dabei hatte, hab ich immernoch. Hab das schon seit meiner Geburt. Gibt Babyfotos von uns beiden, aber nicht, dass es seitdem wirklich gewachsen wäre oder so. Ich aber halt schon. 

6. Welche Farbe findet man am häufigsten in deinem Kleiderschrank?
Schwarz ist voll die Farbe, okay? 

7. Bücher: Kurz und knackig oder dicke Wälzer? (Oder lieber gar keins?)
Schwierig eigentlich. Im Grunde haben mich auch schon Kurzgeschichten ziemlich geflasht, also muss es nicht immer lang sein, manchmal ist das sogar hinderlich. Aber wenn man mehr Zeit hat ne Verbindung zu den Figuren aufzubauen ist später auch die Wirkung stärker. Denke ich bin da ziemlich unentschlossen, auch wenn ich manchmal zu Lesefaulheit neige und mich kurze Bücher da eher motivieren würden.

8. Computer oder Laptop?
Ich hatte nie n Laptop. Immer nur PC. Und auch nur den einen an dem ich grade schreibe. Trotzdem fänd ich n Laptop manchmal ganz praktisch. Aber an und für sich eher PC, weiß nicht warum. Vielleicht einfach die Gewöhnung. Aber okay : Die Tastatur ist meistens bequemer und man hat auf jeden Fall ne Maus.

9. Wie war dein erster Kuss?
Ziemlich gut glaub ich. Zumindest sagen und schreiben so viele wie mittelmäßig oder schlecht Ihrer war und dagegen hab ich dann denk ich doch relativ gute Erfahrungen gemacht. Ich saß halt mit meiner zukünftigen Ex-Freundin auf der Couch rum und wir waren offiziell noch "nur Freunde" und auf einmal war irgendwie voll klar, dass wir uns gleich küssen würden. Ich hab auch keinen Plan warum, aber man wusste das einfach und ab da lief's dann irgendwie von alleine. 

10. Schaltest du in der Werbepause um?
Glaub nicht, außer ich weiß, dass irgendwo anders auch was Erträgliches läuft. Ich guck jetzt aber auch nicht unbedingt aktiv Werbung. Ich beschäftige mich schon irgendwie bis die vorbei ist und denk über Kram nach oder so. 

11. Wie viele Kanäle hast du bei Youtube aboniert?
Kann ich sofort nachgucken, sind 84. Wenig für jemanden wie mich, glaub ich, aber ich bin da auch viel zu wählerisch. Bei nem Channel der mir nicht cool genug vorkommt, guck ich lieber alle paar Wochen mal selbstständig vorbei anstatt einfach den blöden Abo-Knopf zu drücken..

 

Und eigentlich bin ich auch nicht tot, ich war ja nie weg.

Donnerstag, 13. Juni 2013

TEAM EDWARD

...oder : Der Glaube an die Menschheit.

Weiß ja nicht ob ihr's mitbekommen habt, aber mein Weltbild wurde in den Letzten Tagen zerstört. Okay, das an sich ist so über's Internet immer schwer zu merken, aber wenn man in letzter Zeit irgendwelche Nachrichten verfolgt hat, hätte man's zumindest schlussfolgern können.
Hier ein paar Hinweise :

Edward Snowden und Prism

Der 29-Jährige IT-Mann Edward Snowden, der bis vor kurzem noch für amerikanische Geheimdienste gearbeitet hat ist der Typ, dem die Welt zu verdanken hat, dass diese ganze Prism-Geschichte an die Öffentlichkeit gekommen ist.
Für alle die damit grade nichts anfangen können : Es geht bei Prism darum, dass amerikanische Geheimdienste praktisch alles überwachen. Kennt jemand den Film Staatsfeind Nr. 1? Genau so! Internet, Smart- und Telefon. Und überall kann alles abgehört, protokolliert und gespeichert werden. Die ganze Überwachungsnummer natürlich auch außerhalb der Staaten.
Und dieser Typ, der für die gearbeitet hat, ist damit an die Presse.
Snowden ist mittlerweile geflüchtet, vermutlich nach China und hat jetzt wahrscheinlich den halben amerikanischen Geheimdienst am Arsch. Im Grunde könnte man also sagen, er hat sich geopfert, damit die Welt das weiß. Ich will garnicht wissen, was die mit dem anstellen, wenn sie ihn kriegen.
Hauptsache Präsident Obama macht wieder einen auf :"Ich kann eure Kritik verstehen, aber das dient nur zu eurer Sicherheit und ist eigentlich was Gutes."
Gegenfrage : Wenn das so gut ist, warum durfte dann keiner was davon wissen?
Und warum muss ein Mann, der der Welt diese Informationen zugänglich macht jetzt untertauchen, weil man ihn dafür zur Rechenschaft ziehen will?
Der Typ ist ein Held.
  
Jagd auf Homosexuelle in Russland

Andere Sache: Die russische Regierung, hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass es verbietet öffentliche Äußerungen für Homosexualität von sich zu geben. Anscheinend, um Kinder zu "schützen". Kennen das ja. Homosexualität ist ja, wie wir alle wissen, eine Wahl und deswegen müssen die Kinder vor dieser Propaganda geschützt werden. Sowieso.
Hauptsache die Straßen waren erstmal voller halbwüchsiger Jugendlicher, welche nun, einigermaßen durch das neue Gesetz geschützt, eine Art Jagd auf Homosexuelle und Gegner des Gesetzes machen konnten. Gab diverse Ausschreitungen und diejenigen, die am Ende von der russischen Polizei abgeführt wurden, waren natürlich fast ausschließlich Pro-Homosexualität-Demonstranten, so wie Schwule und Lesben.

Wenn euer Weltbild jetzt noch stehen sollte: Herzlichen Glückwunsch, ihr habt kein Herz. Und ansonsten sorry, dass ich es eventuell grade zerstört hab. Aber ich hab nur versucht, das ganze einigermaßen wiederzugeben.
Wenn ich du wäre, hätte ich es wissen wollen.





Freitag, 7. Juni 2013

Ambivalenz

Das Problem bei der Selbstfindung ist für mich in erster Linie das Umsetzen von dem was gefunden werden soll. Das heißt, ich weiß zumindest ungefähr wie ich gerne sein will. Die Frage ist für mich nur irgendwie, ob es überhaupt richtig ist, sich selbst zu dem zu machen, was man sein will, anstatt das zu bleiben was man (wirklich?) ist. Aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass es falsch ist. Immerhin ist man am Ende doch glücklicher oder?

Will ja auch meinen Charakter nicht völlig aufgeben, sondern mich eher "verbessern". Außerdem ist das, was ich werden will, ja irgendwie auch Teil von mir. Zumindest der Wille es zu werden. Also wird das schon klar gehen.

Das Problem ist eher, dass ich zwei Sachen sein will. Am besten gleichzeitig. Und wer das schonmal versucht hat, wird feststellen, dass es Einfacheres gibt. Sicher auch Schwereres, aber trotzdem... ist halt durchgehend nicht so wirklich drin. Zumindest wenn man so gegensätzlich ist für wie ich mich halte.

Manche bestätigen das. Also, dass ich ein wandelnder Gegensatz sei. Und irgendwie gefällt mir die Vorstellung auch, deswegen hoffe ich einfach mal, dass dieser Post kein weiterer Selbstdarstellungsversuch ist, angetrieben durch die Profilierungssucht meines Unterbewusstseins. Andererseits geht's beim Bloggen ja aber auch irgendwie um Selbstdarstellung. Also was soll's.

Auf der einen Seite wär ich gerne irgendwie kultiviert oder stilvoll. Ich könnte anfangen Hüte zu tragen. Hüte sind cool. Nicht diese komischen Modedinger aus dem Klamottendiscounter, sondern solche wie man sie in den 20er bis 50er Jahren noch getragen hat.
Ich könnte Jazzmusiker sein, Autor oder Philosoph. Künstler. Wollen ja alle irgendwo gerne Künstler sein oder?
Ich könnte ne kleine Bar haben oder sowas. Vielleicht mit Billiardtisch.
Vielleicht würde ich auch Zigarren rauchen. Oder eher paffen. Einfach nur weil es cool aussieht. Rauchen allgemein sieht cool aus. Musste von einem Nichtraucher mal gesagt werden.

Andererseits wär ich gerne frei, gesellschaftskritisch und rebellischer als jetzt, mit Piercings, Tattoos und einer coolen Haarfarbe. Vielleicht könnte ich mich für was einsetzten und ein bischen von der Scheiße die da draußen so läuft verändern. Ich hätte nach wie vor gerne sowas wie ne Band, die Lo-Fi Gitarrenmusik produziert und ich könnte ein paar "Scheiß auf euch alle"-Texte ablassen, von denen ich mir immer so viele aus den Fingern saugen kann.
Ich würd mir ne kleine Wohnung besorgen. Ohne Tapete und mit Betonboden. Eine Matraze auf ein paar Holzpaletten und die Wände werden von mir und meinen Freunden bunt besprüht. Ansonsten eben das nötigste, aber kein unnötiger Überfluss. Warum auch?

Am liebsten hätt ich beide Leben. Jetzt sofort. Und wenn man sich klonen würde, würd ich's tun. Ist im Grunde egal, was davon ich werde und was mein Klon, der ja irgendwo auch ich ist. Hauptsache ich hab einfach alles.

Im Moment hab ich aber kaum was von Beidem. Und vielleicht hab ich in nem Jahr schon mein drittes Leben und viertes Leben verplant. Könnte schwierig werden.

Also Wissenschaft : beeil dich mal mit dem Klonen und so.

Und ja : Furchtbar Ich-bezogener Post mal wieder.
Danke, dass du so weit gelesen hast.
Du bist cool.






Montag, 13. Mai 2013

Blogawards! aka Tags #11 und #12

Von : Chrissy is Insane und Miss Zombie

Kein Plan ob ich zuerst danke sagen oder mich entschuldigen soll, dass das hier so lange gedauert hat, aber stellt euch einfach Beides vor. Ist auf jedenfall immer voll die coole Sache, wenn der Kram den ich hier so schreibe irgendwie als gut befunden wird und wenn das dann auch noch Leute machen deren Blogs ich selber total mag ist das nochmal so Coolness+2. Also Danke auf jeden Fall!

Miss Zombie's Fragen :

1. Wann hast du diesen Blog gegründet?
Muss gegen Ende 2011 gewesen sein. Hab damals auch sowas ähnliches wie n ersten Eintrag gepostet, aber wirklich angefangen hab ich erst im Januar 2012.

2. Verfolgst du viele Blogs?
Es geht. Im Grunde verfolg ich einfach jeden Blog den ich so finde von dem ich glaube, dass er mir gefallen könnte. Wenn er's nicht tut, entfolge ich ihm halt wieder. Klar wird's unübersichtlich wenn man irgendwann 1000 Blogs folgt, aber wenn ich 1000 Blogs finden würde, die mir alle gefallen, würd ich's schon machen.

3. Welche Person hat dich bisher inspiriert, in dieser Welt mit etwas Neuem anzufangen?
In welcher Welt? Wenn es sowas wie eine "Blogwelt" gibt, auf die das bezogen ist, dann wahrscheinlich meine beste Freundin, die vor Jahren mal auf ner anderen Seite gebloggt hat. Hatte mir da dann auch n Blog erstellt, irgendwann haben wir beide aufgehört und als ich wieder Bock drauf hatte, hab ich bei Blogspot angefangen.

4. Wie würdest du deinen Kleidungsstil beschreiben?
Dunkel. Ziemlich viel Schwarz und Dunkelgrau, aber ansonsten nicht zu außergewöhnlich.

5. Welches Kleidungsstück hat bisher am längsten in deinem Kleiderschrank überlebt?
Ich hatte so'n T-Shirt, was ich mit 14 oder so ständig getragen hab, das ist immernoch in meinem Kleiderschrank, weil ich das damals so geliebt hab. Ich trag es zwar nicht mehr, weil's mir wahrscheinlich auch nich mehr passt, aber es hat überlebt.

6. Wie würdest du dich nie im Leben schminken?
Ich schmink mich eigentlich allgemein nicht, weil ich n Typ bin. Naja schlechte Begründung, von mir aus können sich auch Typen schminken, würd mich jetzt nicht so hart stören, aber ich tu's halt einfach nicht, weil mir so ziemlich alles was ich mir an mir vorstell'n kann einfach nicht gefallen würde.

7. Was tust du gegen Stress?
Naja, versuchen mich abzulenken. Läuft meistens aber nicht so. Wenn ich Stress hab, hab ich halt Stress.

8. Was war dein außergewöhnlichstes Geschenk, was du jemals bekommen hast?
Fällt mir spontan keins ein. Spricht dann wohl dafür, dass die Geschenke die ich bis jetzt bekommen hab nicht sooo krass außergewöhnlich waren.

9. Was magst du beim Kochen lieber, Nachtisch oder deftige Gerichte?
Also kochen würd ich wahrscheinlich lieber den Nachtisch. Beim Essen könnt ich's nicht so pauschalisieren. Käm dann wohl drauf an was es ist.

10. Hast du eine Lieblingsserie?
Breaking Bad. Und wenn deine Lieblingsserie nicht Breaking Bad ist, dann stehen die Chancen ziemlich gut, dass du einfach noch nie Breaking Bad gesehen hast.

11. Was ist dein nächstes Reiseziel?
So weit bin ich noch nicht. Aber ich muss meine beste Freundin mal wieder besuchen, sie wohnt ne Weile weg von hier, also vielleicht ihr Haus!

Der Post von Chrissy ist leider nicht mehr auf ihrem Blog, deswegen kann ich die Fragen hier im Moment leider nicht beantworten, aber is schon meine Schuld, weil ich einfach so lange damit gewartet und die mir damals nicht abkopiert hab. Auf jeden Fall danke nochmal euch Zwei!


Montag, 6. Mai 2013

Blogpause

Wunderschönen guten Abend allerseits,

Wollte auf diesem Wege nur darauf hinweisen, dass ich vom 24. März bis einschließlich 05. Mai 2013
nicht gebloggt haben werde. Gründe dafür sind mein Studium, Faulheit, die generelle Unkreativität, die mir in dieser Zeit angelastet sein wird und das Gefühl, dass sämtliche Blogposts, die veröffentlicht werden hätten können, nur zwanghaft-verzweifelte Versuche gewesen worden wären eine gewisse Regelmäßigkeit, in diesem Fall auf Kosten von Qualität, aufrecht erhalten zu haben.

Ab dem 6. Mai 2013 bin ich dann wieder voll dabei und so.

Natürlich werde ich gemerkt haben werden, dass ich in dieser Zeit 2 Blogawards bzw. Tags bekommen habe und die werde ich dann natürlich als nächstes beantworten.

Sorry für all das, was ich zwischen dem 24. März und dem 05. Mai nicht geschrieben haben werde, aber mir ist es dann grundsätzlich lieber nichts zu schreiben, als unmotiviert literarischen Abfall zu produzieren.

Ihr seid natürlich nach wie vor die Coolsten, falls ihr anfällig für Schleimerei seid und falls nicht, seid ihr das trotzdem.

Also dann bis zum Sechsten!







Samstag, 23. März 2013

My Chemical Romance

"Being in this band for the past 12 years has been a true blessing. We've gotten to go places we never knew we would. We've been able to see and experience things we never imagined possible. We've shared the stage with people we admire, people we look up to, and best of all, our friends. And now, like all great things, it has come time for it to end. Thanks for all of your support, and for being part of the adventure.
My Chemical Romance" [Quelle : Offizielle Bandseite ]

Kurz und schmerzlos : Wie es aussieht, hat sich eine der wahrscheinlich besten noch aktiven Bands da draußen vor kaum einer Stunde offiziell getrennt.

Auch wenn es aus dem hier abkopierten Post von der offiziellen Bandseite nicht wörtlich hervorgeht, sprechen "The Guardian", die "Huffington Post", "Focus Online" und der Wikipedia-Artikel der Band eine ziemlich deutliche Sprache.

"My Chemical Romance war eine Rockband aus Newark, New Jersey, die von 2001 bis 2013 existierte. Ihr Stil kann dem Alternative Rock zugeordnet werden." [Quelle : Wikipedia]

Dieser Post ist also so etwas wie eine Grabrede für meine musikalische Kindheit. Klingt jetzt hoffentlich nicht zu theatralisch, denn irgendwo mein ich das Ganze schon ernst.

Ich muss die Band so gegen Herbst 2008 kennengelernt haben (ich war 15). Bin damals, weil ich meine Musiksammlung erweitern wollte. Auf der Suche nach guten Bands bin ich dann auf das Video von "Dead!" gestoßen und irgendwie mochte die Band auf Anhieb.
Ich stand auf diesen gewissen Bezug zum Horrorgenre und den hohen Wiedererkennungswert der Songs. Hatte mir dann 'ne kleine Playlist mit Songs wie "Hang Em High", "Vampires Will Never Hurt You" und "Kill All Your Friends" zusammengestellt, die ich während meines damaligen Praktikums immer gehört hab.
Erstes Album was ich hatte war dann natürlich The Black Parade.

Das besondere an My Chemical Romance war eigentlich, dass ich sie nie aus meiner Musikauswahl gestrichen habe. Bands wie Green Day, die Ärzte, Blink 182, Good Charlotte usw. waren alle samt ziemlich cool und ich hab sie damals auch wirklich geliebt, aber früher oder später hab ich alle davon deutlich seltener gehört, weil sich der Musikgeschmack nun eben weiterentwickelt.
MCR ist so ziemlich die einzige Band von damals, welche ich bis heute regelmäßig höre und ich werde meine Gründe gehabt haben so lange dabei zu bleiben. Irgendwie waren sie deswegen auch meine letzte musikalische Verbindung zu dem kleinen Möchtegern-Rebellen mit dem schlecht sitzenden Wannabe-Iro von damals.

Hoffe nach wie vor, dass es sich bei der ganzen Sache nur um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt. Aber die Chancen scheinen relativ gering.

So oder so, wünsch ich den Jungs natürlich trotzdem alles gute für die Zukunft. Ich schulde ihnen was, also danke dafür.

Three cheers for MY Chemical Romance







Mittwoch, 20. März 2013

Re: Das männliche Geschlecht und ich

Der folgende Blogpost ist eigentlich ein zu lang geratenes Kommentar zu diesen Post, von diesem Blog. Aber ich glaube die meisten hier folgen ja sowieso schon, also hättet ihr's sicher auch ohne den Hinweis gemerkt.  Geht nur sicher, dass ihr's vorher gelesen habt, dann macht das hier glaub ich irgendwie mehr Sinn.
Thing is : Ich konnte mich da echt ziemlich mit identifizieren.

Ich hatte schonmal vor einen ähnlichen Post zu schreiben, aber das endete nur wieder als halbangefangener Entwurf in einer endlosen Liste halbangefangener Entwürfe.
Ich geb's zu : Ich hab mich vielleicht auch einfach nicht getraut, weil die Menschen da draußen einen so schnell für komisch halten wenn man sowas sagt. Zumindest glaub ich das.

Mein Verhältnis zum männlichen Geschlecht war nämlich schon immer etwas gestört. Nicht, dass ich die gleichen Erfahrungen vorzuweisen hätte, aber irgendwie ist da bei mir auch ne ziemliche Distanz.
Das für mich selbst und wahrscheinlich ja auch für den ein oder anderen sonst Komische an der Sache ist, dass ich hier von meinem eigenen Geschlecht reden muss und mit mir selbst komm ich ja eigentlich einigermaßen zurecht.

Gibt ja ne Menge Leute die behaupten, dass Jungs und Mädchen keine Freunde sein könnten und ich bin auch grundsätzlich der Erste der da widerspricht.
Hätten solche Leute Recht würde die Hand voll Freunde, die ich überhaupt vorzuweisen habe, sich nämlich schlagartig auf Null reduzieren, denn von denen hat und hatte nie jemand einen Penis.

Und das ist der Punkt bei dem ich immer glaube, dass die Menschheit ihn falsch versteht, weil falschverstehen einfach eine der Lieblingsbeschäftigungen der Menschheit zu sein scheint.
Geh mal raus auf die Straße und frag die Leute, wie wohl ein Junge sein müsste, der nur weibliche, aber keine männlichen Freunde hat. Du wirst von "Tucke" bis "Player" allen möglichen Scheiß zu hören bekommen.

Im Grunde ist es aber so, dass ich eigentlich ein, naja, relativ normaler Junge bin. Okay da gibt's das ein oder andere Klischee, was ich entweder einfach nicht erfülle oder auch nicht erfüllen will, aber s ist glaub ich nicht so, dass ich durch irgendein total abartiges soziales Verhalten großartig auffallen würde.
Ich geb mir ja sogar Mühe es nicht zu tun.

Die Sache mit meinem Verhältnis zum eigenen Geschlecht lässt sich auch relativ einfach erklären :
Ich war eigentlich früher immer n Kind, was gesagt hat, was ihm gerade so durch den Kopf ging. Wenn ich traurig war hab ich halt mal kurz geflennt und dann war's auch okay und im Grunde hat das niemanden gestört. Naja zumindest bis zur Pubertät.

Dann begann nämlich diese Phase im Leben eines Jungen, in welcher die Geschlechtsgenossen jede noch so unbedeutende Äußerung auf die (homophobe) Goldwaage legen.
Sprich : Zeig nicht zu viele Emotionen, sprich nicht über deine Probleme und um Himmels Willen hör bloß nicht die falsche Musik oder steh auf Filme die nicht dem Action- oder Horrorgenre zugeordnet sind.
Achso und : schneid dir verdammt nochmal die Haare - alles über ein paar Centimetern ist ja schließlich "schwul".

"Schwul" -  ich hab dieses Wort gehasst. Nicht in seiner wirklichen Bedeutung aber in seiner Verwendung unter Gleichaltrigen. Während sich alle untereinander im Auge behielten um vermeindlich "Homosexuelle" *hust* bei jeder erdenklichen Gelegenheit zu diffarmieren, buhlte man fast schon wettkampfmäßig ums andere Geschlecht.
War jetzt nicht so, dass ich damals noch kein Interesse an Mädchen gehabt hätte, aber dieses ganze prähistorische Sozialgeplänkel und Alphamännchengetue kam mir so sinnlos vor (klingt das so arrogant wie ich denke ? :/ ). Dazu kam, dass es immer nur darum ging der Stärkste und Beste zu sein und ich hab's ja schon mehrmals erwähnt, dass ich früher ziemlich untergewichtig war, ich hatte da also nicht wirklich große Chancen.

Ist dann durch Zufall passiert, dass ich zu der Zeit meine (heutige) beste Freundin kennen gelernt hab und für mich lernen durfte : Mit Mädchen kannst du dich tatsächlich normal unterhalten.
Ich konnte ihr meine Probleme erzählen genauso wie ich alles mögliche cool finden konnte, was ich eben cool fand, ohne Angst zu haben meine Männlichkeit in Frage stellen zu lassen. Man kann mit Mädchen sogar über Mädchen reden und das coole ist : Sie haben Ahnung von solchen Sachen, weil sie ja Mädchen sind!
Schach und Matt.

Dann bekam ich über längere Zeit noch ziemlich Stress mit meinem Dad und die Sache war eigentlich für mich entschieden. Männliche Bezugspersonen hatte ich also keine mehr und ich hatte auch keinen Bock mich irgendwo wirklich anpassen zu müssen um irgendwem irgendwas zu beweisen und bei Mädchen musste ich das nicht.

Bis heute ist es so, dass ich mit Typen zwar ziemlich gut oberflächliche Unterhaltungen führen kann, aber wirklich viel über mich erzählen kann ich ihnen einfach nicht, genauso wie ich wahnsinnig ungerne mit ihnen allein oder zu lange zusammen bin. Ich fühl' mich da auf Dauer eher unter Druck gesetzt nichts "Falsches" zu machen.
Ich weiß, dass es auch Mädchen gibt die vorwiegend männliche Freunde haben und im Gegensatz zu mir, die eben unkomplizierter finden, aber das ist für mich kein Widerspruch.

Wenn auch nur ein einziges Mädchen dabei ist ticken viele Jungs gleich ganz anders, (viele andere vielleicht auch nicht, ich kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen), aber auf Machogehabe wie es, gemäß meiner Erfahrung, in reinen Jungsgruppen oft der Fall war, kam und komme ich einfach absolut nicht klar.

Ich bin jetzt aber auch nicht so'n Typ der immer nur politische Korrektheit fordert. Sexistische Witze (gegen beide Geschlechter) sind okay. Wenn sie gut sind. Aber das ist'n anderes Thema.

Okay um dem Post jetzt sowas wie ne Moral für's Ende zu geben :

1. Jungs und Mädchen KÖNNEN nur Freunde sein.
2. Scheiß auf dein Geschlecht, mach worauf du Bock hast.
3. Vollkommene soziale Gleichstellung beider Geschlechter und Abschaffung von Rollenklischees!

Ein weiteres mal danke ich für eure Aufmerksamkeit und Pumkin Purr für die Inspiration.







P.S. : Ich hoffe echt das kam nicht zu arrogant. Ich halte mich nicht für besser als Andere oder so, nicht falsch verstehen. Ich bin nur in manchen Dingen vielleicht n bisschen anders und da bin ich ja auch bestimmt nicht der Einzige. Wie das zu bewerten ist überlass ich der Welt, ich will nur nicht, dass irgendwas falsch verstanden wird, das Problem liegt bei mir und nicht bei den Kerlen, ich kenne einige die auch echt cool drauf sind ! [:

Sonntag, 17. März 2013

Glied.

Okay, es ist irgendwas zwischen Samstag und Donnerstag und ich sollte lernen. Ich glaub ich hab eben die größte Kaugummiblase aller Zeiten gemacht und niemand hat's gesehen, aber als sie geplatzt ist, hatte ich alles so komplett um den Mund und sogar bis über Nase und Kinn, I swear!
Ich hab diese Wrigley's Extra Professionals aus der Werbung. Soll hier aber keine Werbung sein, sondern nur der Hinweis, dass die sich für Kaugummiblasen echt zu lohnen scheinen. Glücklicherweise hab ich die vor n paar Wochen geschenkt bekommen. Von mir aus hätte ich mir die wahrscheinlich nie gekauft.
Wenn man so drüber nachdenkt ist es aber ne komische Sache wenn dir jemand Zahnpflegekaugummies schenkt. Das kommt immer wie so ne Anspielung, aber ich hoffe mal nicht. Weiß zumindest noch, dass ein Bekannter von damals mal Anti-Schuppen-Shampoo zum Geburtstag bekommen hat. Das ist dann wohl noch ne Stufe drüber.

Steht hier eigentlich jemand auf Stockbrot ? Ich find das Zeug ja wahnsinnig fabulös. Erinnert mich immer an die Grundschule, als ich ein paar mal gezeltet hab. Wenn ich irgendwann wieder Zelten gehe oder sonst wie mit Lagerfeuer in Kontakt komme, wird es definitiv Stockbrot geben.
Hab gestern wieder ne Streichholzschachtel geleert, weil ich so gerne rumzündel. Als Kind hätte ich das nie gemacht, weil mir wirklich verdammt viel Respekt vor Messern, Steckdosen und Feuer eingetrichtert wurde, aber ich glaube ich werd hier langsam zum Jugendlichen. Hab dann n paar Papiere verbrannt und am Ende haben sich alle aufgeregt, dass es im Haus so danach gerochen hat. Hat aber Spaß gemacht.
Heute morgen war dann erstmal Zeit für le Panik, weil ich n komischen roten Punkt auf der Hand hatte und dachte es wär eins dieser wachsenden Muttermale von denen man Krebs bekommt, wahrscheinlich hab ich mich da aber bloß gestern verbrannt ohne es zu merken. Stupid me!
Oh und was auch übelst cool ist, sind Salt&Vinegar-Chips. Früher konnte man mich mit den Dingern jagen, aber mittlerweile mag ich die echt gerne.

Warum trägt jetzt eigentlich jeder und sein Bruder seinen Hemdkragen bis oben hin geschlossen, obwohl weder Krawatte noch Fliege ? Bei Blusen seh ich's ja noch irgendwie, aber bei Typen find ich das ziemlich befremdlich. Aber bitte, jeder wie er will.
Heute ist übrigens (noch) St. Patricks Day und ich wette im Irish Pub geht grade mega was los. Witzigerweise hatte ich sogar wirklich was (Dunkel-)Grünes an und das, obwohl ich fast nurnoch schwarzen und grauen Kram hab.
Crazy!






Zu viel Niveau auf diesem Blog neuerdings. Verzeiht.

Hahaha ich hab Glied gesagt.

Donnerstag, 7. März 2013

Materialisten

Bankkaufmann.

Ein wahrer Traumjob, so direkt an der Quelle. Geld regiert nunmal die Welt. Wir sprechen hier von geregelten Arbeitszeiten, einem überdurchschnittlich hohem sozialen Ansehen und einer Bezahlung die ein bisschen Luxus im Privatleben nicht ausschließt.
Dank Dresscode und Etikette, weiß man auch genau wie man auszusehen und sich zu verhalten hat. Im Grunde muss man also nur folgen und wird großzügig dafür entlohnt.

Auf der Arbeit bist du nicht mehr der nichtssagende Name auf deinem Personalausweiß, sondern nurnoch der freundliche, überaus niveauvolle Kundenberater von Schalter Zwei. Gedanken um deine Garderobe musst du dir ebenfalls nicht mehr machen. Anzug und Kostüm stehen nicht nur jedem, sondern sie kommen bei der Gesellschaft auch einfach am besten an.

Tritt einfach niemandem auf den metaphorisch- wie auch physischen Schlips und du hast die Chance auf ein perfektes normales Leben.

Cut!

So oder ähnlich würde dann wohl die Gegenposition zu meinem letzten Post eingeleitet werden.
Dass jemand eine solche schreiben sollte, wär an sich auch garnicht so unwahrscheinlich, wenn man überlegt, wie sich der gesellschaftliche Wandel vollzieht.

Ich habe weder Statistiken noch Zahlen, aber ich glaube die Idealisten sterben aus.  
Wir sterben aus Ladies und Gentlemen.
Die Medien haben's mir gezwitschert. Überall heißt es :"Die neue, konservative Jugend". Und es stimmt. Es geht wieder zurück zu den alten Werten, von denen bei Weitem nicht alle schlecht sind, auch wenn ich diesen Wandel gerne negativ sehe.

Wie sich die Jugend nunmal so von ihren Eltern abkapselt, haben wir hier heute das Gegenteil einer 68er-Generation. Das Gegenteil einer Generation freiheitsliebender Hippies und Studentenbewegungen. Proteste und Demonstrationen sind heute nurnoch "was für Assoziale und Punks".

Die Materialisten sind die Hinnehmer.
Die, die sagen, dass es immer genau so gut ist wie es gerade ist.
Und ich will das hier auch nicht verteufeln. Sie sind einfach der Gegenpol zu den Träumern. Sie werden in eine Welt geboren, die bereits ihre eigenen Gesetze hat, also werden diese akzeptiert und für gut befunden, schließlich sind es ja auch Gesetze. Das hat den Vorteil, dass man deutlich besser Leben kann. Im Endeffekt ist das Ziel also nur ein möglichst gutes Leben und in diesem Punkt sind sich Idealismus und Materialismus sogar einig. Der Unterschied besteht in den Mitteln zum Zweck.

Während der Idealist die Welt zum, seiner Meinung nach, Positiven verändern will, nutzt der Materialist die Welt so wie sie ist, um das für ihn beste an Lebensqualität rauszuholen und das, zumindest aus idealistischer, also eigentlich auch meiner Sicht, geschieht auf Kosten der eigenen Persönlichkeit.

Man hat nunmal die Wahl : anpassen, funktionieren und das große Geld oder die Selbstverwirklichung leben und finanziell wie sozial ein bisschen zurückstecken. Die wenigsten haben von beiden Seiten nur das Positive.

Der Nachteil am Materialismus ist meiner Meinung nach aber der Stillstand.
Wo niemand mehr etwas ändern will, wird das bestehende System auch bestehen bleiben. Das bedeutet, dass auch die Ungerechtigkeiten in der Welt nicht verändert werden können, weil einfach jeder alles akzeptiert wie es ist.
Ich meine wie kann es sein, dass Leute sich über offensichtliche Missstände im Klaren sind und trotzdem nicht mehr dazu sagen können als "Es ist eben so. Da kann man nichts machen.". Warum ist es heute wichtiger wohlhabend und angesehen zu sein, als für das zu einzustehen was man ist und was man verändern will ?

Ich sag euch warum : Weil es schwieriger ist anders zu sein, als gleich. Weil es schwieriger ist zu verändern, als hinzunehmen. Und vor allem, weil es schwieriger ist überhaupt noch eine Veränderung durchzusetzen, je weniger Rebellen es gibt.

Und die Rebellen sterben aus.
Zumindest scheint es so.
Trotzdem hoffe ich, ich würde irgendwann einer von ihnen.



Mittwoch, 20. Februar 2013

Idealisten

Bankkaufmann.

Meine Großeltern haben sich das immer für mich gewünscht. Aus irgendeinem Grund hab ich vor allem bei ihnen immer das dringende Bedürfnis sie doch irgendwie stolz machen zu müssen.
Ich hatte in meiner Kindheit verhältnismäßig viel mit meinen Großeltern zu tun und irgendwie fühlen sie sich bestimmt auch an meiner Erziehung beteiligt. Ich will ihnen also irgendwie das Gefühl geben mich nicht verdorben zu haben.

Wie Großeltern nunmal so sind, vertreten sie halt doch die ein oder anderen eher konservativen Ansichten. Auf der anderen Seite sind sie für Leute in ihrem Alter aber auch wirklich tolerant.
Wenn ihnen meine äußerlichen Veränderungen mal nicht gefallen haben, hab ich das immer erst später indirekt durch meine Mutter erfahren. Akzeptiert haben die nämlich eigentlich alles, weil das ja wahrscheinlich "gerade so modern ist", wie sie immer gedacht haben.

Und jedes mal wenn ich sie sehe hab ich trotzdem das Gefühl, meine Haare halbwegs in den Griff kriegen zu müssen und vielleicht mal ein gebügeltes Hemd anzuziehen, weil ich weiß, dass sie sich drüber freuen würden. Im Normalfall tu ich's dann aber doch nicht, einfach weil ich auch keinem irgendwas vormachen will, genauso wie ich wahrscheinlich auch niemals in einer Bank arbeiten werde.
Das wissen sie wahrscheinlich auch.

Die Kinder von heute wollen ja auch nicht länger im Büro sitzen. Wir sind eine Generation von zukünftigen Schauspielern, Models, Autoren, Fotografen, Musikern und Designern.
Wir werden alle Künstler, wenn wir mal groß sind.

Und so sehr die Träumer unter uns auch dafür kritisiert werden : Wer kann es uns verübeln ?

Ich finde in diesem Traumberufen steckt viel mehr als der Wunsch nach einer unrealistischen hohen Bezahlung und einer großen Portion Ruhm. Viel eher spiegelt sich für mich darin etwas völlig anderes wider. Nämlich der Wunsch nach Individualität.

Ich meine : Was haben diese Berufe denn alle mehr oder weniger Gemeinsam ? Was unterscheidet den Künstler vom Schreibtischbesatzer ?

Die Kreativität!

Es geht hier aber, meiner Meinung nach, auch nicht unbedingt um das bloße "Ausdenken" von Sachen, sondern um die Möglichkeit die eigene Persönlichkeit in die Arbeit einfließen lassen zu dürfen und das ist eine Chance, die die meisten "normalen" Berufe augenscheinlich nicht bieten.

Wir sind aber noch nicht am Ende, denn im Grunde muss man das noch ne Stufe weiter interpretieren. Nächste Frage also : Warum wollt ihr das denn überhaupt ? Reicht es nicht, dass ihr mit eurer Arbeit Geld verdient ?

Nicht den Idealisten.
Natürlich wollen wir über die Runden kommen. Wir wollen uns dafür aber nicht verstellen müssen und genau das ist der eigentliche Punkt :

Wir wollen nicht bloß funktionieren. Wir wollen kein bloßes Verhaltensrezept blind befolgen. Wir wollen keine Arbeit verrichten, die auch gut von einer Maschine verrichtet werden könnte.
Denn wir wollen keine perfekt gekleideten Maschinen sein, sondern einzigartige, unperfekte Persönlichkeiten.
Wir wollen unsere Tattoos nicht verstecken müssen, sondern wir wollen zeigen dürfen wie wir sind.

Und das, liebe Arbeitswelt, ließe sich mit eigentlich jedem Beruf vereinbaren.
Ihr müsstet es nur zulassen.

Mit freundlichen Grüßen, stellvertretend für alle Träumer dieser Welt,


Mittwoch, 13. Februar 2013

Zwangssozialisierung

Ich treff mich morgen mit n paar Leuten. Für mich Grund genug für n Blogpost, schon weil ich das seit ner gefühlten Ewigkeit nichtmehr gemacht hab. Und obwohl das für "normale Menschen" wahrscheinlich die Norm ist und ich absolut nichts zu befürchten hab bin ich deswegen n bisschen nervös. Nicht sehr, aber doch n bisschen.

Das Schöne ist ja, dass ich es nicht mal vor mir selbst begründen könnte, aber vielleicht passiert sowas ja aus Routine. So oder so musste ich mich n bisschen überwinden um keine erfundene Ausrede vorzuschieben, nur damit ich's doch noch absagen kann. Diesmal nicht.

Sozialisierungsmaßnahmen - von mir gegen mich verhängt. Weil ich endlich wieder einigermaßen normal über die Runden kommen soll, jetzt wo mein Leben seit langem mal wieder richtig gut läuft. Ich hab mein verdammtes Abi, die Sache ist also gelaufen und mit der Zeit werd ich das schon in meinen Kopf rein kriegen, weil alles immer besser wird. Zumindest so von der Lebensqualität. Und wieder öfter draußen sein ist nunmal eine der coolen Vorstellungen.

Jetzt hab ich nur vor n paar Tagen diese Mail erhalten. Von einem aus der alten Klasse bzw. aus dem Abschlussjahrgang. Den Leuten, von denen ich mich am letzten Tag verabschiedet und sie seitdem nie mehr wieder gesehen hab, was mich auf eine komische Weise jedes mal gefreut hat wenn ich dran denken musste.

Ich will nicht antworten. Ich hab keine Lust auf :"Und was machst du so, jetzt wo du aus der Schule bist ?". Ich hab die Schule hinter mich gebracht - fertig. Ich hab jahrelang drauf gewartet, ich hab alles mitgemacht und ich hab mich verdammt nochmal nie beschwert oder rumgeheult, aber jetzt, wo ich endlich draußen bin, hab ich meine Ruhe da nicht verdient ?

Ich will nicht antworten. Als ich damals erhobenen Hauptes und stolz, als hätte ich sonst was geleistet, da raus marschiert bin, nachdem ich einen, für mich, wirklich gelungenen Abgang hingelegt hatte, war das erste was ich gemacht habe diesen Post endlich abzuschicken. Und den hier später auch.

Das waren verdammt nochmal keine Scherze und ich fühl mich jetzt leicht beschissen. Ich meine nicht "beschissen" im Sinne von schlecht, sondern im Sinne von "jemanden bescheissen". Ich fühle mich betrogen.

Das Leben hat gesagt :"Hey Clyde, 13 Jahre Schule und erst dann kommst du da raus" und ich hab akzeptiert und die durchgezogen. Wie gesagt, ich hab nicht rumgeheult, ich wusste immer wie lange noch und am Ende war dann alles cool. Bis vor ein paar Tagen diese Mail kam.

Ich will nicht antworten. Ich will nicht wissen wie's euch geht. Ich wünsch euch wirklich alles Gute und dass ihr alle eure Ziele erreicht. Ich hoffe ihr findet eure Traumpartner, bekommt einen tollen Job und verdient jede Menge Kohle, aber bitte, lasst mich verdammt nochmal einfach in Ruhe.

Trotzdem weiß ich, dass ich in weniger als 48 Stunden geantwortet haben werde. Einfach damit niemand von denen denkt ich wäre arrogant geworden. Ich hab bestimmt einige schlechte Eigenschaften, aber ich glaube nicht, dass ich arrogant bin. Ich halte mich auch nicht für besser als diese Menschen, im besten Falle ist es sogar andersrum. Ich war mir nur immer so sicher die jetzt endlich ihr Ding machen zu lassen während ich zum ersten mal Meins durchzieh, weil mich "ihr Ding" nie wieder zu interessieren hat.

Warum ist mir aber nach wie vor wichtiger was die von mir denken, als was ich für mich selber will ?







Dienstag, 12. Februar 2013

Review : "Django Unchained"

Es gibt verschiedene Möglichkeiten dem Karneval einigermaßen aus dem Weg zu gehen. Eine davon wäre zum Beispiel sich 3 Stunden lang in einem dunkeln Kino zu verkriechen, sofern man denn noch Platz findet. Denn als ich mich Samstag für besonders schlau hielt und auf einen leeren Saal hoffte, waren doch genug Karnevalsveranstaltungen zur gleichen Zeit, belehrte mich das Leben eines Besseren und setzte mir einen Kinosaal vor die Nase, der so verdammt voll war, dass ich Glück hatte überhaupt noch einen Platz zu kriegen. Und beide Armlehnen. Nennt mich Gott.
Siehe Überschrift, "Django Unchained", ihr wisst Bescheid.

Story : 

Amerika vor dem Bürgerkrieg : Der ehemalige Zahnarzt und Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) aus Düsseldorf, ist auf der Suche nach einem Mann, welcher die von ihm gesuchten Brittle Brüder identifizieren kann. So findet er schließlich einen afroamerikanischen Sklaven namens Django (Jamie Foxx) und macht diesem ein Angebot : Sollte er ihm helfen die Kriminellen ausfindig zu machen, damit Schultz sie zur Strecke bringen kann, erhält dieser einen Teil des Kopfgeldes und seine Freiheit. Weiterhin entschließt sich der Kopfgeldjäger Django bei der Suche nach seiner Frau zu helfen. Was die Beiden zu dieser Zeit noch nicht wissen : Diese befindet sich im Besitz des skrupellosen Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio).

Zum Film :

Was haben wir anderes erwartet - Tarantino hat's immernoch drauf. Der Film hat alles : Action, Drama, Liebesgeschichte, ne gute Story und einen wirklich verdammt guten Humor. Normalerweise gehe ich für Komödien nichtmal mehr ins Kino, weil man 90% davon sowieso abschreiben kann und die meisten dieser Filme meinen Humor einfach nicht treffen, aber Django Unchained ist neben der guten Story und einer für Tarantino typischen Gewaltdarstellung, wirklich witzig. Ich rede hier nicht von Slapstick. Der Film bezieht einen sehr großen Teil seines Charmes aus den wirklich unglaublich guten Dialogen, von welchen - und das muss an dieser Stelle mal gesagt werden - keiner schon im Trailer verbraten wurde. Daneben natürlich noch jede Menge pechschwarzer Humor, sofern man denn drüber lachen kann.

Ich muss zugeben, dass ich, obwohl  ich (glücklicherweise) absolut ungespoilert in den Film gegangen bin, relativ hohe Erwartungen hatte und ich halte mich auch für einigermaßen Anspruchsvoll. Ich bin niemand der in einen Tarantino-Film geht und diesen von Anfang an gut findet nur weil Tarantino drauf steht. ABER bei dem hier hatte ich praktisch keine andere Wahl. Der Film ist einfach verdammt cool.

Allen voran verdankt er das, meiner Meinung nach, Dr. King Schultz. Die Rolle wurde Christoph Waltz, den ich schon vor dem Film, jetzt aber noch viel mehr, geliebt habe, ja geradezu auf den Leib geschrieben.
Die erste Hälfte des Films, machte es auf mich sogar den Eindruck, als ob er die eigentliche Hauptrolle spielen würde, spielt er doch alles und jeden (darunter auch Jamie Foxx, der seinerseits aber natürlich auch nicht gerade ein schlechter Schauspieler ist) mit Leichtigkeit an die Wand. Letzten Endes erkennt man aber natürlich noch, wer die eigentliche Hauptperson ist, also keine Sorge darüber. Bester Nebendarsteller für Christoph Waltz ? Ich wünsch es ihm.

Dann ist da natürlich noch DiCaprio, der einen wirklich großartigen Antagonisten abgibt. Seit einigen Jahren, spätestens seit Inception und Shutter Island, hat der Mann ja meinen größten Respekt. Und obwohl er schon so lange im Geschäft ist, hat er, soweit ich weiß, vorher noch nie den Schurken gegeben. Ich hab aber schon vor n paar Jahren gesagt, dass das was für ihn wäre, denn irgendwie hatte er für mich schon immer das Gesicht dazu. Ich klopf mir also einfach mal selbst auf die Schulter und sage : Richtig gedacht - Das hat er nämlich auch drauf.

Nicht zu vergessen ist übrigens auch Samuel L. Jackson, der seine Rolle ebenfalls wirklich gut rüberbringt. Gastauftritte könnte ich erwähnen, für den Fall, dass ihr den Film aber noch nicht gesehen habt, lass ich sie hier erstmal weg. Ist vielleicht überraschender so.

Neben dem wirklich guten Film, erwartet den Zuschauer auch noch ein ziemlich cooler Soundtrack. Tarantino hat hier auch mit aktuellerer Musik experimentiert und obwohl ich im Vorfeld deswegen leicht skeptisch war, ist ihm das natürlich wieder mal echt gut gelungen.

Der Film hat, wie schon erwähnt, fast drei Stunden Laufzeit und obwohl er mir stellenweise das Gefühl gab verschiedene Handlungsepisoden einfach aneinander zu reihen, füllt er die Zeit vollkommen und ohne wirkliche Längen aus.
Einziger Kritikpunkt war für mich eigentlich nur der Folgende :
Nach dem (meiner Ansicht nach) Höhepunkt des Films (wer ihn gesehen hat wird wissen was ich meine), flacht die Handlung für mich so ein bisschen ab. Soll heißen : Sie erreicht einfach nicht mehr diese Höhe auf der sie sich da eben befindet (und diese Stelle ist wirklich großartig). Für mich wäre demnach auch ein alternatives Ende (zusammen mit dem Höhepunkt der Handlung) in Frage gekommen, was ich hier jetzt aber nicht näher ausführen kann ohne zu spoilern. Trotzdem ist das Ende in Ordnung und tut dem restlichen Film keinen zu großen Abbruch.

Ich empfehle übrigens den O-Ton. Christoph Waltz spricht im englischen Original nämlich ebenfalls mehrfach Deutsch, was in der Synchronfassung natürlich nicht rüberkommt. Auf der andern Seite muss ich sagen, dass ich auch nur letztere gesehen habe, weil der Film im Originalton hier nur zu unmöglichen Zeiten und in kaum einem Kino läuft, aber ich werd mir später sowieso die DVD kaufen und das nachholen.

Wertung :

Ich gebe Django Unchained 7,5 von 10 möglichen Punkten. Entsprechend also absolut zu empfehlen. Die IMDb-Wertung beträgt übrigens 8,6 von 10 [Stand 12.02.2013 /  183.499 Votes] 
Apropos : Wenn ihr mal wissen wollt, ob n Film gut ist oder einfach nur gute Filme sucht : Auf die IMDb-Wertungen kann man sich meiner Erfahrung nach in den allermeisten Fällen verlassen. Da Stimmen nämlich Filmfans aus aller Welt ab und wer, wenn nicht die, sollen bitte Ahnung von sowas haben ?

Viel Spaß im Kino an alle die noch das Vergnügen haben sollten!