Freitag, 30. November 2012

Vorstadtmafia und wie man sie entfernt

...um mal eine reißerische Überschrift zu geben.

Ich glaube ja manchmal an mir ist ein kleiner BILD-"Journalist" verloren gegangen, so ungern ich einen solchen Job auch machen würde.
Das heißt, eigentlich garnicht mal so ungern. Manipulation an sich macht bestimmt Spaß, aber nur eben nicht zum falschen Zweck.
Wobei aber wahrscheinlich jeder alles tut wenn nur das Geld stimmt.

In letzter Zeit ist mir wieder öfter nach Revolution. Einfach Sachen umschmeißen die einen annerven. Politisch ist sowas sicherlich auch irgendwo machbar, aber meine Konflikte mit der Welt ergeben sich grundsätzlich eher auf sozialer Ebene.
Ob und wie man über Jahre, Jahrzehnte, vielleicht sogar über Jahrhunderte bestehende Verhaltens- und Denkweisen umkrempeln kann ist mir dabei garnicht so sicher. Ich will's trotzdem.

Blablabla, komm zu Punkt.

Also "Vorstadtmafia" :
Ich wohne in einem Ort dessen Name auf der Silbe "-dorf" endet. Der Ort selbst ist kaum 10 Minuten von der Innenstadt entfernt und deswegen bezeichne ich ihn für gewöhnlich eher als "Vorstadt", aber was das Denken hier betrifft, können wir wirklich mit jedem Kuhkaff da draußen mithalten.

Die Rede ist von Dorfmentalität.
Für mich eines dieser völlig unnötigen und heute immernoch viel zu häufig auftretenden sozialen Phänomene.
Vetternwirtschaft, Mitläufertum und mafiöse Strukturen im kleinen Stil.
Die Macht dabei liegt bei den alteingesessenen Gemeinschaftsmitgliedern.

Im sogenannten Dorf ist es so, dass besonders auf deren Meinung enormen Wert gelegt wird.
Die grauen Herren sitzen im Vorsitz von lokalen Fußball- und Schützenvereinen sowie der freiwilligen Feuerwehr und wer es sich mit einem von ihnen verscherzt, ist in der Gemeinschaft schon mal ganz schnell unten durch.

Wenn du zu sehr auffällst oder dich völlig aus der Dorfgemeinschaft raushälst, bist du komisch, wer komisch ist über den wird geredet und das im seltensten Fall positiv.
Gut dagegen stehen die Mitglieder der "prominenteren" Familien. Zwar kennt ja sowieso jeder jeden, aber diese kennt man eben noch viel besser, weil sie entweder kleinere politische Ämter inne haben, diversen Vereinen vorsitzen, die Ortskneipe leiten oder einfach nur am längsten hier wohnen.

Vorzeigbare Kinder sind ein Bonus, möglichst mit einer angestrebten Zukunft in der Gemeinschaft ganz nach dem Vorbild der Eltern, regelmäßiger Präsenz auf Dorffesten und einer Stammtischmentalität.
Normal müssen sie sein, sonst wird wieder geredet.
Hier gilt Einheitslook : Weiß-Hellblaues Kurzarmhemd, ein Knopf zu weit geöffnet mit irgendeiner Kette. Dazu Millimeterschnitt und Haargel.
Die Mädchen platinblond oder rotbraun. Der überdurchschnittliche Gebrauch von Schminke ist positiv zu beurteilen.
Kurze Haare, Sidecuts oder ähnliches wären hier ein Kapitalverbrechen und ein gewisser Ausschnitt ist natürlich Pflicht.

Man festigt bestehende Strukturen druch regelmäßige Vetternwirtschaftsschleimerei. Wer Essen geht, geht grundsätzlich ins Stammlokal und es ist nicht ungewöhnlich, wenn Leute im teureren Laden einkaufen gehen, solange dieser nur einem eingesessenen Dorfbewohner gehört. Neue Etablissements mit Wurzeln von Außerhalb halten sich ohnehin selten länger als ein halbes Jahr.

Das erstaunliche ist, dass mir das, so lange ich hier auch schon wohne, erst vor einigen Jahren im eigenen Ort bewusst geworden ist, war ich doch eigentlich ständig damit konfrontiert.
Auslöser war eine Situation in der meine Großeltern den deutlich teureren Service eines Ortsbekannten Dienstleisters der preisgrünstigeren Alternative von Außerhalb vorzogen, um die Gemeinschaft nicht gegen sich aufzubringen. Die haben also für eine größere Sache einfach mal viel mehr bezahlt als eigentlich nötig, nur um nicht in irgendjemandes Missgunst zu fallen und ich mache ihnen dabei keinen all zu großen Vorwurf, sondern eher dem System, dass sie zu sowas zwingt.

Wie also entfernt man sie, die Kleinstadt-Cosa-Nostra ?









...um mal (wieder) einen reißerischen Artikel zu geben.



Montag, 26. November 2012

Endzeit

Ich versuch einfach irgendwas zu improvisieren, um nicht vergessen zu werden. Vielleicht auch als Aufzeichnung für die Nachwelt. Hauptsache ihr wisst von meinem Verbleib.

Was ist los auf den Straßen unserer Nation ?

Ich hab die Tage Cloud Atlas gesehen. 8,5 von 10 wenn ihr mich fragt und ich halte mich doch für einigermaßen kritisch. Bevor die Welt am 21. Dezember implodiert solltet ihr also unbedingt nochmal ins Kino !

Meine Pläne für's Armageddon wurden ja leider verworfen, auch wenn ich schon fast ein Jahr dran gearbeitet hab. Ich war mir so sicher, dass ich, angenommen es kommt wirklich zur Stunde Null, da runter fahren würde, zu ihr, um dann lächelnd ihre Hand halten zu können während wir alle ins Gras beißen, aber diesen Job wird dann wohl ihr Freund, auf den ich meinen Hass bis dato komischerweise noch garnicht projeziert hab, übernehmen. Vielleicht denk' ich da auch ausnahmsweise mal zu rational, aber ich kann doch niemanden dafür hassen, dass er einfach nur das so ziemlich größtmögliche Glück hatte, oder ?

So oder so ist da ja noch Plan B. Deutlich einfacher zu realisieren :
Hausdach, Popcorn, Menschen die sich gegenseitig den Schädel einschlagen, plündern, rauben, brandschatzen, was man eben in seinen letzten Stunden so tut und die Apokalypse. Und hey, mein Dach ist groß, also wenn jemand den Untergang der Zivilisation aus der ersten Reihe erleben will...

Letzte Woche hab ich im Bus dieses kleine Mädchen gesehen mit ihrem ausdruckslosen Grinsen. Dick rötlich angeschwollene blutende(!) Augen und eine Zahnlücke. Schien ja aus irgendeinem Grund der Einzige zu sein dem das aufgefallen ist.
Womit haben wir's hier zu tun ? Killervirus ? Zombies ? Oder einfach nur verantwortungslosen Eltern, die ihr mehr als eindeutig krankes Kind nicht zuhause lassen ?
Ist es an dieser Stelle zynisch zu sagen, dass ich "nur" auf Letzteres hoffe ?

Vielleicht sollte ich auf die schnelle noch irgendeine Sekte gründen. Paranoid genug bin ich ja.

Und bis vor einer Woche hab ich noch nicht einmal dran geglaubt.

PEACE!







Samstag, 10. November 2012


My name is Clyde Barrow. 
This is my room; this is my bed; this is my life. 
I am nearly 20 years old. In less than a year I'll be dead. 
Of course I don't know that yet, and in a way, I'm dead already.


3:00h.

Ich würde behaupten ich war nie wirklich glücklich mit meinem Leben.
Soweit ist das aber nicht dramatisch, denn ich hab es auch nie gehasst.
Wirkt ja immer so, als ob Menschen nie lange glücklich mit ihrem Leben sein können.
Immer wieder findet man Dinge die man gerne ändern würde und sucht sich neue Ziele.
Das ist okay so.

Bis vor kurzem hab ich mich immer damit getröstet, dass alles besser werden wird. Ich wusste woran es lag, dass es mir schlecht ging und ich hatte diese Gründe für meine emotionalen Tiefs immer vor Augen. Ich wusste auch, dass diese Gründe nicht ewig existent sein würden und ich somit nur auf die Zeit warten müsste in der alles besser ist um mich dann endlich entfalten zu können.
War ja immer klar, dass nichts so bleiben würde wie es zu verschiedenen Zeiten war, dafür bin und war ich auch einfach zu jung.

Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt angelangt der so rein Lebensqualitätsmäßig weit überhalb meines bisherigen Durchschnitts liegt.
Einem Punkt an dem es mir gut gehen müsste.
Ich hab tatsächlich noch meinen Studienplatz bekommen und 'ne Hand voll netter Leute kennen gelernt. Wirkliche Probleme, nicht mal mehr richtige Feinde hab ich mehr. Seit der fünften Klasse hatte ich nicht mehr keine Feinde.
Und trotzdem, ich bin es einfach nicht.

Ich hab mich in den letzten Wochen gezwungen diesen Post nicht zu schreiben, weil er in meinem Kopf so undankbar klingt.
Ich will keiner dieser Blogger sein die 5 mal die Woche posten wie scheiße ihr Leben ist. Mein Leben ist nicht scheiße, im Gegenteil, ich kann nur irgendwie nicht wirklich damit umgehen.
Und das ganze hätte ich schon früher schreiben sollen. Ist verdammt nochmal mein Blog und wenn ich nunmal das Gefühl habe, dass es mir scheiße geht, dann werd ich das ernst nehmen dürfen, völlig legitim.
Jeder sollte das.

3:25h.

3:26h.

3:27h.

Damals hat ein Mädchen sich noch Sorgen gemacht vergessen zu werden.
Heute ist meine zweitgrößte Angst im Leben, dass dieses Mädchen mich vergisst.
Und meine Größte ist, dass sie mich in schlechter Erinnerung behält.

Ein Mädchen von dem ich vor etwa 4 Minuten entschieden habe, dass ich wohl in sie verliebt bin und war, auch wenn ich das Wort "verliebt" in fast 2 Jahren immer vermieden habe, obwohl es doch trotzdem jeder wusste.

Ich hatte versucht ihr die Sache zu erklären, weil sie vorschlug, dass wir ja jetzt einfach Freunde sein könnten und ich glaube sie hat meinen Standpunkt einigermaßen verstanden.
Sie hat gesagt, dass es okay ist wenn ich vorerst Abstand von ihr will.
Dann, und das hatten wir nicht abgesprochen, hab ich sie gelöscht.

Jetzt will ich den Kontakt mit ihr mittlerweile so sehr, dass ich drauf und dran bin diese Freundschafts-Sache zu akzeptieren, weil ich zwar weiß, dass es mir langfristig wahrscheinlich eher schadet, sie mich dafür aber wenigstens mögen würde, sich also positiv an mich erinnert.
Brech ich den Kontakt endgültig ab, wird sie mich wohl bestenfalls als einen dieser Idioten abstempeln, die das Interesse an einem Mädchen in der Sekunde verlieren, in der sie erfahren, dass diese einen Freund hat.

Das Gegenteil ist der Fall. Nach wie vor ist sie der interessanteste Mensch den ich kenne, was die Vorstellung sie für immer zu streichen ziemlich beschissen aussehen lässt.

3:52h.

3:59h.

4:00h.

...im Grunde will keiner von uns den Kontakt abbrechen. Das Problem ist nur, dass zumindest ich das sollte.















Mittwoch, 7. November 2012

Amir und Patricia, die sind jetzt zusammen

...zumindest wenn man der unfreiwilligen Buddy-Ogün-Impersonator-Crew aus der letzten Reihe glauben schenken darf. Aber wer das mit so einer Überzeugung durch den Bus grölt kann wahrscheinlich garnicht falsch liegen. Ich wünsche den Beiden daher an dieser Stelle ersteinmal ausdrücklich alles Gute.

Mjaa, ich fahre wieder mit den Öffentlichen.
Aber ja, selber schuld, wär ich doch ein arbeitsloser Gammler geblieben.

Das hier ist so eine Art Hilferuf, an alle die ein ähnliches Schicksal teilen.
Man wird ja echt psychisch krank von dem Scheiß. Und nein, ich rede nicht von Kiddies die irgendetwas durch den Bus brüllen, ist ja manchmal sogar ganz witzig und ich brauchte bloß einen Aufhänger für diesen Post. Busfahren nervt aus einem anderen Grund.

Da sind also diese 2 Busse mit denen ich fahren kann. Komischerweise kommt der erste von beiden immer zu früh und der Zweite, mit dem ich auch noch einigermaßen pünklich sein könnte immer zu spät.
Ich hab meine (Handy-)Uhr überprüft und auch den Fahrplan um sicherzugehen, dass ich mir das nicht nur einbilde. Tu ich nicht und das passiert wirklich jeden beschissenen Tag.

Aber okay, chronischer Zu-spät-kommer war ich auch schon auf der Schule.
Kann ich mit leben, gibt Schlimmeres.

Menschen. Gottverdammt, Menschen.
Ich darf das nicht sagen, aber ich hasse sie schon fast wieder.
Vor allem jetzt, wo sie täglich im dicht gedrängten Bus um mich herum stehen und ihre Bazillen und Keime auf mich abwälzen wollen. Ich bin sowas von kurz davor mir 'ne Familienpackung von diesem coolen weißen Atemschutzmasken zu kaufen wie sie in Asien oft in der Öffentlichkeit getragen werden. Kann man ja auch anmalen die Teile.

Aber warte noch, der intollerante Teil kommt erst jetzt :

Ich bin ab jetzt öffentlich und ganz offiziell für den Verbot von Kinderwagen in öffentlichen Verkehrsmitteln und ich gebe es euch schriftlich : Jede politische Partei (mit ein paar wenigen Ausnahmen auf der rechten Seite), die sich für ein solches Verbot einsetzt wird meine volle Unterstützung haben.

Ich HASSE Kinderwagen in Bussen. Ich hasse sie.
Ich weiß, wir benutzen das Verb öfter als wir es wirklich meinen, aber es war selten so sehr mein Ernst wie jetzt.

Je voller der Bus um so mehr von den Scheißteilen werden noch reingequetscht. Wenn man dann als dicht gedrängte Menschenmenge nicht genug Platz schaffen kann oder sonst irgendwie die Reise einer beschissenen Metallkonstruktion auf Rollen mit seinem Körper aus Fleisch und Blut in irgendeiner Weise einschränkt ist man natürlich der Arsch.

Tatsächlich projeziert sich mein Hass aber viel zu sehr auf leblose Objekte und deren Inhalt, vergessen wir also nicht die eigentlichen Verantwortlichen : Mütter und Hersteller.

Zuerst Letztere : Warum zum Teufel, wirklich, warum - zum - Teufel, müssen diese Scheißteile so verdammt riesig sein ?
Hat sich irgendjemand in so einer Kinderwagenfirma mal die Größe eines Babys angesehen oder pflanzt man sich in dieser Branche, frei nach "Ich fresse nicht wo ich arbeite", nicht fort ?
Ich bin ja kein Experte und möglicherweise liege ich ja falsch, aber ich glaube, dass Kinderwagen auch deutlich kleiner sein könnten, wenn es nur darum geht ein Baby von A nach B zu kriegen.

Abgesehen davon (und jetzt kommen wir zu den Müttern), kann man sein Kind auch anders transportieren.

Also mja, die Mütter...
Ich komm' also nach Hause, schmeiß den PC an und google erstmal "Kinderwagen" und "Bus", in der Hoffnung, dass irgendjemand da draußen meine Meinung teilt.
Nicht wirklich.

Stattdessen, und das hat mich erst provoziert das hier mal loszuwerden, finde ich nur haufenweise Forenthemen in denen sich irgendwelche Mütter darüber aufregen, dass sie mit ihren drecks Kinderwagen im Bus nicht wie Königinnen behandelt werden.

Zusätzlich noch dieser Post : *klick*

Ich weiß. Ich reagiere eventuell zu empfindlich, kann sein, aber trotzdem :
Warum ist es der Autorin so wichtig hervorzuheben, dass die Frauen Migrationshintergrund haben ?
Was tut das zur Sache ?
Und hätte sie auch geschrieben, dass die entsprechenden Damen keinen Migrationshintergrund hätten, wenn das der Fall gewesen wäre ?

Was auch immer. Ich bin raus.