Mittwoch, 14. März 2012

Vom Wunsch sich freiwillig Feinde zu machen

Hallo Welt.
Clyde Barrow hier, unter dem Namen eines 30er-Jahre-Schwerverbrechers, im Körper eines 19-jährigen Kindes, mit dem Geist eines zukünftigen Nihilisten.

Während ich diesen Satz schreibe haben wir 17:56 und ich glaube die Sonne geht bald unter. Wenn sie das tut sieht man von diesem, meinem Zimmer aus für gewöhnlich ihr rötliches Spiegelbild im Fenster des Hauses am Ende der Straße.

Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an den Beitrag von vor 7 Tagen und 3,25 Stunden.
Ich schätze nämlich ihr hattet Recht.

10. März 2012 : Habe fast gegen den Badezimmerspiegel geschlagen. Hätte weh getan.

Ich wusste sogar schon vorher, dass ihr Recht hattet. Wahrscheinlich wollte ich bloß trotzdem, dass du mir das Gegenteil rätst. Das Gegenteil ist so leicht.
Vor 4 Tagen dann hab' ich mich spontan vor den Spiegel gestellt. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Neugier. Aber ich mochte den Typen nicht. Äußerlich nicht, aber vor allem nicht wie er sich verhielt. Denn ich kannte ihn, irgendwie.
Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich nicht ich selbst bin.
Das bedeutet ich muss versuchen ich zu werden. Ein paar Klamotten oder ein komischer Haarschnitt würden aus mir aber noch keine andere Person machen.
Ich muss herausfinden wer ich eigentlich bin oder sein muss, denn solange ich mich nicht zu hundert Prozent mag, mach' ich definitiv noch irgendwas falsch.
Ich weiß nur noch nicht wer ich eigentlich sein will.
Wahrscheinlich wär's cool wenn ich sagen würde was ich denke. Und damit meine ich praktisch immer, denn im Moment sage ich schließlich was ich denke. Klar würde eine optische Veränderung folgen, aber die steht eben nur an zweiter Stelle. Ich will einer dieser Menschen sein die ich bewundere. Leider sind gerade das auch Menschen die mein Umfeld eher belächelt oder auch missachtet.
Ich müsste mich folglich darauf einstellen möglicherweise auch wieder damit konfrontiert zu werden. Damit also meine Sicherheit aufgeben. Alle sagen immer, sei du selbst, aber unterschwellig wird doch ständig vermittelt "pass dich an". Das ist verwirrend.
Aber jetzt hab ich wenigstens ein Ziel. Ich muss herausfinden wer ich bin oder sein will und ich muss lernen mit Ablehnung umzugehen. Immerhin würde ich diese Ablehnung dafür erfahren, dass ich ich bin. Und ist das nicht besser als Zuneigung für das Verkörpern eines Menschen den ich garnicht mag ?
Und wenn ich lerne damit umzugehen - wer weiß - vielleicht bin ich dann ja schon ich selbst.

Kommentare:

  1. Diese Sache habe ich schon so viele Male vor Augen gehabt. Ich bin immer wieder gescheitert und weißt du woran? Dass ich dachte, dass ich nicht ich selbst bin. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.. Ich hab nach einer Zeit einfach das eingekauft, was ich wollte und ich habe das gemacht, was ich wollte - mich einfach nicht beeinflussen lassen. Ich habe "Freunde" verloren, aber das ist egal. Ich wollte nicht mehr mit solchen Leuten rumhängen, also einfach mit dem Quatsch den ich gemacht habe, Schluss gemacht. Einfach fallen lassen, Clyde und gib dir Zeit.

    Grüße :)

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  2. okay. ich hatte grade 8672 unterschiedliche Anfänge für den Kommentar hier im Kopf und irgendwie sind alle weg. also beginnen wir das hier mit einem komischen Satz und alles wird gut.
    ich würd mal sagen.. ich wünsch dir Glück. es ist nicht einfach mal richtig ehrlich zu sein, bzw zu sagen, was man denkt, und so zu sein, wie man sein will. aber ich denke, du kriegst das schon iwie hin, und hey - im Endeffekt kann man auch ohne diese Sicherheit sehr gut leben.

    LG, L (;

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  3. Goldstück, veränder dich ja nicht optisch!
    (Außer du lässt dir wieder diese ultra-heiße frisur von damals machen...
    -schmelz-.. eh, ja... lassen wir das)

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  4. Ich weiß nicht genau, was ich hierzu sagen soll, aber ich möchte unbedingt etwas sagen. o: Beziehungsweise schreiben, aber sehen wir das mal nicht so eng.
    Ich denke, dass so eine Selbstfindungsphase einige Zeit beanspruchen wird, aber letztendlich lohnt es sich. Vielleicht liege ich völlig falsch, aber eventuell wäre es vielleicht sogar eine gute Idee mit einer optischen Veränderung zu beginnen. Oder zwei, oder drei, wenn dir die ersten nicht gefallen haben. Manchmal hilft das. Geht zumindest mir so. Aber eine Sache, bei der ich mir ganz sicher bin, ist, dass du auf jeden Fall zu dir selbst finden wirst und irgendwann zufrieden mit dir bist. Achtung, gefährlicher Übergang - dann wirst du dich auch wieder richtig gern mögen und es wird dir nichts ausmachen, wenn irgendwelche Menschen meinen meckern zu müssen. Und vielleicht tat es dir auch gut (Ach das klingt jetzt komisch ._.) sowas erlebt zu haben damit du, wie du schon geschrieben hast, nicht so einer wirst. Alles wird gut! :D
    o.o Ja, Heulen im positiven Sinne. Wäre merkwürdig wenn ich wegen deiner Kommentare traurig werden würde xD

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