Freitag, 30. März 2012

Slippin' into better worlds

Sie hat gesagt ich sollte es mir aufschreiben. 
Also los.

Ich hab' überlegt warum ich manchmal so realitätsfremd bin.

Die Meisten stecken doch einfach voll im Leben. Es ist als ob sie für alles hier gemacht wurden. Gesellschaft. System. Sozialen Umgang.
Ich dagegen breche immer wieder aus. Verliere mich in Gedanken oder Fantasie und betrachte die Welt immer so ein bisschen von Außen. Es ist als ob ich keinen Draht zum Alltag habe, denn ich hinterfrage ihn doch irgendwie durchgehend. Vielleicht hab' ich sogar Angst mich einem vorgefertigten Lebensmodell zu fügen. Auf jeden Fall suche ich ständig nach einem Sinn. Aber auch nur bei solchen Dingen, von denen mir Andere durchgehend erzählen, dass sie einen Sinn haben würden. Dingen wie Karriere, Anpassung, Geld, Autoritäten, Normalität, Pflichten und Tabus. Dinge die mir bei weitem weniger Sinnvoll erscheinen mögen als den meisten Anderen.
Die oben Genannten sollen nur eine Art Beispiel sein.

Meine Theorie, warum ich so weltfremd bin ist, dass ich einfach zu schlecht im Leben bin. "Leben" bezeichnet in diesem Fall aber den sozialen und nicht den biologischen Prozess.

Wenn Menschen in etwas gut sind, dann mögen sie es meistens auch.
Wer gut im Fußball ist, wird sich auch früher oder später dafür interessieren und es mögen, vielleicht im Verein spielen oder sogar Profi werden. Wer in einem Videospiel besser ist als alle Anderen, der wird online Spielen und in der Weltrangliste aufsteigen wollen. Jeder ist doch gerne in irgendwas gut und wenn er es findet, wird er seinen Vorteil nutzen und es genießen.
Andersrum wird kein Mensch dauerhaft einer Tätigkeit nachgehen die ihm absolut nicht liegt.
Wenn du den Ball nicht triffst, wirst du auch nicht im Verein spielen können, die anderen werden vielleicht garnicht mit dir spielen wollen und du wirst schnell die Lust verlieren. Kriegst du das Spiel nicht auf die Reihe und wirst auch nicht besser, wirst du ein Anderes spielen oder rausgehen und Fußballprofi werden. Was weiß ich. Wer aber schlecht in etwas ist, verliert das Interesse. Und ich bin schlecht im Leben und gerade auch deßhalb vielleicht gut im Träumen.

Das ist voll okay.
Ich bin eben so.
Vielleicht macht es mich ja auch ein Stück weit zu jemand Besonderem, was aber aucg nicht heißen soll, ich wäre der einzige der so ist.

Klingt das plausibel ?

Sonntag, 25. März 2012

Suit up

Gründe für diesen Beitrag sind diverse Gedanken bezüglich der aktuellen Situation, ein Post von Mietzekotze und das Gespräch, was ich gestern Abend mit meinen Eltern hatte.
Ich will das hier schon 'ne ganze Weile schreiben und ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere meine Meinung diesmal möglicherweise nicht teilen wird.
Das ist auch völlig okay soweit, denn loswerden muss ich's trotzdem mal.

Ich fange an eine Abneigung gegen Anzüge zu entwickeln.
Beziehungsweise : Ich hab schon vor einiger Zeit damit angefangen.

Der Moment in dem es mir wirklich bewusst wurde, war die Nacht, in welcher ich die Oskarverleihung im Fernseh'n verfolgt hab. Da sind also diese Reporter auf dem roten Teppich und diskutieren, welche der anwesenden Damen das schönste Kleid trägt. Soweit so gut. Gibt sicherlich Interessanteres, aber der Punkt war ein anderer. Und zwar, interessierte sich wirklich niemand für die Kleidung der Herren.
Hätte natürlich auch keinen Sinn gemacht, denn ich würde schätzen 95% von denen trugen einen schwarzen Smoking mit weißem Hemd und Fliege. Die anderen 5% mal eine Krawatte oder ein schwarzes Hemd mit weißer Fliege. Und mal ehrlich : Was wäre ihnen denn für eine gesellschaftskonforme Alternative geblieben ?

Tja, dann eben ganz uniform in Uniform.
Sowas hat für mich aber immer eine optische Aussage. Etwas von wegen :"Ich unterwerfe mich".
Uniform bedeutet Unterwerfung. Man unterwirft sich dem Staat als Polizist oder Soldat. Man unterwirft sich seinem Arbeitgeber oder man unterwirft sich, wie auch in diesem Fall, einer sozialen Konvention.
Diese Konvention schreibt Männern vor, dass sie gleich auszusehen haben. Denn jeder trug Smoking. Und was ist ein Smoking ? Eine festlichere Form eines Anzugs.

Sehen wir uns das mal auf Alltagsebene an :
Was trägt der kleine Versicherungsvertreter, der von Haus zu Haus geht um euch irgendwas von Zahnersatz zu erzählen ?
Was trägt der Typ in der Bank ?
Was trägt der Sekretär ? Der Makler ? Der Moderator ?
Was tragen Geschäftsleute in einem Meeting ?
Was trägt man in gehobener Gesellschaft ?
Und was trägt der durchschnittliche Mann, am wahrscheinlich wichtigsten Tag seines Lebens, der Hochzeit ?

Der Sinn der Rethorik verbietet es mir an dieser Stelle dir eine Antwort auf diese Fragen zu geben, denn ich setze vorraus, dass du es dir schon denken kannst.
Wir setzen den erfolglosen Versicherungsfutzie also mit dem Bräutigam gleich ?
Vergleich das mal mit Frauen. Vergleich mal die Aussagekraft und Bedeutung eines schönen Brautkleides mit denen eines Anzuges, ein Kleidungsstück welches auch jeder kleinere Geschäftsmann wirklich jeden Tag an hat.
Ich schätze da geht F von X für X größer Null gegen minus Unendlich.
(Ja. Das bedeutet er hat absolut keine Aussagekraft mehr.)

Frauen haben so verdammt viele Möglichkeiten, während Typen, wann immer es auf Seriosität oder Festlichkeit ankommt von den allgemeinen Meinungen zum Anzug genötigt werden.
Wir haben doch auch garkeine Alternative !
Es gibt doch nichts was man auf einem entsprechenden Anlass anstelle eines Anzugs tragen könnte ohne dumm angeguckt zu werden.

Dieser Gedanke beschäftigt mich. Und zwar begründet.
Abitur endet ja bekanntermaßen mit dem Abschlussball, zumindest ist das hier so. Und während die Mädchen von Geschäft zu Geschäft rennen, sich untereinander austauschen, Tipps geben, konkurrieren und versuchen sich das persönlich am besten passende Outfit zu beschaffen, zucken die Jungs mit den Schultern und tragen Anzug. Es ist klar, dass sie Anzug tragen. Die meisten haben ja schon einen, man fällt nicht auf und alle sind glücklich. Auch die Mädchen, die von uns ja garnichts anderes erwarten. Eine Handlung zuwider dieser Denkweise würde lediglich mit Spott und Verachtung gestraft. Wie's halt immer ist.
Und ja : Ich habe einen Anzug. Und er steht mir auch relativ gut für ein solches Kleidungsstück, aber ich will einfach kein Teil einer grau-schwarzen Masse sein. Eine Masse, die der bunten Individualität verschiedenster Kleider gegenübersteht.
Kommt mir bitte nicht mit bunten Anzügen. Das sind immernoch Anzüge. Ich will die Möglichkeit selbst mitentscheiden zu können, was für eine Art Kleidung ich trage und zwar so, dass mich niemand dafür kritisiert. Kritisieren darf man mich natürlich schon, wenn einem nicht gefällt was ich trage. Man sollte mich aber nicht wegen 'Unangemessenheit' von Kleidung verurteilen dürfen.

Anzüge sind nur deßhalb seriös, weil die Gesellschaft sagt, dass es so ist, weil es in irgendwelchen Dresscodes steht und weil irgendwer mal festgelegt hat, dass es so wäre.
In einem Paraleluniversum würde man sicher dafür ausgelacht werden, sich ein Stück Stoff um den Hals zu binden und runterbaumeln zu lassen wie eine Hundeleine. Und ja, ich darf mit sowas Argumentieren, denn mit ein wenig Fantasie kann das auch irgendwie nachvollziehbar sein.

Ihr habt meine Argumente, jetzt will ich 'ne Meinung hören.
Danke im Vorraus und seid ruhig ehrlich.

Peace!

Freitag, 23. März 2012

Eine Hasspredigt aus aktuellem Anlass

Es braucht drei Sachen, welche du haben solltest um den folgenden Beitrag wirklich verstehen zu können :
  1. Eine oder am besten auch mehrere Lieblingsbands
  2. Eine Person die du nicht ausstehen kannst à la "Ich ziehe alles an was das Schaufenster mir gibt und was nicht normal ist ist automatisch schlecht."
  3. Ein kleines bisschen Fantasie
Liest du noch ?
Gut, dann willkommen im Klub.

Ich spar mir diesmal die Einleitung und komm direkt zum Punkt :
Die Meinungen mögen geteilt sein, aber ich finde, dass man keine Bandshirts tragen sollte, wenn man die Band nicht mindestens kennt und auch irgendwie mag.
Und meine persönliche Person, der bei Punkt No.2 genannten Sorte, hat diese Regel gestern ja sowas von gebrochen, zertrümmert und auf die Überbleibsel gekotzt.
Ich meine wirklich : Die kommt da mit ihrem Modepüppchen-Schaufenster-Dress und trägt dazu mal ganz niedlich ein Ramones-Shirt.

[Kunstpause, damit Leute mit ähnlicher Ansicht den Schock verarbeiten können]

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Mädchen die Ramones nicht mal kennt.
Ich muss natürlich eingestehen, dass ich sie nicht gefragt hab'. Meine soziale Inkompetenz lässt das vorerst nicht zu, außerdem mag ich sie nicht, falls das an diesem Punkt noch nicht klargeworden ist. Außerdem, wie hätte ich halbwegs ehrlich reagieren sollen, wenn sie dann zu mir sagt :"Achso, das ist ein Bandshirt ?", denn das war so ziemlich die Antwort die ich am ehesten erwarten würde.
Befindet man sich auf meinem Platz in der Nahrungskette, legt man sich aber lieber nicht mit jemandem an der größere Mengen von Mitmenschen mit ein paar Worten dazu bringen kann einen zu hassen. Dieses 'anlegen' wäre aber die einzig ehrliche Reaktion gewesen, also, wie gesagt, ersparte ich mir die Frage.

Ich hab' übrigens selbst ein Ramonesshirt, aber ich weiß auch wer die Herren gewesen sind, kenne und mag ihre Musik.
Und mal ehrlich, was macht es für einen Sinn ein Logo einer Band zu tragen, die man nichtmal kennt ?

H&M verkauft die Dinger.
Sofort als ich's da zum ersten mal geseh'n hab war ich eher kritisch. Einerseits gut für mich, denn vom Schnitt her passen mir H&M T-Shirts mit am besten, auch wenn ich da bis jetzt nur einfarbige gekauft hatte (Mein Ramonesshirt, hab ich schon zwei Jahre oder so, fragt mich nicht woher). Andererseits und dieser Punkt überwog, weiß ich über das durchschnittliche Klientel dieser Kette bescheid und denen ist meine Meinung (zumindest diesbezüglich) ziemlich egal. (Ich wünschte es beruhte auf Gegenseitigkeit.)

Ich mochte Bandshirts schon immer, weil sie der Welt zeigen worauf du stehst. So wird man von Leuten mit dem gleichen Geschmack schneller erkannt und kann im Gegenzug auch die Andern musikalisch besser einordnen. Wenn ich heute aber ein Mädchen mit 'nem Rolling Stones T-Shirt an der Bushaltestelle sehe, verkneif ich mir ein "Hey, cooler Musikgeschmack.", denn ich weiß, dass etwa 50% von denen den Namen Mick Jagger höchstens aus einem Maroon 5 Song kennen.

Ich erwarte ja keine Biografie. Aber ich finde damit, dass man sowas trägt bringt man einfach 'ne gewisse Message rüber. Also trag keine Bandshirts aus reinen Modegründen. Ich meine ernsthaft, eine Band ist doch kein Modelabel. Keith Richards würde sich im Grab umdrehen.

"Aber jeder hat doch das Recht zu tragen zu tragen was er will !"
Kann schon sein, was auch immer, aber ich werd' hier keine Toleranz heucheln, wo ich sie einfach nicht sehe. Ist nur meine Meinung und aufzwingen werd' ich sie Niemandem.

Kann sich jemand in meine Situation versetzen ?
Wie fändet ihr's ?







P.S. : Keith Richards ist überhaupt nicht tot. Falls du's mir abgekauft hast solltest auch DU kein Stones-Shirt tragen ;)

P.P.S. : Sorry für den stellenweise eher unnötig kompliziert formulierten Beitrag. Ja, auch die Struktur lässt zu wünschen übrig, ich weiß.

Mittwoch, 21. März 2012

Ich hab' gestern beim DJ angerufen. Hat aufgelegt.

Guten Abend werte Hinterbliebene, der letzten menschlichen Bastion des Planeten.
Was geht ?

Mehr Dramatik hast du in diesem Post nicht zu erwarten. Das wird wohl eher so ein Standartding von wegen :"Oh hey, guck mal mein Leben... und so... !!!!!!!!!!!1111einseinself".
Ich werde nämlich seit einigen Tagen telefonterrorisiert. Und ja, ich übertreibe maßlos, das ist voll mein Ding. Aber es gibt da diese zwei unbekannten Nummern, die mich ständig anrufen.
Ständig bedeutet in meiner Welt einmal pro Tag und das von mindestens einer der beiden Nummern. Manchmal auch von Beiden. Das passiert dann aber relativ unabhängig, also nicht hintereinander.
Bis jetzt hab' ich mir noch nicht die Mühe gemacht ranzugehen, geschweige denn zurückzurufen, denn ich bin der Typ Mensch der unbekannte Anrufer automatisch ignoriert. Wenn du was von mir willst schreib 'ne SMS von wegen :"Hey ich bin's, der/die [Name] ..." und VIELLEICHT, beantworte ich dann sogar deinen nächsten Anruf. Aber nicht auf die Tour Compañeros, nicht auf die Tour.


Wer weiß, wer auf diesem Planeten gerade meine Nummer an Pädophile in irgendwelchen Chatrooms verteilt. Fast schon ironisch das ganze. Immerhin war das bis vor einigen Jahren noch meine Lieblingsbeschäftigung.


Wenn dir mal so richtig langweilig ist, tu der Welt einen gefallen und probier folgendes :
Geh in einen öffentlichen Chatroom und gib dich als 14-Jährige aus. Schreibt so harmlos wie möglich, aber deute an, dass du naiv und niedlich bist. 
Klar soweit ? Gut. Jetzt musst du etwa 48 Sekunden warten und dann schreibt dich irgendein 30-Jähriger Klaus (Name geändert) aus Bielefeld an. Nach dem er sich nach deinem Befinden erkundigt hat wird er  nicht lange um den heißen Brei reden und fragen was du anhast, was deine Körbchengröße ist und worauf du so stehst. Beantworte seine Fragen. Sei kreativ. Ich hatte keine Ahnung von Körbchengrößen und hab mir einfach was ausgedacht und die Tatsache, dass er's geschluckt hat, resultierte wahrscheinlich daher, dass er mit seinen 30 Jahren noch viel weniger Ahnung hatte.
Aber weiter im Text.
An dieser Stelle wird's tricky. Jetzt will Pedobear, manchmal noch ein Bild von dir sehen. Mach dir darum aber keinen Kopf. Du hast weder Facebook, noch Myspace, noch Schülervz, noch MSN, ICQ, Knuddels oder was weiß ich wonach der Typ fragen wird. ABER du lädst ihm ein Bild von dir bei einem Hoster hoch (z.B. Imageshack). Dieses Bild klärst du dir vorher über Google Bilder. Achte dabei darauf, dass es nach einem Amateurfoto aussieht und deiner Selbstbeschreibung nicht völlig widerspricht. Um unprofessionelle Fotos zu finden google einfach Dinge wie :"That's me", "Das bin ich" oder "Bild von mir". Alles was du findest dürfte etwa auf den Typ Mensch zutreffen, für den du dich da ausgibst. Lad es hoch und dein Pädo wird garnicht mehr aus dem Sabbern rauskommen, was zum finalen Schritt führt : Die Verkupplung.
Du lässt dir an dieser Stelle seine Handynummer geben um ihm morgen "wenn du wieder Guthaben hast" eine SMS zu schicken. Sei hartnäckig. Bis jetzt hat sie mir noch jeder von denen gegeben. 
Wenn du seine Nummer hast : Verabschieden und Ausloggen.
Dann neu in den Chat.
Such dir einen zweiten Kinderschänder und fang wieder bei Schritt eins an. An der Stelle an dem du beim ersten Pädophilen um seine Handynummer gebeten hast, schreibst du aber dieses mal, dass du ihm deine gibst. Er solle dir doch morgen, wenn du in der Schule bist und "an ihn denkst", eine süße SMS schreiben. Dann gib' ihm die Nummer des ersten Pädos.
Mission accomplished !


Der Nachteil ist, dass du im Normalfall nie mitbekommst, was im weiteren Verlauf passiert. Ob die Sache aufgeht und ob die Pädos möglicherweise sogar ins Gespräch kommen oder anfangs sogar miteinander flirten. Aber du weißt, der Welt etwas Gutes getan zu haben.
Kleiner Tipp : Wenn dir Pädo1 seinen Namen gibt, stell dich bei Pädo2 als weibliche Form dieses Namens vor (sofern vorhanden). Heißt der Kerl "Martin", heißt du bei Runde zwei "Martina", bei "Michael" wirst du "Michaela" usw. Das erhöht die Chancen eines Gesprächs zwischen den Pädophilen am nächsten Morgen ;)


Zurück zu meinen Stalkern : Gerade eben kam 'ne SMS ob ich morgen auch bei [Locationname zensiert] am Start wäre. 
Soll ich antworten und diesen verdammten Vollidioten, der seine Handynummer nicht richtig weitergeben kann einfach mal dazu anmelden ?

Verlockend...

Sonntag, 18. März 2012

Socially Brainwashed ? - Part 1

Okay, es ist mitten in der Nacht, ich hatte meinen Pc bereits ausgemacht und wollte mich gerade ins Bett legen als mir 'n Gedanke kam den ich jetzt nicht einfach unprotokoliert lassen kann.
Das Ganze läuft irgendwie auf 'ne Sache heraus die für jeden irgendwie interessant sein könnte (aber nicht muss), weswegen du ja mal ein bisschen über dich selbst nachdenken könntest.

Mir ist spontan aufgefallen wie sehr sich doch manche Menschen verändert haben. Ich schließe mich da nicht aus. Ob diese Veränderungen nun positiv oder negativ sind ist dabei natürlich subjektiv.
Trotzdem gibt es einen Menschen dessen Meinung dir möglicherweise wichtig ist. Dieser Mensch bist du.
Dich jetzt aber einfach selbst zu fragen : Bin ich mit meiner charakterlichen Entwicklung, der Entwicklung meines Lebens oder meiner sozialen Entwicklung zufrieden ist (zumindest für mich) nichts besonderes. Ich denke das tun viele.
Derjenige den ich gerne fragen würde wie er mich heute findet ist etwa 9 Jahre jünger als ich, heißt aber genauso. Nennen wir ihn der Einfachheit halber "Vergangenheits-Ich".
Daraus ergibt sich eine Frage die auch du dir selbst einmal zu beantworten versuchen kannst :

Was würde mein vergangenes Ich von mir heute halten ?

In meinem Fall denke ich vor allem an mein 10 jähriges Ich zurück. Der kleine ist relativ glücklich. In seinem Freundeskreis ist er sowas wie der "Anführer", alle schätzen seine Meinung und er ist immer derjenige der die Ideen hat und meistens auch entscheiden darf was gespielt wird. Leider hat er auch seine Momente in denen er seine "Macht" ein wenig zu Unrecht ausnutzt. Das weiß er aber noch nicht, denn er kennt die Kehrseite nicht um es zu merken.
Er ist aber nervös. Denn er weiß, dass die vierte Klasse bald zu Ende ist und er sich auf einer neuen Schule einleben muss, auf die keiner seiner jetzigen Freunde geht. Schrecklicher Fehler übrigens. Wüsste er was auf ihn zukommt wäre er nervöser. Aber das tut er glücklicherweise nicht. Er ist glücklich.
Er steht auf Zeichentrickserien, Comics und Videospiele. Er läuft mit seinen Freunden mit Plastikwaffen durch den Wald, hält sein "Squad" zusammen und wenn der "Feind" kommt, geht er auch schonmal angeschossen zu Boden. Er kennt das aus Filmen, bei denen er wegsieht wenn Blut kommt. Aber hauptsache er hat Spaß und genießt was er hat.

Dieser kleine Junge sieht nun 9 Jahre in die Zukunft. Er sieht einen Typen wie mich.
Natürlich kann ich nicht sicher sagen ob er mich mögen würde oder nicht. Aber wenn ich schätzen dürfte, und darum geht es bei dieser Frage ja, würde ich sagen, der Kleine ist schwer enttäuscht. Seine Noten sind schlechter. Natürlich sind sie das. Sein 19-jähriges-Ich lernt auch so gut wie nicht mehr und hat schon ewig keine Hausaufgaben mehr gemacht, während dem Kleinen die Einsen noch so zufliegen und er Schule als eine einfache Möglichkeit sieht zu zeigen was er kann, und das ohne Mühe. Vermutlich fragt er sich auch warum er nicht am Ball geblieben ist. Der Junge hält sich für ziemlich cool und wird vermutlich nicht verstehen, warum beziehungstechnisch in 9 Jahren so wenig rausgekommen ist. Aber er glaubt ja noch, dass sich sowas von ganz alleine ergibt, auch wenn er seit der ersten Klasse versucht die Aufmerksamkeit eines bestimmten Mädchens zu erregen, das er nach der Vierten aus den Augen verlieren wird.
Vor allem aber wird er von seinem zukünftigen Sozialen Status enttäuscht sein. Er war nie der Coolste, auch wenn er das nicht gemerkt hat. In seiner Clique nämlich war er das irgendwie schon, zumindest seiner Meinung nach. Immerhin war er ja auch der Anführer. Und 9 Jahre später ?
Ja, 9 Jahre später sitzt er an einem Samstagabend alleine in seinem Zimmer während sich so ziemlich jeder in seinem Alter irgendwo amüsiert. Ich glaube aber garnicht, dass er das so schlimm fände. Den ganzen Tag unbegrenzt am Computer sitzen zu dürfen findet er ziemlich cool. Es wird eher die schulisch-soziale Situation sein die ihm missfällt, denn er ist definitiv nicht mehr 'der Coole'. Sein 19-jähriges Ich ist zwar irgendwie noch Teil ein provisorischen Gruppe mit der er abhängt, er wird aber auch nur gerade so akzeptiert. Viele Gleichaltrige halten ihn für einen Versager, für komisch. Er würde sein zukünftiges Ich vermutlich für einen Außenseiter halten und das wäre verdammt deprimierend. Ob es wirklich so krass ist ? Naja vielleicht nicht. Aber ich glaube nicht so geworden zu sein wie ich es früher vielleicht gewollt oder gehofft hätte. Zum Glück bleibt mir die Zukunft. Ich hab immernoch die Chance so zu werden, zumindest ähnlich.Wobei soziale Akzeptanz sicher nicht erzwungen werden sollte.

Abschließend möchte ich aber noch ein paar Fragen an alle Leser stellen die mir den Gefallen tun sie zu beantworten :

Seid ihr heute so wie ihr früher mal werden wolltet, wenn ihr so alt seid wie ihr es jetzt seid ?
Tut ihr heute Dinge die ihr früher unbedingt tun wolltet ?
Tut ihr heute Dinge die ihr früher niemals tun wolltet ?

Wär cool wenn du ein bisschen was dazu schreiben würdest, interessiert mich nämlich wirklich.
Ob in Kommentar oder Blogpostform, bleibt natürlich dir überlassen.
(:

Donnerstag, 15. März 2012

Grabräuber

Heute kam die Sonne raus.
19°C und leichter Wind.
Ich sollte mehr Reggea hören. Und ich sollte lernen wie man das schreibt.
Ich schreib es immer "Reaggea" und merke dann jedes mal, dass es komisch aussieht.

Gerade hat der Freund von meiner Schwester geklingelt. Wohnt ja fast schon hier.
Ich unterdrücke das Gefühl, dass ich ihn nicht mögen sollte.
Wahrscheinlich würde ich so oder so nie jemanden mögen können mit dem sich meine Schwester trifft.
Große Brüder sind so. Keiner wär gut genug. Außerdem weiß ich wie die meisten Jungs ticken. Wenn keine Mädchen anwesend sind verhalten sie sich anders.
Erstaunlicherweise versteht meine Schwester mich sehr gut.
Die Gründe warum ich so wenig von meinen Mitschülern und vielen Gleichaltrigen halte, dass ich gerne anders und oft lieber alleine bin. Ihr geht es manchmal auch so.
Trotzdem mögen sie die Leute. Sie hat viele Freunde und könnte noch viel mehr haben wenn sie wollte.
Ob es an unserer Erziehung liegt, dass wir manchmal ähnlich denken ?
Dann frag' ich mich warum sie so viel selbstbewusster ist. Aber ich mag sie. Wir streiten für Geschwister wirklich selten.

Meine Tante ist seit ca. 2 Monaten tot. Natürlich ist es beschissen, wenn man daraufhin in Trauer verfällt. Aber wenn dir sowas je passiert, dann sei froh.
Mir war es fast egal.
Als ich damals gemerkt habe, dass ich nicht wirklich traurig wurde, hab ich alles versucht um es zu sein. Ich hab mich wirklich dafür gehasst, dass ich mich nicht schlecht fühlte und im Endeffekt tat ich es dann doch, aber es war nur mein Gewissen. Ich fühlte mich schlecht weil mir ihr Tod so egal war.
Ich habe deswegen immernoch Schuldgefühle ihr gegenüber. Aber ich weiß auch nicht wie ich richtig hätte reagieren können. 
Natürlich hat sie mir auch was vererbt. Ich weiß nur nicht ob ich das auch verdient hab.

Ihr Haus steht seitdem leer. Es wird bald ausgeräumt.
Scheint fast so als ob die Überbleibsel einer ehemaligen Existenz mit einem einzigen Druck im Klo runtergespült werden.
Ich war heute zum ersten mal dort. Bevor alles weggeschmissen und/oder verkauft wird, sollte ich gucken ob ich etwas davon brauche.
Ich war schon oft in ihrem Haus, aber dieses mal wirkte alles so verdammt ausgestorben. So leer, aber auch irgendwie unheimlich. Ich kam mir so schuldig vor, mich im Haus einer Verstorbenen zu bewegen und Dinge mitzunehmen. Ein bisschen wie ein Aasfresser. Meine Mum hat mich mehrmals angesprochen ob alles okay wäre. Naja keine Ahnung, es war einfach komisch und irgendwie fühlte es sich falsch an.
Ich denke schon, dass meine Tante es lieber gesehen hätte, dass wir ihre Sachen bekommen als dass sie auf dem Müll enden, aber ich weiß auch nicht...

Ich für meinen Teil bin jetzt stolzer Besitzer einer alten Ausgabe von Bram Stoker's "Dracula" (Der Roman, nicht der Film), einem ausrangierten Kennzeichen, ein paar unbenutzten Glühbirnen und einem schlechten Gewissen.

Danke für alle Kommentare von gestern. Werd sie morgen beantworten, weil ich heute wirklich nicht mehr in der Stimmung bin. Sorry.

Mittwoch, 14. März 2012

Vom Wunsch sich freiwillig Feinde zu machen

Hallo Welt.
Clyde Barrow hier, unter dem Namen eines 30er-Jahre-Schwerverbrechers, im Körper eines 19-jährigen Kindes, mit dem Geist eines zukünftigen Nihilisten.

Während ich diesen Satz schreibe haben wir 17:56 und ich glaube die Sonne geht bald unter. Wenn sie das tut sieht man von diesem, meinem Zimmer aus für gewöhnlich ihr rötliches Spiegelbild im Fenster des Hauses am Ende der Straße.

Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an den Beitrag von vor 7 Tagen und 3,25 Stunden.
Ich schätze nämlich ihr hattet Recht.

10. März 2012 : Habe fast gegen den Badezimmerspiegel geschlagen. Hätte weh getan.

Ich wusste sogar schon vorher, dass ihr Recht hattet. Wahrscheinlich wollte ich bloß trotzdem, dass du mir das Gegenteil rätst. Das Gegenteil ist so leicht.
Vor 4 Tagen dann hab' ich mich spontan vor den Spiegel gestellt. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Neugier. Aber ich mochte den Typen nicht. Äußerlich nicht, aber vor allem nicht wie er sich verhielt. Denn ich kannte ihn, irgendwie.
Ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich nicht ich selbst bin.
Das bedeutet ich muss versuchen ich zu werden. Ein paar Klamotten oder ein komischer Haarschnitt würden aus mir aber noch keine andere Person machen.
Ich muss herausfinden wer ich eigentlich bin oder sein muss, denn solange ich mich nicht zu hundert Prozent mag, mach' ich definitiv noch irgendwas falsch.
Ich weiß nur noch nicht wer ich eigentlich sein will.
Wahrscheinlich wär's cool wenn ich sagen würde was ich denke. Und damit meine ich praktisch immer, denn im Moment sage ich schließlich was ich denke. Klar würde eine optische Veränderung folgen, aber die steht eben nur an zweiter Stelle. Ich will einer dieser Menschen sein die ich bewundere. Leider sind gerade das auch Menschen die mein Umfeld eher belächelt oder auch missachtet.
Ich müsste mich folglich darauf einstellen möglicherweise auch wieder damit konfrontiert zu werden. Damit also meine Sicherheit aufgeben. Alle sagen immer, sei du selbst, aber unterschwellig wird doch ständig vermittelt "pass dich an". Das ist verwirrend.
Aber jetzt hab ich wenigstens ein Ziel. Ich muss herausfinden wer ich bin oder sein will und ich muss lernen mit Ablehnung umzugehen. Immerhin würde ich diese Ablehnung dafür erfahren, dass ich ich bin. Und ist das nicht besser als Zuneigung für das Verkörpern eines Menschen den ich garnicht mag ?
Und wenn ich lerne damit umzugehen - wer weiß - vielleicht bin ich dann ja schon ich selbst.

Montag, 12. März 2012

sadgsakjghaskjdja

Meine Damen und Herren, hier spricht ihr Kapitän. Mein Name ist Clyde Barrow und ich freue mich Sie heute hier an Bord der Second-Bullet begrüßen zu dürfen. Ich muss Sie auf diesem Wege auf einige, bald folgende Turbulenzen aufmerksam machen und möchte Sie bitten ihre Rückenlehnen in senkrechte Position zu bringen und das Rauchen einzustellen. Im Falle eines Druckluftabfalls, fallen automatisch Strahlenschutzanzüge von der Decke und die Notausgänge sind immer in der Richtung in welche die Stewardessen hinwedeln.
Wenn Sie nun zu ihrer linken Seite aus dem Fenster sehen, erstreckt sich vor ihnen das unendliche Nichts und Alles jeglicher Existenz.
Das andere Links.
Ja genau da.
Für ihre verbleibende Zeit wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Crew noch einen angenehmen Aufenthalt.
Vielen Dank, dass sie sich für The Second Bullet entschieden haben.

Ladies and gentlemen, this is your captain speaking.
We're doomed. You're all going to die.
Thank you for choosing The Second Bullet and please don't tell our German passengers.

Samstag, 10. März 2012

Blog Awards Zwanzig Zwölf

Ladies and Gentleman, Leser und Hater, ihr da da draußen vor den Bildschirmen,
Hey!

Als ich heute morgen aufgestanden bin hätte ich nie daran gedacht heute hier auf dieser (sinnbildlichen) Bühne zu stehen und diesen (metaphorischen) Blogaward in den Händen halten zu dürfen !
Ich hab' deswegen auch überhaupt nichts vorbereitet und werde mich kurz fassen. Dennoch möchte ich mich auf diesem Wege bei ein paar Leuten bedanken ohne die das hier alles wirklich nie möglich gewesen wäre. Erwähnenswert ist definitv meine beste Freundin, die heute zwar selber nicht mehr bloggt, über deren Blog ich aber damals zum bloggen gekommen bin. Dann natürlich meiner Familie, die immer hinter mir steht und meinem Hund, der mich abschleckt, wenns mir mal dreckig geht. Ganz besonders bedanken möchte ich mich aber bei meinen großartigen (neun) Lesern, die mich schon so lange Zeit (Drei Monate plus minus) unterstützen und von denen einige 'ne Menge Kommentare hinterlassen, was echt cool ist.
Last but not least geht mein Dank natürlich an die einzigartige Madeline, ohne die dieser Award nie möglich gewesen wäre. (Sie hat ihn mir nämlich verliehen.)
Thank you and good night !

7 Dinge über mich :
-> Ich schreibe seit ich ca. 15 Jahre alt bin an meiner Oscarrede. Merkt man das ?
-> Ich hab' mich mal öffentlich dafür eingesetzt, dass Waschbären ein politisches Wahlrecht erhalten.
-> Ich bin ziemlich schlecht im Entscheiden.
-> Aus einem Scherz von mir ist ein ziemlich treffender Spitzname für einen Lehrer unserer Schule entstanden, der sich bis heute hält und niemand weiß, dass er ursprünglich von mir war, aber das ist okay...
-> ...denn ich mag es nicht im Mittelpunkt zu stehen.
-> Wenn jeder in meinem Umfeld irgendwas gut findet, geh' ich grundsätzlich mit 'ner negativen Grundhaltung da ran, auch wenn ich normalerweise immer versuche keine Vorurteile zu haben.
-> Ich finde Kreativität ist die attraktivste Eigenschaft die ein Mensch haben kann.

Meine Awards gehen an :
Amy : Das Tagebuch einer Träumerin
Gina : Art Is The Weapon
Lina : A little piece of heaven
(alphabetische Reihenfolge, sonst nix. ;P)

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Donnerstag, 8. März 2012

„Seelig sind die Vergesslichen, denn sie werden auch mit ihren Dummheiten fertig.“ - F. Nietzsche

„Ich trinke nicht.“, sie schüttelte den Kopf.
Ein abschätziger Blick, dann wurde die Flasche weitergereicht. Eine Metapher für ihr Leben, dachte sie. Man hatte sie doch immer wieder für eine von ihnen gehalten, aber so fühlte sie sich einfach nicht. Das hatte sie nie. Und niemand verstand ihren Standpunkt.
„Du bist doch ein hübsches Mädchen!“, hatten sie ihr gesagt, dabei war es doch nie ihre Absicht gewesen, ein hübsches Mädchen zu sein. Lange blonde Haare, strahlende, blau-grüne Augen und ein wirklich schönes Gesicht. Dazu war sie kein Allerweltstyp, sondern hatte etwas sehr besonderes an sich. „Ja“, dachte sie zu sich selbst, „das ist aber auch alles worauf sie dich reduzieren“. Seit Wochen quälten sie diese Gedanken. Bestimmt vier Tage lang hatte sie nicht mehr geschlafen. Wortlos starrte sie ins Nichts.
Zwei vorbeilaufende Mädchen sahen sie verächtlich an.
„Verdammt !“, jubelte ein Junge am anderen Ende des Raumes, bei dem die Flasche mittlerweile angelangt war. „Das Zeug haut wirklich rein ! Hast du das geklärt ?“. Der Gastgeber  machte eine verneinende Geste und nahm auch einen Schluck : „ Keine Ahnung von wem“, sagte er vergnügt und riss das Mädchen damit aus ihren Gedanken.
Die Musik war mittlerweile deutlich lauter als zu Beginn des Abends und auch die Anwesenden trugen ihren Teil zur Geräuschkulisse bei, aber seine Stimme hatte sich viel zu tief in ihren Kopf eingebrannt, als dass sie ihn je hätte überhören können. Langsam aber zielstrebig ließ sie ihren Blick kreisen, bis sie ihn schließlich in der Menge gefunden hatte. Er war immer noch völlig fremd für sie. Es war fast so als ob sie ihn nie gekannt hätte. Und das hatte sie auch nie. Das Mädchen wirkte emotionslos.
Direkt an seiner Seite klebte Madison. Sie verabscheute Madison. Hinter ihrer schlecht gespielten Naivität versuchte sie doch nur zu verbergen wie leicht sie zu haben war. Und jetzt hatte sie ihn, Jason, falls das überhaupt sein richtiger Name war.
Als sich jemand neben sie auf die fleckige Couch fallen ließ zuckte sie zusammen. Der Geruch von Alkohol strömte ihr in die Nase.
„Kay !“, grinste ihr der breitschultrige Junge ins Gesicht. Sie drehte langsam ihren Kopf in seine Richtung, ohne ihn direkt anzusehen und bevor sie überhaupt etwas gesagt hatte begann er auch schon irgendwelche anzüglichen Bemerkungen zu machen, während seine Augen nicht gerade unauffällig an ihrem Dekolleté klebten, wie der braun-graue Kaugummi unter ihrer Schuhsohle.
Erstaunlich wie viele Leute sie kannten. Hauptsächlich natürlich Jungs. Sie versuchte grundsätzlich rechnerisch auf der Höhe zu bleiben und war sich daher ziemlich sicher, dass sie nur etwa ein Drittel dieser Leute ebenfalls benennen konnte.
„Entschuldigung“, fiel sie ihm mitten ins Wort, „Wer bist du ?“. Der Junge sah sie ungläubig an : „Brad“, lallte er fast schon empört „Ich bin im Hockey Team !“, als ob es irgendeine Selbstverständlichkeit rechtfertigen würde. Kays Miene blieb unverändert. Als er sie weiterhin anstarrte nickte sie nur. Einen kurzen Moment schwiegen Beide dann legte er  langsam und wackelig einen Arm um sie. „Halb so wild“, meinte er dann, „Wir können uns ja kennen lernen.“ , wobei ihr seine eigentlichen Absichten durch ein schmieriges Zwinkern noch deutlicher gemacht wurden. Einer der unzähligen Gründe warum sie Männer nicht ausstehen konnte.
Kay wollte aufstehen und bewegte sich dabei so nach vorne, dass der betrunkene Bradley, es als Aufforderung verstehen musste. Für den Bruchteil einer Sekunde presste er seine Zunge gegen ihre verschlossenen Lippen und seine rechte Hand gegen ihre linke Brust. Mehr Zeit blieb ihm nicht, denn Kay sprang augenblicklich von ihm weg. In Brads ärgerlich verwirrtes Gesicht traf ihre flache Hand. Dieser wollte sie am Arm packen, sie aber wich aus woraufhin er torkelnd vornüber kippte.
„Schlampe!“, rief er ihr vom Boden aus hinterher während sie mit gleichmäßigen Schritten den Raum verließ.
Die Küche glich eher einem Lagerraum für verdrecktes Geschirr. Im und um das Waschbecken stapelten sich verkrustete Teller, Gläser und auch einige Plastikbecher. Auf dem Tisch standen noch die Überreste des Kuchens. Ungeachtet dessen ging Kay langsam aber bestimmt in Richtung Hintertür. Als sie diese hinter sich geschlossen hatte verlor sich ihr Blick im Nachthimmel. Sie ließ sich auf der Veranda nieder und starrte geistesabwesend den Sternen nach. Ein kleiner Schimmer irgendwo in der Ferne erregte ihre Aufmerksamkeit. Das Mädchen sah dem Funkeln einer Sternschnuppe hinterher und ihr rechter Mundwinkel zuckte kurz. Sie erweckte fast den Eindruck lächeln zu wollen, als die Tür wieder aufging und ihr Gesicht zum erstarren brachte.
„Hey“, brannte es in ihren Ohren.
Kay wandte ihren Blick nicht ab. Ihre Sternschnuppe war blitzartig verflogen.
„Du hast mir ja noch gar nicht gratuliert.“, sagte die Stimme spöttisch. Jason ließ sich neben ihr nieder.
„Und wo ist eigentlich dein Geschenk ?“, er nahm einen Schluck und warf die mittlerweile leere Flasche in Richtung eines Gebüschs. Kay blieb schweigsam.
„Weißt du“, sagte Jason spöttisch und zog an ihrem Oberteil, „würdest du nicht immer rumlaufen wie auf ’ner Beerdigung wären wir vielleicht noch zusammen.“
Sie zog ihre Schulter von ihm weg und sah weiterhin in den Himmel.
„Oh seht mich an“, scherzte er, „niemand versteht mich ! Ich bin ja so anders !“
Jason lachte. „Madison ist wenigstens ein richtiges Mädchen, denk was du willst.“
Ja. Madison war ein richtiges Mädchen.
Weil sie ihn ranließ. Weil sie doch immer jeden rangelassen hatte der nur ein bisschen dazugehörte. Oder weil sie aussah wie ein gottverdammte Schaufensterpuppe ?
„Und hätte ich gewusst“, fuhr Jason fort, „dass du so eine bist, hätte dich doch eh nicht genommen.“
Natürlich. Er hatte sie für eine von ihnen gehalten. Kay wirkte weiterhin distanziert, aber innerlich prasselten diverse Gedanken auf sie ein.
Jason hatte sich von Anfang an leichtes Spiel erhofft. Doch sie war die erste, an der er sich anfangs die Zähne ausbeißen musste. Das Mädchen war schon immer resistent gegen billige Flirtversuche gewesen.
„Es ist deine eigene Schuld“, lachte der Junge, als wäre er der Hauptgewinn, den sie gerade verspielt hätte.
Durch die anfängliche Abfuhr hatte er dazugelernt, gab sich verletzlich, tiefgründig, nachdenklich und erregte schließlich doch ihr Interesse und Kay ließ sich auf einen Jungen ein, der nichts von dem war was er vorgab. An ihrem Charakter kein Stück interessiert, war er dafür aber ein verdammt guter Schauspieler.
Schlimmer als etwas nicht zu finden was man sucht, ist zu glauben es gefunden zu haben, während man blind einer Lüge folgt.
Sein Magen grummelte.
„Hab’ mich wohl übernommen“, grinste er, dann stand er auf.
Eine Träne lief aus Kays linkem Auge langsam und schnurgerade über ihre bleiche Wange.
Der Junge lachte. Wie es aussah hatte er gewonnen.
„Genieß die Party !“, sagte er, „Werd’ lockerer und fang mal an dich ein bisschen normaler zu benehmen, dann hast du vielleicht irgendwann noch ne Chance“, spöttisch zwinkerte er ihr zu und ging zur Tür.
Das Mädchen saß immer noch auf der Veranda und wischte sich die Träne aus dem Gesicht.
„Ach Kay“, sagte Jason und drehte sich noch einmal in der offenen Tür um. Er sah kurz in den Garten und dann zu ihr.
„Du weißt nicht zufällig, wer den Rum für uns geklärt hat ? Haut einen echt weg ! Hättest du probieren sollen !“, er lachte wieder, dann grummelte sein Magen.
Langsam drehte sich Kays Kopf in seine Richtung. Das Mondlicht ließ ihre Züge noch bleicher erscheinen und verlieh ihr damit eine kränkliche Schönheit. Erneut zuckten ihre Mundwinkel.
Jasons Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Er begann zu husten.
Das Mädchen dagegen lächelte. Ihre Augen lagen im Schatten während der Rest ihres Gesichtes in nächtlichem Licht getränkt war.
„Happy Birthday“, sagte sie leise, als der Junge vor ihr zusammenbrach.
Jason versuchte sich mit einer Hand abzustützen und hustete Blut auf den Terrassenboden. Schließlich gab er nach und sackte zusammen.
Im Wohnzimmer sah es ähnlich aus. Als der erste kollabiert war hatte sich Panik breit gemacht, doch schon kurze Zeit später, war diese völliger Stille gewichen.
Kay stieg über einige Körper und nahm einem Mädchen ihr Handy aus der Hand.
„Alles in Ordnung“, sagte sie der Notrufzentrale am Ende der Leitung und legte auf. Danach rollte sie Brads leblosen Körper vom Sofa und ließ sich auf selbiges fallen.
Langsam schloss sie die Augen.
Sie schlief.
Endlich wieder.

Dienstag, 6. März 2012

They like me when I don't

Hallo Leser,
Was geht ab ?

Heute eine kleine Geschichte aus meinem Real-Life. Hab' ich ja gezwungenermaßen. Aber sei nicht enttäuscht sie ist wirklich klein.
Das Entscheidende daran ist aber, dass sie mich zum Nachdenken gebracht hat.

Versetzen wir uns ein paar Tage zurück. Freistunde.
Diverse Schüler meiner Stufe.
Und ich.
Und der Aufenthaltsraum.
Wir machen ja alle bald zusammen Abi und deswegen sind wir irgendwie ins Gespräch gekommen, auch wenn ich eigentlich nur Musik hören wollte. Wir redeten so über dies und jenes und diejenigen, welche nicht anwesend waren trugen wie üblich am meisten zur Unterhaltung bei, als mir plötzlich auffiel wie verdammt integriert ich in diese temporäre soziale Gruppe war die sich da gebildet hatte.
Ich meine wirklich : Jeder akzeptierte mich. Meine Meinung war von Bedeutung. Ich war mal nicht der ... Andere. Sie haben über aber über Andere gelästert. Solche die im allgemeinen Ansehen noch weit unter mir stehen und ich hätte mitlästern können. Ich hab's nicht, denn ich hab's ja selber alles schonmal abgekriegt, aber ich hätte können.
Ich muss zugeben das Gefühl gefiel mir. Ich mag es mir mal keine Gedanken darüber machen zu müssen wer wohl gerade welche Vorurteile über mich hat oder mich für einen... Wasauchimmer hält (Es ging schon von Langweiler bis Psychopath, daher lässt sich das kaum definieren).
Versteh mich nicht falsch. Ich will kein Mitleid. Ich bin teilweise mitschuld an meiner Situation und ich bin mir dessen bewusst. Ich will auch nichts posten von wegen "mein Leben ist/war ja so schrecklich". Bei mir trifft das so nämlich eigentlich garnicht zu. Mein Leben ist okay. Ich bin der Einzige der es hin und wieder aufgrund geistiger Fehlinterpretationen und Überschätzungen kurzzeitig so erscheinen lässt.
Kannst du mir folgen ? Ich hoffe ja.
Was ich sagen wollte : Ich fühlte mich wohl. Ich war Teil der Gruppe, total integriert und man mochte mich. Nicht wie einen Freund, aber wie eine flüchtige Bekanntschaft die auf den ersten Blick ganz in Ordnung scheint. Das reicht mir auch! Zumindest bei diesen Leuten. Ich wurde endlich akzeptiert für das... was ich...

Moment mal. Tu mir einen gefallen, scroll noch mal hoch und lies dir den Titel dieses Eintrags durch.
Hast du ?
Gut.

...für das was ich nicht bin. Sie mögen mich, wenn ich mich nicht mag.
Ich hatte es schonmal angesprochen : Ich bin normal geworden, zumindest äußerlich. Und auch mit meiner Art hatte ich mich zurückgehalten. Es war schön einer von ihnen zu sein. Irgendwie.
Alternativ hab ich mich ihnen imaginär noch einmal gegenübergestellt. Dunkel. Mit gefärbten Haaren, vielleicht Piercings. Ich wäre derjenige Gewesen über den sie (wenn auch nur einige von ihnen) gelästert hätten, wenn ich nur kurz auf Toilette gegangen wäre. Dessen Meinung sie für irrelevant gehalten hätten, da ich sowieso komisch wäre. Dessen gesamte Art sie für lächerlich erklärt hätten, da man ein solches Verhalten ja absolut nicht nachvollziehen kann "so als normaler Mensch".

Ich hab also die Wahl zwischen :

Zufriedenheit mit mir Selbst : 3+ und Sicherheitsgefühl : 2
und
Zufriedenheit mit mir Selbst : 2+ und Sicherheitsgefühl : 5

Ich hoffe man versteht was ich meine.

Seit ich 'normal' bin, fühle ich mich unter Menschen sicherer. Weil ich nicht auffalle und keine dummen Blicke auf mich ziehe. Auf der anderen Seite bin das einfach nicht ich.
Ich weiß nicht wie ich mich entscheiden soll.